Verfasst von: vlhusky | 21. November 2009

Ristorante Il Golfo, Innenstadt-Ost, Dortmund

Nachdem wir mit der „Schwester“, dem Incontro (um die Ecke) gute Erlebnisse verbanden, wollten wir das, wie wir finden, etwas schönere Il Golfo ausprobieren. Abseits vom Trubel des Dortmunder Weihnachtsmarktes ein wenig „Bella Italia“ spüren. Wir bekamen einen Tisch im vorderen Raum, hatten die große Theke an der Längswand mit den Vitrinen und die vielen Edelstahl-Profiküchengeräte dahinter im Überblick, während unsere Begleitung gegenüber uns und die Hinterwand mit dem großen Weinregal im Auge hatte.

Unser Keller war sehr nett, mega-umständlich, kein bisschen professionell. Wir wollen ihn uns gar nicht vorstellen, wenn es hier mal richtig voll ist, im vorderen und im hinteren Teil. Andererseits: Samstagabend zur besten Zeit, nur 2 Kellner, für ein nicht gerade kleines Lokal, hm…. Der andere Kellner ein wenig aufgebracht, schimpfte, gestikulierte: die Espressomaschine sei kaputt gegangen, welche Katastrophe!

Wir beschlossen, dass die sicher eine Ersatzmaschine irgendwo haben und orderten erst einmal ein großes Pellegrino, studierten die Karte und die ausgehängten Schiefertafeln und einigten uns auf zwei mal Miesmuscheln als Vorspeise (die Portion für 6 €) und danach 4 mal Spaghetti Vongole. Bekamen sie aber nicht, denn sie waren aus, was wir ca. 5 Min. später erfuhren. Also bestellten wir stattdessen den Pulposalat vom Nachbartisch, auch vier mal. Der übrigens auch aus war, was erneut ca. 5 Min. später festgestellt wurde. Von einem Kellner, der sich in seiner Unkonzentriertheit nicht die Bohne aus der Hektik bringen lies. Mittlerweile hatten wir einen Vino Nobile de Montepulciano ausgesucht, der, wen wundert’s eigentlich noch, gerade aus war. Stattdessen wurde uns eine Flasche Montalcino hin gestellt, der aber bis auf die ersten 4 Buchstaben und die Farbe rein wirklich gar nichts gemeinsam hatte mit dem, was wir eigentlich wollten. Mein Versuch, durch den Kellner endlich mal eine Empfehlung zu bekommen, dauerte noch ein wenig, die Genervtheit auf beiden Seiten nahm zu, fehlte nur noch, dass sich auch noch unsere Gäste einschalten, dann wäre es wahrscheinlich bei uns rund gegangen wie auf einem italienischen Wochenmarkt :)

Endlich bekamen wir was wir wollten: Den preiswertesten Wein im Sortiment, einen Sangiovese aus einer Canina xy, der uns so angepriesen wurde, wie wir es von Anfang an erwartet hatten und der uns allen gut schmeckte und der auch wirklich gut zu  unserem Essen passte. Das waren nun schlussendlich Spaghettini mit Riesengarnelen in einer leicht scharfen Knoblauch-Piripirisauce. Denn die standen nicht nur auf der Karte sondern waren auch da (dafür waren sie nicht in der Kasse eingespeichert).

Essen und Wein passten und schmeckten gut. Die Miesmuscheln waren hervorragend in ihrer schön fruchtig-scharfen Tomatensauce (auch mit Piripiri), die Portion für eine Vorspeise fast zu groß und für 6 € wirklich günstig. Die Gambas waren wirklich ganz hervorragend zubereitet, das Äußere leicht knuprig, die Schalen vollständig abgelöst bis auf den kleinen Schwanz, auch ohne Pasta wären sie ein Genuss gewesen. Die Spaghettini waren so wie man es von einem Italiener erwartet.

Unser Kellner und wir wurden übrgens, nachdem das mit der Weinempfehlung endlich geklärt war und wir ihn für seine Empfehlung mit grßoen Worten lobten, für den Rest des Abends „gute Freunde“. Was wir auch nach-)bestellten oder was er brachte, sogar der Korkenzieher, war leider gerade „aus“ oder „kaputt“ und selbst die Kasse (der Joke kam von ihm!) ging am Ende nicht mehr, so dass wir nicht zahlen können. Stand mit zusammengezogenen Schultern vor uns, mit den Händen in der Luft und grinste uns an.

Da wir trotz mittlerweile 2 Flaschen Sangoviese immer noch ganz gut unterscheiden konnten zwischen Wirklichkeit und Witz, zahlten wir, legten ein angemessenes Trinkgeld drauf und trotteten „gut gefüllt“ von dannen. Und unterhielten uns dabei noch ein wenig über den wirklich netten Abend, den wir im Il Golfo verbracht hatten.

Verfasst von: vlhusky | 20. November 2009

Haus Kilp, Restaurant Faros, Hörde, Dortmund

Von außen: eine ganz normale gutbürgerliche Eckkneipe, so unauffälig, wie man sie überall findet. Mit einer nachträglich an der Hausfassade angebrachten Tafel mit einem Leuchtturm und dem Schriftzug „Faros“.

Von innen: eine ganz normale gutbürgerliche Eckkneipe, so unauffälig, wie man sie überall findet. Mit ein paar Kleinigkeiten, die auf griechische Pächter/Besitzer hinweisen. Zum Beispiel die üblichen Postkarten mit der Akropolis, ein Aquarium mit einem untergegangenen Leuchtturm, Flaschen von Metaxa hinter der Bar.

Hinter der Theke ein Blick in die Küche. Vorne kellnern und servieren der Sohn und seine Frau, hinten, in der Küche schaffen die Eltern. Bei Neonlicht. Und ohne große Hektik. Es war gut besucht hier, Freitagabend gegen 20 Uhr. Wir hatten Lust auf ein paar Vorspeisen, dazu eine Karaffe griechischen Rotwein, ein Ouzo, etwas Backgammon dabei zu spielen. Rund um uns herum ganz einfache Leute aus der Nachbarschaft.

Vor uns auf dem Tisch, ehe wir uns versahen, erst mal 2 Ouzo auf’s Haus, fein säuberlich auf Bierdeckeln abgestellt. Dazu eine sehr freundliche Begrüßung. Wir blickten in die Speisekarte, die das übliche enthielt und stellten dabei erfreut fest, dass hier, (im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Eckkneipen mit griechischen Restaurants und ohne) das Licht sehr gut ist: kein bisschen schummerig, alles angenehm ausgeleuchtet und trotzdem nicht ungemütlich.

Auf unsre Bestellungen mussten wir verhältnismässig lang warten. Das Wasser kam, Gott sei Dank, schon recht schnell, aber so wie wir es abgrundtief hassen: In viel zu kleinen, langstieligen Gläsern (aus denen man normalerweise in ganz normalen deutschen Eckkneipen „ein Pikkolöchen“ trinkt), dann auch noch mit einer Scheibe Zitrone und zu guter letzt dann auch noch mit einem Zitronenkern, der sich irgendwie befreit hatte. Jetzt fehlten nur noch Eiswürfel zum größten Unglück - herjeh!
Wasser ist ein köstliches Getränk, das nur der richtigen Temperatur und idealerweise ein sauberes Glas braucht. Bei Zitrone schmeckt es immer so wie diese ganzen Zitronenspülmittel (und bei Eis dann oft auch noch nach Chlor)!
Soviel zu den „Abgründen“ im Faros. Nun zu unseren Vorspeisen:

Unser Taramasalat hatte die notwendige quietsche-pinke Farbe und wurde als 4 Bällchen serviert, je mit einer schwarzen, stehenden Olive on top (irgendwie muss ich da, auch ohne viel Fantasie, einfach an … denken (aber husky will nicht in den Verdacht kommen, sexisisch zu sein ;)  )). Er schmeckte viel zu sehr nach (Instant-) Kartoffelpü, ein Schuss Olivenöl untergehoben hätte ihm gut getan und die etwas pampige Konsistenz etwas verbessert. Also: schade, schon deutlich besser gegessen :(

Unser Tzaziki war (einfach) sehr, sehr gut, das dazu gelieferte leicht angeröstete dicke, fluffige, in große Bröckchen geschnittene Fladenbrot, ganz prima :)

Wir hatten noch einen eingelegten, gebackenen Schaftskäse, der in einer der üblichen irdenen Tontöpfchen gebracht wurde und an Schlichtheit aber auch Perfektheit kaum zu übertreffen ist. So schmeckt sie, die einfachen, gute griechische Küche :) !

Dann waren da noch die gebackenen Auberginenscheiben, die schön geometrisch um einen Klecks Tzaziki gelegt wurden. Alle hatte die gleiche Größe, die Panade war gleichmässig hellbraun, schön dünn und leicht knusprig, das Innere schön saftig – zusammen mit dem Tzaziki lecker, lecker, lecker :) :) !

Der Sohn des Hauses und seine Frau schienen mittlerweile (mindestens) ein Auge auf uns geworfen zu haben. Jedenfalls kümmerten sie sich ganz prima um uns. Irgendwann standen vor uns zwei kleine weiße Tellerchen mit etwas Süßem, auf’s Haus! Eine Art helle Creme auf einem einfachen Biskuitteig, mit ein paar Tropfen rotem Sirup. Würde ich jetzt nicht unbedingt in meine Top 10 aufnehmen, aber nette Geste und irgendwie passend.

Als wir dann zahlen wollten, kamen noch 2 kleine Schapsgläschen mit einem wohl selbst gemachten hellroten Likör, der uns mit leuchtenden Augen als besonders lecker angepriesen wurde. Meine Frau winkte ein wenig verächtlich ab und fragte, ob sie stattdessen lieber einen Ouzo haben könnte. Na klar, sagte man uns, kurzum standen die beiden Liköre vor mir und meine Frau bekam, nein, nicht etwa einen Ouzo, sondern auch zwei. Damit die Balance zu mir stimmt.

Wir schmunzelten, plauderten noch ein wenig mit unserem großzügigen Gastgeber und beschlossen, dass es grundsätzlich immer gut ist, eine ganz normale gutbürgerliche Eckkneipe mit griechischem Restaurant in der Nähe der Wohnung zu haben, Und das kein Mensch immer und überall perfekte Gourmet-Küche braucht. Aber eine ganz normale gutbürgerliche Eckkneipe, wo man nett bedient wird auch etwas essen kann, die braucht irgendwie jeder, gell?

Verfasst von: vlhusky | 19. November 2009

Einhauser, Wiesbaden

Aktualisierung 19.11.09, ca 1 Jahr und mehrere Einhauser-Besuche später:

Der Einhauser ist und bleibt für uns ein Ort, den wir gerne aufsuchen: Das Ambiente erinnert uns an Weinstuben die viel zu weit weg sind für einen abendlichen Kurzbesuch und an das Elsass (obwohl im Einhauser eher mediterran gekocht wird), es gibt immer die eine oder andere interessante (bezahlbare) Wein-(Neu)Entdeckung, wir mögen den netten, unkomplizierten Service und auch die Gäste und die Simmung die alle und alles verbreiten/verbreitet.

Was dann aber schon auffällt, ist dass die Spesisekarte immer nur zwischen denselben Gerichten variiert und dass vielen Gerichten etwas „der Kick“ fehlt.
Der Koch hat mittlerweile gewechselt, momentan ist es ein sehr sympatischer Bade, der sich gefreut hat, dass wir zielstrebig seine (italienische) Rotweinneuentdeckung geordert haben (so sind wir halt ;) ). Leider war ein Gericht eindeutig versalzen und auch die Rotweinzwiebeln aus den Vorspeisen hätten besser abgeschmeckt sein können. Der Kräuterquark ist auf Dauer irgendwie dann doch ein wenig langweilig, zumindest fehlt im ein Pendant. Und, und, und.
Immer-dieses-Feinschmecker-Logo auf diesen Türen geht uns überall „auf den Senkel“ und gerade dieses aktuell wieder neu verliehene Prädikat bringt uns ins Zweifeln. Denn, abgesehen davon, dass wir alleine aus Sympathiegründen (siehe oben) jederzeit gerne in den Einhauser gehen, fragen wir uns doch schon, ob er objektiv dieses Prädikat wirklich verdient hat. Und ob er nötig hat, sich mit so was zu „schmücken“. Das Feinschmecker-Dings passt einfach nicht und ist ein Stilbruch, finden wir. Man kann nicht gleichzeitig individuell/lässig und ein wenig „schlampert“ sein  (manch Stuhl gehört eigentlich renoviert) und gleichzeitig mit den Orden des Mainstream werben!
Wenn man es aber doch kann und will, dann muss man sich aber bitte auch auf Dauer ein wenig  weiter entwickeln und darf qualitativ keine Schwächen zeigen, gell?

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Unser unveränderter Beitrag vom 29.10.08:

Endlich geschafft! Seit Über 1 Jahr versuchten wir hier – glücklos – einzukehren. Immer voll, immer ausgebucht, telefonische Vorreservierung klappte auch nicht, da entweder AB oder schon ausgebucht.

Immer wieder schlichen wir hier in der Gegend rum, denn das Bergkirchengebiet ist so schön anders als der Rest des uns oft viel zu mondänen Wiesbadens. Einmal durften wir schon mal rein lugen und vernahmen angenehme Geräusche in der Küche.

Nun sind wir einfach mal hingefahren, wochentags, abends. Wieder voll, aber an der kleinen Theke, ‘mitten im Fenster’ wurde uns ein Platz angeboten. „Erst will den immer keiner haben, aber dann decken wir den schön ein und die meisten finden es dann klasse„. Sagte uns der Besitzer. Und behielt Recht:

Wir aßen, genossen und bewunderten die vielen kleinen Teller mit aparten Vorspeisen, die vor uns auf die schmale Theke aufgetischt wurden. Wir plauderten immer wieder mit dem Wirt und seiner Frau, die routiniert und freundlich ihren Dienst verrichteten, ohne dabei all zu viel Hektik aufkommen lassen zu wollen.

Vom Ambiente (Einrichtung, Licht, Publikum, Stimmung der Gäste) erinnerte uns das Einhauser an eine Elsässische Weinstube. Überall wurde heftig eingeschenkt, die vielen offenen, gut ausgesuchten Weine fanden nicht nur unser Interesse. Wenn immer ich bei einer Flasche nachfragte, bekam ich sie hin gestellt mit der Aufforderung, ruhig mal zu probieren – fein, fein!

Das knappe Dutzend Vorspeisenhäppchen empfehlen wir ganz unbedingt mal zu probieren. Es kostet unter 20 € und reicht, falls man danach noch etwas isst, für zwei.

Selbstverständlich assen wir danach noch etwas. Ich zum Beispiel einen köstlichen Fischeintopf mit ganz feinen Ingredienzien, jeder Fischhappen ein Genuß und die Brotscheiben schön knusprig angeröstet. Meine Frau aß leckere Steinpilze mit Knödeln. Zumindest bis sie meine Suppe probierte ;)

Die Speisekarte (hier vom Mai)  ist mit schwarzer Tinte handgeschrieben und wechselt ca. monatlich. Wir bekamen das „Original“, was wir merkten, als vor uns heftig Gläser gespült wurden und es etwas spritzte :)

Das Essen gefiel uns richtig gut! Alles war 100 % gut gelungen und wirkte sehr solide. Keine Gourmet-Küche (die haben wir hier auch, trotz der diversen Feinschmecker-Aufkleber im Eingang gar nicht erwartet), keine Effekthascherei, alles genau richtig zubereitet, wie wir es halt aus dem Elsass kennen, um diesen Vergleich noch einmal zu bemühen.


Das galt auch für die gratinierte Sabayon mit Beeren, die uns schon gefiel, als wir in der fernen Küche den Schneebesen haben rhytmisch schlagen hören :)

Das Einhauser ist für uns eine ‘unserer’ beiden „Entdeckungen des Jahres’. neben dieser hier. Beide Lokale sind ungemein authentisch und bieten durchgängig hohe Qualität bei gut kalkulierten Preisen. Das mögen meine Frau und vl (das bin ich) und auch husky :) Genau so wie die vielen anderen Wiesbadener, die dafür sorgen, dass das Einhauser jeden Abend rappel.voll und ausgebucht ist…

Verfasst von: vlhusky | 19. November 2009

Adler Wirtschaft Franz Keller, Eltville

Aus aktuellem Anlass:

Alles was ich unten geschrieben habe, stimmt immer noch. Aber unsere 4 Sternchen „Große Klasse – immer wieder“gerne!“ haben mittlerweile etwas Glanz verloren. Hierfür gibt es für uns 2 Gründe:

Die Schilderungen anderer Gäste, auch hier auf QYPE, sind zu heterogen, zeigen doch deutliche Spuren von Überheblichkeit, Arroganz, Nachlässigkeiten. Das macht nachdenklich und da wir einiges davon auch schon erleben durften, macht es uns auch ein wenig traurig.

Und:

  1. entweder kleines oder großes Adleressen (keine Variation, je nach Hunger und Gusto an einem Tisch),
  2. mehr als 2 unterschiedliche Hauptgerichte pro Tisch kosten extra,
  3. Charolais-Rind nur im Rahmen des kleinen oder großen Adleressens,
  4. pro Tisch nur 1 Gesamtrechnung,
  5. Zahlung nur bar oder ec,
  6. „kleine Karte“ nur mittags und Sonntag gar nicht (:

… das sind ganz schön viele Bedingungen seitens der Wirtes gegenüber seinem Gast. Zum Einen muss man hier erst mal den Überblick behalten, zum Anderen sollte man das alles wissen, bevor man reserviert hat und gekommen ist und dann vielleicht verdutzt guckt. Aber wer sucht schon nach 6 Disclaimern, wenn man in einer Wirtschaft (sic!) auf Basis vieler Empfehlungen gut essen will?

Wir wollten unter der Woche abends zu sechst kommen und erfuhren nun, dass man bei dieser Personenzahl schon vorher angeben muss, was man möchte (großes oder kleines Adleressen). Das wurde uns nun langsam wirklich zu viel! Nicht nur Adlerwirte können ein wenig eigenwillig sein, auch vl und selbst der husky, wenn wir dazu so sehr angespornt werden! Wir beschlossen als, woanders einen schönen Abend zu verbringen. Was uns auch gelungen. Mit weniger Geld und durchweg freundlicher Bedienung ;)

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Unser Original-Beitrag vom 28.11.08:

Es gibt sie noch, die Küche der Vernunft. Schlicht, bürgerlich, aber mit königlichem Wohlgeschmack. Zum Beispiel in einem Rheingauer Wirtshaus“ schrieb Wolfram Siebeck irgendwann einmal im ‘Zeit Magazin Leben’.

Wirtschaft? Wirtschaft! Das mögen vl und auch husky und viele unserer Freunde und Bekannte.
Richtig gute Hausmannskost, z.B. ein saftiges, erstklassiges Schweinekotelett, jaaaawoll!

Die Adler Wirtschaft kommt meinem Ideal einer sehr guten, trotzdem schlichten Wirtschaft ziemlich nah:
Runde, Holztische, viele ohne Deckchen, nicht wirklich bequeme Stühle, kein aufdringlicher, aber aufmerksamer, flinker Service, der den richtigen (lokalen) Wein empfiehlt und diesen auch so lange nach schenkt, bis er mich fragt, ob er doch noch eine weitere Flasche für uns öffnen darf.

Die Gerichte auf der Karte klingen alle solide und nicht nach Luxus. Die Produkte dahinter sind aber oft von erlesener Qualität und sehr gewissenhaft zubereitet!

Hier zum Beispiel: Linsensalat mit gebackener Leberwurst von unseren Freilandschweinen „Bunte Bentheimer“ mit Schalottenvinaigrette – ein Gedicht! Super abgeschmeckt, ganz fein die Leberwurst  - unglaublich lecker und einfach.

Man isst bei Franz Keller abends entweder das „kleine“ oder das „große Adleressen“. Man?
Eigentlich beginne ich „man“ schon zu hassen, wenn ich nur diese Formulierung höre :( Aber, wie schon beschrieben, hier geht’s nicht um Gourmetküche, sondern man weiß schon sehr genau, was einen hier erwartet und deshalb kommt man ja schließlich auch ab und an mal wieder. Weil’s so schön und so lecker war. Geht nicht nur uns so. Meist ist das Lokal gut gefüllt und ohne Vorbestellung bleibt dann allenfalls der Tisch direkt am Eingang.

Wer nun nicht man heißt oder ist, hier kann (und sollte) man sich informieren, damit die Erwartung nicht getrübt wird. Schließlich kann man ganz schön Geld hier lassen, ohne Probleme. Qualität kostet halt, mein altes Credo!

So, nun flux wieder von man zu mir:

Über jeden Zweifel erhaben und quasi die schiere Lust in Fleischesform ist das doppeltes Charolais-Hochrippensteak für 2 Personen, z.B. mit Schalotten-Rotwein-Sauce und glaciertem Chicorée (genial, ganz leicht süßlich, schön sämige Sauce dazu) sowie einer Art knuspriger, kleiner Bratkartoffeln.
Wie ernst der gute Franz Keller dieses Stück Fleisch nimmt, kann und sollte man mal hier: ‘Von der Zubereitung’ nachlesen. nach dieser kleinen Lektüre versteht, glaube ich, jeder was ich meine ;)

Ach ja, der Wein: Die Karte (Auszug) bietet eine schöne Auswahl lokaler Weine und die von Bruder Fritz aus Oberbergen sowie eine klug zusammengestellte Auswahl interessanter deutscher und internationaler Gewächse.

Ja und irgendwann kommt dann das Dessert, für das nach einem „großen Adleressen“ nicht wirklich noch Platz ist… Aber ich muss ‘ihn’ Euch einfach zeigen:

Ist er nicht niedlich der Kleine? Wenn man ihn mit der Gabel anschneidet, fließt aus seinem Mündchen (sehe ich da nicht sogar eine kleine Zunge?) ein süßer, wohlschmeckender Inhalt, mitten in eine leckere, leicht aufgeschlagene Vanillesauce :)

Was bin ich froh, dass Franz Keller sich  vor vielen Jahren von seinen 2 Michelin Sternen getrennt hat und sich dann, über einen kleinen Umweg (Köln) zu uns, direkt gegenüber, auf die andere Rheinseite gesetzt hat. Luftlinie einige wenige Kilometer von uns. Leider fährt aber immer, wenn wir wieder diese gastlichen Ort wieder verlassen möchten/müssen, keine Fähre mehr, so dass es doch einige Kilometer mehr zurück bis nach Hause sind. Was nicht das Allerschlimmste ist. Das Allerschlimmste ist, dass der Fahrer nichts (bzw. nur wenig) trinken darf. Zumindest ist das dann das Allerschlimmste, wenn das Los mich getroffen hat, wie aktuell :(

Hier auf dieser Plattform die sich mit Reisen usw beschäftigt, habe ich viele meiner Beiträge und Fotos wieder gefunden die ich zum Teil so nur bei Qype veröffentlicht habe.“ schreibt Michael Z. aus Berlin (426 Beiträge).
Nichts gegen Kinkaa, aber: Wir sind ziemlich „geplättet“ und zwar über das Verhalten von QYPE! Wenn wir mal so überlegen, welche Unprofessionalitäten sich QYPE über die Jahre geleistet hat, war das einerseits sicher vorher zu sehen, das so etwas irgendwann kommen wird. Andererseits war es aber auch nicht wirklich vorstellbar. Zumindest wenn man QYPE quasi noch „aus der Gründerzeit“ kennt und daran daran denkt, welche Mühe der neue CEO sich nach der letzten massiven Verstimmung seiner User gegeben hat, seine (nicht zahlenden aber heftig für QYPE arbeitenden) „Kunden“  zu verstehen.
Klar, QYPE hätte uns nicht „fragen“ können, unsere Antwort wäre mehr als klar gewesen. Aber ist das nicht sogar ein Grund mehr, abgrundtief sauber darüber zu sein, was QYPE sich mittlerweile leistet? In der Abwägung Profit oder zufriedene QYPEr hat QYPE sich nun endgültig für Ersteres entschieden. Mindestens eine Nachricht an die User und ein klarer Quellenhinweis wäre angebracht gewesen (und sicher nicht zuviel verlangt, gell?!
QYPE sollte seine User mittlerweile kennen: Einerseits haben wir uns schon ganz andere Sachen nicht bieten lassen, andererseits bleibt uns hier, sozusagen „in die Ecke getrieben“ nur ein Mittel: Unsere Beiträge bei QYPE (und damit auch bei  kinkaa und wer-weiss-wo-noch) löschen zu lassen! Oder sollen wir alles „schlucken“? Was kommt denn noch?

Alle QYPEr sollten sich hier solidarisieren und absprechen, wie wir hier vorgehen!
Mehr Stimmen dazu auf dem passenden Forum und das ist
hier.

Nachtrag 20.11.:

QYPE hat mittlerweile wohl das Kompromissangebot gemacht, dass auf kinkaa nur 3 Zeilen sichtbar sein werden. Klickt man diese an, landet man auf QYPE selber.

Also: geht doch!
Was wirklich schade (und unprofessionell) ist: QYPE scheint über die Jahre nicht dazu zu lernen. Kein Fettnäpfchen ist klein genug, um ausgelassen zu werden :(

Verfasst von: vlhusky | 8. November 2009

Weingut Trenz, Geisenheim

Wir hatten uns sehr gefreut, endlich mal wieder auf die andere Rheinseite „rüber zu machen“, ein wenig in den Weinbergen zwischen den ganzen Spätherbst-Farben spazieren zu gehen und dann (lecker) ein zu kehren.

Nun ja: der Tag war mega-verregnet und trübe, mit klitze-kleinen Regenpausen. Eine davon nutzten wir für einen Kurz-Spaziergang, um dann (endlich ;) „einzukehren“, beim TRENZ, den wir schon lange mal kennen lernen wollten. Als Alternative zum Godatzel, den wir sehr lieben. Unser Gesamteindruck: leider so durchwachsen wie das Wetter. Aber mit Sympathie-Bonus (ganz im Gegensatz zu diesem scheußlichen Wetter):

Wenn man weiss, dass man hier hin will (der Trenz bekommt zur Zeit eine gute Werbung: „Gault Millau“:
„Weingut Trenz – Entdeckung des Jahres 2008“ sowie „Der Feinschmecker“: “Weingut Trenz. Unser
Geheimtipp aus dem Rheingau
„, findet man ihn leicht, aufgrund der Beschilderung. „Verirren“ wird man sich wohl kaum hier, in die kleine Schulstraße.
Ist man dann dort (großer Parkplatz hinter dem Haus, die enge Gasse lädt zum Parken weniger ein), findet man ein wunderschön renoviertes Weingut mit geschmacklich fein überlegter Innenausstattung: modern, stilvoll, wenig bürgerlich.spiessig. Trenz’ Ehefrau ist wohl Architektin. Ob der Wein und das Essen in der gemütlichen Weinstube genau so gut ist?

Die Speisekarte klein und fein, moderne, frische Winzerküche. Der Koch kommt aus der Nachbarschaft, von der Weinschänke Schloss Groenesteyn, Kiedrich. Da gab es eine ungaublich gute Rieslingschaumsuppe, die ich noch nie und nie wieder so gut gegessen hatte.

Einbildung oder Wirklichkeit? Auch hier eine fantastische Rieslingschaumsuppe, das Ganze für schlappe 3,50 €! Für mich ist eine gute Rieslingschaumsuppe das Gericht im Rheingau!

Wir probieren auch die Kürbis-Orangen-Cremsuppe (5 €), die wir hiermit ebenfalls sehr gerne weiter empfehlen wollen. Sie hatte eine schön cremige Konsistenz, eine gesunde Farbe, war fruchtig und das winzige Stückchen Speck von erlesener Qualität. Und natürlich schön knusprig :)

Weinmässig (Foto 2) hatten wir mittlerweile den Gutsriesling (wenig aufregend, aber  halt gut), einen Riesling Kabinett (fantastisch, eine Mundvoll Frucht, genau das richtige Maß an Rieslingsäure, eben nicht zu viel) und den Trabensaft (als Schorle) probiert. Drei Weine nach Wahl kann man für 4,50 € als Probierportion bestellen, das ganze auf einem netten Holfbrettchen, kommt gut!

Nun hatten wir also noch ein Glas. das im übrigen „Rot“ sein musste, für Frauchen. Wir probierten den Spätburgunder und, weil der uns so wie die meisten Spätburgunder auf dieser Rheinseite rein gar nicht zusagte, auch noch einen Trenz 2Two (0,2 l für ,50 €)  wouw: Shiraz, Merlot, Cabernet Sauvignon, das ganze in Barrique und aus Südafrika. Wie uns Frau Trenz (sen.) erzählte, ein Freund aus der Weinbauschule Geisenheim, der Herrn Trenz einen kleinen Weinberg in Stellenbosch geschenkt hat.

Zu den beiden Gläsern Rotweinen also ein rustikales Hauptgericht:

Bei unserem Flammkuchen Steinhaus (8,50 €) verwunderte uns zunächst der (viel zu dicke?) Brotteig-Boden. Dann durften wir feststellen: Der Teig war prima, zumindest an den Rändern auch schön knusprig, der Belag schmeckte sehr gut! Es handelte sich quasi um eine Art Camembert mit Preiselbeeren, aber eben nicht fritiert, sondern auf Brotteig, mit roten Zwiebeln und Schnittlauch. Sehr, sehr lecker und gehaltvoll, perfekt zu dem Südafrika-Wein!

Viel mehr versprachen wir uns aber von unserer Sauerkraut Bluwurst Quiche (7,80 €), die wir eigentlich zu unseren TRENZ 2TWO  vorgesehen hatten. Wir fanden auf der einen Tellerhälfte eine wenig stimmige Kombination Teig/Blutwurst/angedünstete Zwiebelchen und auf der anderen Tellerseite einen völlig trockenen Salat ohne Dressing!
Wir wunderten uns ziemlich und überlegten uns, ob wir mal nachfragen sollten, ob das wirklich Ernst gemein ist mit diesem „bunten Stro“h auf unserem Teller. Da aber unsere Bedienung schon die ganze Zeit wenig aufmerksam (geschweige denn auch nur eine Spur herzlich) war, hatte uns ein wenig die Lust verloren.

Alles in allem: nett hier, wir kommen auch wieder, wünschen uns aber einen Service, wie wir ihn von anderen Weinstuben auch kennen, nämlich herzlich und zupackend. Außerdem würden wir uns etwas anderes von der Karte aussuchen als Sauerkraut Bluwurst Quiche. Und noch ein paar weitere Weine ausprobieren. Um die beiden außerordentlichen Empfehlungen vom Feinschmecker und vom Gault Millau auch nachvollziehen zu können :)

Verfasst von: vlhusky | 7. November 2009

Weinhaus Bluhm, Mainz

Eigentlich ist dem wirklich köstlichen Beitrag von sherpa auf QYPE („Bedienungsanleitung einer Mainzer Weinstube“) nichts hinzu zu fügen, denn es sind 5 Zeilen, die alles sagen. Und trotzdem:

Das Weinhaus Bluhm hat eine eigene „Homepage„, die an Schlichtheit wahrlich nicht zu überbieten ist. Was halten wir davon? Viel! Denn: Die Homepage zeigt genau das, was es ist, nämlich eine ganz schlichte Weinstube in einem schönen Gemäuer in der Altstadt, abseits vom Trubel der Augustinerstraße, bei der man im Sommer auch draussen sitzen kann, auf der Gass und einen „Schoppe’ petze’“ kann. Was will man denn mehr? Also wollten wir schon seit langem hier hin. Als wir dann eines Samstagabends davor standen, zu viert, zögerten wir ein wenig und schielten gegenüber in die viel studentenmässiger wirkende Alternative. „Habt Ihr Angst rein zu kommen?“ sprach uns der Wirt, im Türrahmen stehend an. „Nee, habt Ihr denn auch noch 4 Plätze?“ antworteten wir. Ehe wir uns versahen, befanden wir uns in einem kleinen, heimeligen Gastraum und wurden, eng beieinander, an einen Tisch dazu gesetzt, an dem dafür alle noch ein wenig mehr zusammen rückten. Andere Gäste begrüßten uns ein wenig wie alte Bekannte, uns wurden dann noch kurz und knapp die Dauereinwohner hier vorgestellt und los ging’s:

Klar hatten wir Hunger. Es gibt eine kleine, sehr einfache Speisekarte mit Mainzer Handkäs, Spundekäs, Fleischwurst und ähnlichem. Nichts dagegen einzuwenden, ganz im Gegenteil. Auf derselben Karte standen noch so allerlei namenlose Schoppenweinwe im Glas und der Flasche und einiges höherwertiges aus der Gegend, alles feine Weingüter und Lagen – gut ausgesucht! Die Jahrgangsangaben stimmten alle nicht, es gibt Wichtigeres im Leben als andauernd Weinkarten neu zu drucken.

Zum Beispiel leckeren Spundekäs und Mänzer Wurstsalat. Diese waren 1a, besser als diese Handyfotos :) Die Portionen waren groß und hielten viele Gläser Wein durch (Gott-sei-Dank hatten wir einen Fahrer, der sich tapfer an seiner Traubensaftschorle fest hielt ;)

Der Wirt brauchte ein Weilchen um festzustellen, dass er uns nicht alles, was „mänzerisch“ ist genauestens erlätern muss. Nachdem geklärt war, dass wir seit vielen Jahren in Ingelheim wohnen (und davor auf der „anderen“ Rheinseite) wurde es wirklich interessant. Mehr und mehr sprach er uns (glasweise) Empfehlungen aus, wir tranken einen leckeren Riesling nach dem anderen, einen Schwarzriesling aus Nierstein, so wie ich ihn noch nie getrunken hatte, einen passablen offenen Spätburgunder (von der „anderen“ Rheinseite) etc. Wir unterhielten uns ausgiebig über meine Lieblings-Pfälzer (Markus Schneider, Thomas Hensel, Knipser, Phillip Kuhn), ich lernte so allerlei dazu und zwischendurch wurde wieder eine Kostprobe aus dem Keller geholt und 0,1-weise ausgeschenkt.

Hach war das ein netter Abend! Und vergleichsweise preiswert. So allerlei dazu gelernt hatten wir auch. Über Land und Leute, Winzer und ihre Weine und über uns. Was wir von diesem Abend gerne noch weiter geben möchten, ist die Homepage wein.gut – Junge Winzer erobern den Markt, die u.a drei sehr gelungene Winzerportraits enthält, nämlich von Markus Schneider, Hans Oliver Spanier und Klaus-Peter Keller. Und wo das Weinhaus Bluhm wohl irgendwie mitgewirkt hat. Guter Job!

Verfasst von: vlhusky | 23. Oktober 2009

Bed and Breakfast Settimo Cielo, Venedig

Welch ein Name für eine Unterkunft: Im siebten Himmel :)

Die Enter-Taste für die Web-Buchung zu drücken, fiel uns himmlisch leicht, so sehr hat es uns die auch sehr himmlische Homepage gemacht und so nett war der Mail-Kontakt verlaufen. Leider nicht ganz billig, an einem Spätherbstwochenende während der diesjährigen Biennale zahlten wir knapp 200 Euronen pro DZ für 2 Personen Nacht mit „Frühstück“. Wer bar zahlt, zahlt weniger, wenn er vorher fragt (!).


Das Problem fängt da an, wo man den siebten Himmel finde möchte, nämlich am Rande des schönen, bekannten C.llo Santo Stafano. Nirgendwo ein Hotelschild, ein Hoteleingang oder sonst was. Bei ganz genauem Hinsehen bzw Studieren der 2 Klingelschilder an diesem Wohnhaus, sieht man, dass die Untere für den Himmel und die Obere für das Bloom vorgesehen ist. Wir hatten dafür geschlagene 20 Min. und einen Anruf gebraucht. Dann wurde uns die Himmelspforte geöffnet. Endlich.

Innen ein enges, steiles, chic designtes Treppenhaus, überall die Farbe rot von der Homepage, dann, immer wieder, der Blick auf viele, liebevolle, kleine Details.

Die Zimmer alle sehr individuell, hochwertig eingerichtet, die Bäder einfach spitze, sehr modern und hochwertig ausgeführt, ein gutes Gefühl für Farbe und auch für Licht.

Kein Gefühl hatten die Betreiber des siebten Himmels für empfindliche Nasen: Im Frühstücksraum und auch überall sonst, selbst in den Schränken waren irgend welche Duftstäbchen mit penetranten Industrieduftnoten. Wir versuchten alles nach draußen auf die Fensterbank zu „verbannen“ und öffneten dieses Fenster die ganzen vier Tage nicht mehr. Trotzdem stank es so sehr weiter, dass selbst unsere Klamotten diesen Duft annahmen. Einfach ekelhaft einem zahlenden Gast so etwas zu zu muten!

Oben auf dem Dach eine traumhafte Terrasse, mit leiser Lounge-Musik, schönen Liegen, ein paar kleinen Tischen. Innen drin ein Leseraum, allerdings mit mehr als funzeligem Licht.

Zwischen dem -ten Himmel und der Dachterrasse ein weiteres b&b, das schon erwähnte bloom, vom selben Betreiber. Warum ein anderer Name? Das wäre ein anderer Abrechnungskreis. Klingt irgendwie schon fast „süd-italienisch“ (das eigentliche Wort fängt mit ma… an ;) ).  Die Zimmer auch hier, wunderschön, mit viel Liebe zum Detail gemacht, gleicher Preis. Diese Etage hat ein eigenes Frühstückszimmer.

Dort und bei uns moderne, quadratische Zweiertische, alles sehr steril und wenig gesellig oder gar kommunikativ wirkend. Das Frühstück: schlechter Kaffee, miserabler Milchschaum, schlaffe Brötchen, die ohne Salz gebacken wurden, Instant-Käse, Instant-Gebäck, alles einzeln abgepackt. Billiger O-Saft, die üblichen Müslis. Eigentlich eine Frechheit in dieser Preisklasse, andererseits völlig normal in Bella Italia.

Als notorische Frühaufsteher saßen wir schon vor 8 Uhr an einem der noch ungedeckten Tische, mit unserem Notebook und nutzen das kostenlose WiFi. Bis der Service kam und eindecken wollte. Jeden Tag eine neue Dame, alle wollten uns mit Vehemenz vertreiben, weil sie eindecken müssten, da gleich Heerscharen von Gästen kämen. Da wir wussten dass diese im allgemeinen nicht alle um 8:00 in der Früh gleichzeitig kommen und im Übrigen dieser Tisch „unser“ Tisch ist, verteidigten wir unsere Position und erlebten jeden Morgen eine einerseits hilflose (da nicht gut Englisch sprechende) italienische Servicekraft, die andererseits temperamentmässig kurz vor dem Ausrasten war und sich auch mal auf ziemlich ungeschickte Weise im Ton vergriff. Kurze Zeit später hörten wir aus dem Nebenraum (Küche), ein ebenso leidenschaftliches Telefonat mit, dass zwischen einem herzergreifenden Schluchzen und gleichzeitig ziemlich temperamentvollen Wutausbrüchen schwankte. Es ging dabei, so gut können wir dann doch Italienisch, nicht um uns. Gott sei Dank.

Für den hohen Unterhaltungswert solcher Ereignisse brauchten wir nicht extra zu zahlen, dafür meckerten wir auch weder über das schlechte Frühstück noch diese rätselhafte Gästevertreibung am frühen Morgen. Vielmehr behalten den siebten Himmel für zukünftige Venedigreisen in unserem Herzen, denn die Vorteile überwiegen ganz klar, mit dem Rest kann man sich irgendwie arrangieren. Selbst mit diesen blöden Duftstäbchen ;)

Verfasst von: vlhusky | 23. Oktober 2009

Ostaria Dai Zemei, Venedig

Die Vaporettos streikten (mal wieder), so dass wir uns mit unseren Koffern zu Fuß auf dem Weg vom Busbahnhof nach S. Marco machten. Was auch Spaß machte, aber, endlich in Italien, auch ein wenig Appetit und Durst.
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Diese kleine Ostartia erschien uns genau richtig für einen kleinen Zwischenstopp, einen ersten Spritz. Außerdem, und das war der eigentliche Grund für unseren Stopp genau hier (denn Spritz gibt’s quasi überall): hier sahen wir eine große Vitrine mit kleinen, knusprigen Brotscheiben, alle liebevoll und ganz unterschiedlich belegt. Das sah dann auch außerhalb der Vitrine auf unserem Tellerchen gut aus. Zumindest solange bis wir herzhaft zubissen ;)

Alle Belege himmlisch einfach und doch irgendwie raffiniert, dabei sehr italienisch. Wir sassen also eine geschlagene Stunde draussen, auf der Gasse, kauten, tranken, unterhielten uns und beobachteten, wer so alles vorbei kam. Alles sehr kurzweilig, denn es gab viel zu sehen. Die Gäste um uns herum blieben kürzer, sie hatten es wohl eiliger.

Wir mögen einfache Ostarien und einfache italienische Küche sehr. Vor allem, wenn es dabei ein umfangreiches Angebot ebenfalls sehr einfacher, aber leckerer italienischer Weine gibt. Und noch mehr:

Am Nachbartisch setzte sich ein Ehepaar mit 2 Halbwüchsigen, die sich in einer Sprache unterhielten, die wir nicht zuordnen konnten. Der männliche  Gast bestellte umständlich „einen Grappa“. Und dann ging’s los. Welchen? Ähm – wie „welchen“??? Ja, wir haben da xxx-Grappa, yy-Grappa, zzz-Grappy und auch noch … Amüsiert folgten wir dem Gespräch, voller Hochachtung, was diese kleine Ostaria so in ihrem Standard-Ausschank hat. Der Grappa kam dann auch prompt, nicht wie bei uns, pike fein in einem schmalen Gläschen, sondern in einem Wasserglas, eine ordentliche, nicht so genau dosierte Menge. Und er schmeckte köstlich, wie auch wir bemreken konnten, denn wir hatten mittlerweile auch einen probiert. Und blieben daraufhin noch ein wenig länger sitzen, damit der Grappa sich auch „setzen“ konnte. Ooooh – Bella Italia!!! :)

Verfasst von: vlhusky | 15. Oktober 2009

Pizzeria Bella Italia, Hörde, Dortmund

Just another Pizzeria @ Hörde?

Einfacher geht es kaum: ein kleiner, hoher Raum mit großem Fenster. Abends: Neonlicht, vor allem ‘hell’.

Vor dem Tresen: eine riesige Pizza&Pasta-Karte an der Wand, ein Kühlschrank, ein paar ‘Barhocker’ an einer (vermutlich) selbst gezimmerten Theke. Heller Boden, weiße Wände. Einfacher geht’s halt kaum, das war’s.

Hinter dem Tresen: Das übliche Equipment, was man als Pizzakoch so braucht. Vor allem diese mich immer wieder beeindruckende, schräg aufgestellte Teigwalzmaschine, die ich seit neustem immer wieder finde, eingestellt auf ‘klein und ‘groß’ für kleine und große Pizzen halt. Ein kleiner Nebenraum mit einer Spültheke. Säcke 550′er Mehl. Der kleine Raum nicht wirklich aufgeräumt. Mittelmässig sauber (augenzudrück ;)

Vor allem aber: Ein schlanker, flinker, freundlicher Pizzakoch, der in seiner routiniert-geschmeidigen Art glatt als Italiener durchgehen würde. Es macht wirklich Spaß ihm zu zu sehen. Und zu sehen, wie er mit Sonderwünschen umgeht. Mir gefiel die Belagzusammenstellung von der Calzone (heisst hier ‘Pizza zugeklappt) sehr gut, wollte aber keine Calzone. Also bekam ich sie (natürlich) als normale Pizza. Pizza zugeklappt aufgeklappt, sozusagen. Meine Pizza schmeckte gut!

Beim Warten zugeschaut, wer sonst so kommt und was sonst so passiert. Zu ersterem: Hier ist wirklich was los, die Pizzeria scheint beliebt zu sein. Und preiswert. Zu letzterem: es passiert eigentlich nichts, vor der Theke zumindest. Warten halt. Was aber auch was hat. Denn jeder weiß, worauf er wartet und das es sehr schnell geht hier, denn alle Zutaten sind 1a vorbereitet und in Griffnähe des Pizzakochs.

Zu meiner Eingangsfrage:
Neben dem O Sole Mio eindeutig mein Favorit @ Hörde, wenn ich auf dem Nachhauseweg Lust auf  einen gemütlichen Fernsehabend mit Pizza habe. Was mich zu einer zweiten Frage bringt: Warum heisst eigentlich fast jede Pizza O Sole Mio oder Bella Italia? Vermutlich aus demselben Grund, warum jede zweite Eisdiele auf den Namen Capri hört ;)

Meine Frage aller Fragen in Bezug auf neuzeitliche Pizzerien ist und bleibt aber, warum sie nicht mehr von Italienern sondern Pakistanis oder Indern betrieben werden?! Wobei mich in erster Linie mal interessieren würde, ob es eigentlich Pakistanis oder ob es Inder sind. Beim nächsten Mal traue ich mich, zu  fragen. Während ich warte. Vielleicht…

Verfasst von: vlhusky | 7. Oktober 2009

Auberge du Cheval Blanc, Lembach


Den Norden des Elsass finden wir außerordentlich reizvoll. Fernab der Touristenströme kann man herrlich wandern und findet viel Sehenswertes und Interessantes. Und man kann hier eigentlich (fast) genauso gut schlemmen, wie im Raum Colmar – Straßburg. Wobei ich es eigentlich noch reizvoller finde, in einem kleinen, unbedeutenden Dorf am Rande der Vogesen erst nach genauem Hinsehen einen (ich mag das Wort nicht) „Gourmettempel“ zu finden, der seines Gleichen sucht. Im Ort: wenig Menschen, fast keine Touristen. Ein paar völlig verschlamte Mountainbiker. In der Dorfkneipe ein Gewirr von Deutsch (mit Pfälzer Färbung) und Französsich (mit Elsässer Färbung). Alles an einem Tisch und völlig durcheinander. Nett hier!

Na klar, wir wussten ziemlich genau warum wir hierhin wollten (Marco Polo Highlight Auberge du Cheval Blanc: „Familie Mischler in Lembach ist seit Jahrzehnten ein Haus der verfeinerten bürgerlichen Küche“. Was, gelinde gesagt, eine unglaubliche Untertreibung ist! Wir fanden hier große französische Restaurantkultur in Vollendung! Eine Familie Mischler trafen wir nicht an, stattdessen Carole und Pascal Bastian, was alles ausführlich auf der sehr vollen, aussagekräftigen Homepage ‘en detail‘ erklärt ist. Und dem Guide Michelin 2009 1 Stern wert ist.

Von außen sieht die Auberge aus wie ein großer Gutshof. Vielleicht war sie das auch mal, denn zum Beispiel der Speisesaal (!) trägt seinen Namen zu Recht. Er ist riesig. Und trotzdem (vornehm) gemütlich. Ohne dabei altmodisch oder gar hausbacken zu wirken. Man betritt den Eingangsbereich und sieht durch eine große Glastür in die Küche. Dieser Blick alleine war der erste Genuss. Gratis. So eine Küche habe ich noch nicht gesehen. Dann kommt man über einen kleinen Salon in besagten Speisesaal.

Die (wenigen) Gäste einiges älter als wir, die Herren mit Schlips und dunklem Jackett. vl nicht. Das störte offensichtlich niemanden, fein! Die Kellner sehr fein gekleidet und erstklassig geschult. Auch hier wieder: Französisch (mit Elsässer Färbung) und deutsch (mit Pfälzer Färbung) – lustig ;)

Wir verbrachten im folgenden einen Abend, der uns aus dem Staunen und Geniessen nicht mehr heraus brachte – alles, wirklich alles war perfekt. Wir bestellten zwei mal das Menu Gourmand, das seine 75 Euro auf jeden Cent wert war. Dazu für jeden gang einen passenden Wein, denn das schien uns eben einerseits „passend“ und brachte uns nicht in Verlegenheit, den recht hochpreisigen Empfehlungen des Sommeliers folgen zu müssen. Was sicher auch nicht schlecht gewesen wäre, kein Zweifel.

Die Gänseleber Cheval Blanc, „exotischer Chutney“, Gel mit Gewurztraminer war eine Offenbarung! Die Alternative Gänseleber gebraten in Cannelloni mit Waldpilzen, schwarze Trüffel Emulsion schmeckte ebenfalls fantastisch nach Trüffel, wir fanden aber, dass die Gänseleber ein wenig „auf der Strecke blieb“.

Dann ging es weiter mit unseren beiden zweiten Gängen. Beides, wie auch alles andere, optisch ein Erlebnis, alles perfekt „à point“ zubereitet, die Saußenschäume zum dahin schmelzen, die kleine Farbtupfer auch geschmacklich ein Feuerwerk:

Gebratene Langustine, Lauch/Krustentieren, Jus mit Olivenöl

Gebratene Langustine, Lauch/Krustentieren, Jus mit Olivenöl

Wolfbarsch gebraten, karamellisierte Zwiebeln mit Apfelsaft, Nüsse und Trauben

Wolfbarsch gebraten, karamellisierte Zwiebeln mit Apfelsaft, Nüsse und Trauben

Kalbsbries und Kalbs „Filet Mignon“, Feigen mit Wein und Sellerie Creme

Kalbsbries und Kalbs „Filet Mignon“, Feigen mit Wein und Sellerie Creme

Rehkeulenüsschen „Fleckenstein“ version 2009

Rehkeulenüsschen „Fleckenstein“ version 2009

Dazwischen gab es ein „Zwetsche“ (hiesige Pflaume)-Sorbet, dass farblich wie Pflaume aussah und auch so schmeckte.

Das Dessert war, wie sollte es anders sein (wir waren schließlich mittlerweile gut vorbereitet), „wie gemalt„:

Schokolade : Ivoire-Himbeeren Mousse, Vanille/Kacinkoa, weisser Käse Sorbet und Milchschokolade

Schokolade : Ivoire-Himbeeren Mousse, Vanille/Kacinkoa, weisser Käse Sorbet und Milchschokolade

Zwetschgen : Croustillant und Kuchen, Milch und Zimt Sorbet

Zwetschgen : Croustillant und Kuchen, Milch und Zimt Sorbet

Mittlerweile hat sich der Speisesaal zu späterer Stunde doch noch gefüllt: An der Stirnseite nahmen 2 junge Herren und 14 junge Damen Platz. Kleidungsmäßig fühlten wir uns nun wohler (wir haben nun nicht mehr den Schnitt gesenkt :) ) und auch die Stimmung da drüben war etwas ausgelassener. Was der schönen Atmosphäre keinen Abbruch tat. Drüben nahm man dasselbe Menu wie wir und es war eine Freude, an zu sehen, wie laut- und reibungslos der Service auch in dieser großen Runde klappte. Wir fragten uns natürlich, was diese 14 Damen und zwei Herren hier hin trieb, was sie alle miteinander verband und noch einiges mehr.

Schlußendlich nahmen wir noch einen gar nicht so schlechten Espresso, der mit allerlei ganz fantastischer Schokolade und kleinen Gelee-Würfelchen serviert wurde. Jedes Stück/jedes Würfelchen eine kleine Sünde, die sich lohnte. Zum Kaffee dann wieder etwas sehr ungewöhnliches. Wir kennen Würfelzucker, Streuzucker, Hagelzucker, Puderzucker, … aber Zucker in dieser Form kannten wir noch nicht.

Verfasst von: vlhusky | 7. Oktober 2009

Gelateria Amorino, Strasbourg Centre

Schon von außen eine Augenweide, die kleine Gelateria Amorino in der kleinen Gasse kurz vor dem Haupteingang des Straßburger Münsters. Warme Farben, ansprechendes Design, zwei passend gekleidete, freundliche Menschen hinter der Theke, die ruhig und kunstvoll kleine oder größere Eishörnchen und Eisbecher zusammenschichten. Wobei wir direkt schon bei den beiden wesentlichen Punkten wären:

1. Das Eis hier – ein Traum: große Vielfalt, animierende Farben, wunderbarer Geschmack, wunderbar cremige Konsistenz. Das Ganze ohne Konservierungsstoffe und mit Milch von glücklichen Bio-Kühen. Man achtet hier auf erstklassige Rohstoffqualität und gutes Handwerk. Ich bin erstaunt, wie wunderbar kräftig und „rund“ z.B. das Mango- und das Passionsfruchteis schmecken. Und wie klar die Farben heraus kommen. Trotz „fehlender“ Aromen und anderer Zuschlagstoffe. Erstklassig!
Auch ausgefallene Sorten gibt es (natürlich!), über deren Sinn man streiten kann: wir assen eine Art Schokomousse-Eis auf Sojamilchbasis. Meine Frau fand es nicht so doll, ich fand’s klasse!

Und nun das, was wirklich besonders ist, hier im Amorino. Man kann es an den beiden Eis-Fotos ansatzweise erkennen. Was ich vorher noch nie gesehen hatte und wo ich mich frage, warum das nicht längst schon mal jemand „erfunden“ hat ist folgendes:

2. Die Spachtelei – einfach genial: Eise werden hier so in den Becher/das Hörnchen gespachtelt, dass man zu jeder Zeit Zugriff auf jede Geschmacksrichtung hat. Also nebeneinander statt übereinander - genial (einfach), nicht wahr?
Besonders deutlich wurde das, als ein Kind (mangels Geld, denn die Preise sind „gepfeffert“ hier) das kleinste Hörnchen bestellte aber nahezu jede Eissorte darin haben wollte. Die nette Dame hinter der Theke brachte das nicht aus der Ruhe. Sie baute das Eis wie eine Blüte auf und strich zum guten Schluss an den Rand der Waffel viele kleine, dünne, blütenblattförmige Schichten weiterer Eissorten dran.

Was für eine Eisdiele, was für Eise!
:) :) :) :) :)

Verfasst von: vlhusky | 7. Oktober 2009

Restaurant Au Pont Saint-Martin, Straßburg

Die Symbolik stimmt. Hier kann man essen und trinken. Und hier gibt es Flammkuchen vom Holzbrett. Neben vielem anderem.

Wir hatten uns dieses bekannte Restaurant ausgesucht, weil es nett aus sah. Und weil wir Appetit hatten. Und weil wir unsere stadtbummel-mässig „platt“ gelaufenen Füße ein wenig Ruhe gönnen wollten. Na ja gut, wir wollten essen und trinken :) Erst viel später lasen wir, was unser „Marco Polo Kulinarisch Reisen“-Reiseführer als „Insider-Tipp“ uns hierzu mitteilte:

Zwar gehen hier die Touristen ein und aus, dennoch hat das alte, heraus geputzte Fachwerkhaus direkt am Ufer der Ill seinen Charme. Wer keine spektakuläre Gourmetküche sucht und sich an dem abgeklärten Service nicht stört, der kann hier ordentlich essen, und zwar zu vernünftigen Preisen.
Dem haben wir übrigens nichts hinzu zu fügen. Eigentlich.


Na ja gut:

Der „abgeklärte“ Service trug diese Bezeichnung, so fanden wir, zurecht, trotzdem möchten wir auch gerne festhalten, er brachte alles in kurzer Zeit und versah seinen Dienst tip-top. Auf die abgeklärte Art halt ;)

Da wir genügend Zeit mitgebracht hatten und im übrigen auch schon recht abgeklärt waren, bestellten wir erst einmal ein Bier, das wir gerne weiter empfehlen möchten. Es hört auf den Namen Grimbergen Blanche („blond“) und gehört zu der Kategorie (belgisches) Trapistenbier. Wer nur an deutsches Reinheitsgebot denkt und eine ganz klare Vorstellung davon hat, wie (deutsches) Bier zu schmecken hat, wird hiermit vielleicht nicht glücklich. Wer gerne obergäriges Bier trinkt, ein bisschen experimentierfreudig und „welt offen“ ist und im übrigen einen ordentlichen Durst hat, dem wird das Grimbergen Blanche vielleicht genau so gut schmecken wie uns. Oder wie z.B. Paul in seinem ‘a good beer blog‘ (was es alles gibt ;)

Wir orderten es jedenfalls hiernach noch häufiger, an anderen Stellen im Elsass, wenn uns nicht nach Wein zumute war.
Irgendwann kam dann auch unser Essen. Wir hatten einen vegetarischen Flammkuchen (mit etwas Salat) bestellt und eine gebackenen Munster-Käse, ebenfalls mit Salat. Der Flammkuchen war in Ordnung (wie überall hier in der Gegend), aber nicht wirklich aufregend. Und irgendwie nicht knusprig genug. Vermutlich gibt es in Straßburg Stellen, wo er besser ist. Der eingepackte Munster-Käse war allerdings eine wahre Freude. Er schmeckte ganz vorzüglich, wie auch der kleine bunte Salat und das alles zusammen mit diesem Grimbergen Blanche beschäftigte uns eine Weile und machte uns auch angenehm satt.


Zu guter letzt kamen dann, zusammen mit der Rechnung, ein paar niedliche kleine Tütchen, auf die außen ein kleines Federvieh gemalt war und innen drin war etwas ganz, ganz leckeres, süßes, Schokoladiges. Auch fein :)

Gut gelaunt verließen wir das Au Pont Saint-Martin, stürzten uns wieder in den wochentäglichen Nachmittagsrummel in Straßburg und sahen wenige Minuten später das Lokal noch einmal von einer anderen, ebenfalls sehr schönen Seite :)

Verfasst von: vlhusky | 5. Oktober 2009

Hôtel Restaurant à l’Ami Fritz, Ottrott

Ist er nicht ganz reizend, der Kleine? Und so „animierend“! Wir beschlossen sehr schnell, dass Fritz, Bib, vl und auch husky Freunde werden.

Dazu gibt es auch allen Grund, denn im malerischen Ottrott ist dieses wunderschöne Natursteinhaus „eine feste kulinarische Bank„, wenn es um Elsässer Küche geht!

Wir empfehlen die „Winstub“ oder, bei gutem Wetter, die wunderschöne Terasse, wo man gut geschützt unter dem Dach eines alten Baumes sitzt. Das Restaurant probieren wir sicher beim nächsten Mal. Zunächst einmal träumen wir von dem wunderbaren, lauwarmen Spanferkelsalat (ja, so etwas lieben wir!). Und von den hausgemachten Hechtknödeln mit Flusskrebsfüllung, die eigentlich zu der Restaurantkarte gehörte, uns aber (natürlich) trotzdem serviert wurde. Zusammen mit allerlei (Weiß!-)wein aus dem eigenen Weingut und einer reichhaltigen Karte mit (na klar: überwiegend) französischen Weinen.

Gute Menüauswahl, auch Passendes für Kinder, alles schön unkompliziert, exzellentes Essen (und guter Service) sind hier selbstverständlich – wie schön!

Die Hotelzimmer sind prima, wenn es mal zu voll ist, gibt es eine Ausweichmöglichkeit wenige hundert Meter den Berg herunter, im „Aux chnats des Oiseaux“, das dem selben Besitzer gehört.

Verfasst von: vlhusky | 19. September 2009

Pizzeria Capri, Ingelheim

Original italienischer Pizzabäcker‘ – klingt gut!

Ganz einfache Straßen-Pizzaria in Ober-Ingelheim mit Bringservice, kam bis vor einiger Zeit immer pünktlich (und, für Italiener doch eigentlich eher ‘untypisch’: die Prognose, wann sie gebracht wird, stimmte fast immer!). Mittlerweile dauert es oft 1 Stunde, so viel haben die im Capri zu tun. Sehr nette Leute, faire Preise, wir lassen uns gerne abends von denen Pizza nach Hause bringen.

Dieses Jahr ist die Pizzeria Capri zur „besten Pizza Deutschlands“ gekührt worden. Bei aller Liebe, das konnten wir zunächst nicht glauben. Aber, es stimmt! Glückwunsch, Francesco Lalazzo! Wir freuen uns. Und hoffen, dass in Zukunft auch unsere Pizza immer „mit Liebe gemacht“ ist.

Seitdem ist die Speisekarte kräftig erweitert worden, es gibt vieles neues, spannendes und das gefällt uns gut. Wir wünschen uns auch so eine prima Pizzeria „unter der Woche“ bei uns in Dortmund Hörde, entdecken diese aber beileibe nicht. Wehmütig geben vl und auch husky daher 4*: Gefällt uns gut – empfehlen wir gerne weiter!

Verfasst von: vlhusky | 12. September 2009

Restaurant Platia, Wiesbaden

platia – Griechisch – mediterrane Küche. So steht’s auf der Karte.

Wir saßen samstags mittags an einem schönen, noch warmen Septembertag zu viert draußen an einem Tisch. Nachdem wir von einem sehr freundlichen Griechen empfangen wurden. Der uns dann erst einmal 2 Flaschen Wasser brachte und uns erzählte, was alles nicht auf der Karte steht. Ui, ui, ui, das klang alles sehr interessant und wir hatten den Verdacht, dass es ganz lecker wird. Das klang alles gar nicht so, wie bei den diversen Griechen, die man landein landab so findet, sondern als ob man hier nicht nur klassische d.h. bodenständige Speisen bekommt, sondern feineres. Was die Lage hier  auch vermuten lässt, denn die Mieten sind mit Sicherheit hoch. Dafür war der Restaurant aber, wie so immer, wenn ich hier vorbei komme, schlecht besucht. Außer uns waren noch 2 Gäste da, während es sich schräg gegenüber beim Vapiano ziemlich tummelte. Uns war’s egal.

Wir bestellten so allerlei das uns empfohlen wurde und auch von der schönen Speisekarte. Mich interessierten, wie immer, (auch) die Weine und da gab es einige Überraschungen. Denn neben dem, was es bei jedem Griechen landein landab gab, fand sich auch einiges interessantes. Neben einigen, wenigen deutschen Weinen (z.B. ein ganz hervorragender eco vin von Battenfeld Spanier aus der Pfalz) überwiegend griechisches. Da hat man sich wirklich Mühe gegeben. das was ich probierte, überzeugte mich.

Das Essen war alles tadellos, es kam schön (fein) angerichtet auf geschmackvollem weißen, hochwertigen Service, die Portionen nicht zu viel und nicht zu wenig. 3 Gerichte möchte ich erwähnen: Die Scampis (Vorspeise) in einer Ouzo-irgendwas Sauce hatten waren sehr lecker. Die Sauce gefiel mir nicht. Sie hatte weder eine ansprechende Farbe, noch Konsistenz. Vielleicht passt es auch einfach nicht, ausgelöste, schön angeschmorte Scampis mit Sauce zu übergießen.
Die Baby-Octopusse, gegrillt, waren hingegen eine Offenbarung! Butterzart und mit feinen Röstaromen – zum reinlegen! Der Kellner erzählte mir stolz, das wäre eine Frage der Qualität der Ware und man müsse eben genau den Garpunkt finden. genau so ist es. Hier scheint der Koch wirklich zu wissen, was er macht.
Dann das Dessert: eine Triologie von Halbgefrorenen (Parfaits), darunter Holunder und Mohn, etwas mit Birne, dazu fein geschnittene, leicht karamelisierte Birnenscheiben – ein Traum!

Alles in allem leer aber gutes Essen. Der Stil der Inneneinrichtung ist mir viel zu kühl und zu sehr „auf chick“ gemacht aber das ist halt (wie so vieles) irgendwie Geschmackssache. Was uns nicht gefiel: dafür dass wir 4 quasi „2/3 der anwesenden Gäste“ ausmachten, dafür hat vieles viel zu lang gedauert. Den freundlichen Kellner hätten wir gerne häufiger gesehen, denn dann hätten wir nicht immer rein laufen müssen, wenn wir noch etwas Wasser oder Wein bekommen wollten ;)

Alles in allem also: 3*: Gefiel uns gut – empfehlen wir gerne weiter! Wenn wir mal wieder kommen und es ist viel voller (und damit sicher auch gemütlicher), wenn dann der Service auch noch besser ist, dann lassen wir sehr gerne noch ein weiteres Sternchen dort :)

Verfasst von: vlhusky | 5. September 2009

Kneip-aurant Zeitlos, Innenstadt-Ost, Dortmund

Zeitung lesen mit Kaffee? Ein Stück Kuchen auf der Terrasse? Oder doch ein Rumpsteak am Abend? Im Kneipaurant von Christiane Hövener und Susanne Hahn geht alles. Und noch ein wenig mehr: Die moderne Optik lässt es zwar kaum vermuten, aber das Zeitlos wartet als nostalgisches Gimmick auch mit zwei Kegelbahnen auf.“ – so empfielt PRINZ.

Das Zeitlos schimpft sich „Kneip-Aurant“ (und hieß wohl vorher Troog). Angeblich gibt es hier (regelmässig) Bollywoodabende. Bei den Bollywoodabenden wird in einer Hälfte auf einer Leinwand der Film gezeigt (natürlich umsonst, man zahlt nur für Essen und/oder Getränke). In der anderen Hälfte geht der Betrieb auch für „Nicht-Bollywood-Liebhaber“ weiter. Es gibt die normale Speisekarte und halt auch eine Bollywoodkarte extra für diesen Abend. Und alle müssen indische Musik hören, ob sie wollen oder nicht ;)

Wir waren an einem Samstag spät nachts auf einen Absacker dort. Nachdem wir uns (u,a,) mit Bob Geldorf bei „Schluss mit lustich – Dortmund gegen Nazis“ amüsiert hatten.

Wir fanden hier im Zeitlos eine typische „Absacker-Atmosphäre“ vor: zwei kleine Grüppchen an der Theke, eine Einzelperson an einem anderen Tisch im Raum, alle wirkten so, als ob sie
a) schon eine Weile hier saßen und
b) als ob sie auf ihren Stühlen festgenagelt wären.
Bis auf den alleine sitzenden (und uns) schien man sich zu kennen. Wir tranken zwei (köstliche!!!) frisch gezapfte Hövels und liessen uns dabei gaanz viel Zeit. Redeten ein wenig mit der Gastgeberin, die ziemlich viel hinter der Theke rum sprang und abwechselnd neue Getränke zapfte und dabei schon ein wenig „klar Schiff“ machte. Gleich zu Anfang frage man uns, ob es uns störe, dass hier geraucht würde (nein, nach dem tollen Konzert störte uns gar nichts! Andererseits – das Zeitlos ist doch keine Raucherkneipe, oder?). Wenn uns überhaupt etwas „störte“ hier, dann war es dieser schick gestylte Coca Cola-Kühlschrank gefühlte 2 cm neben uns, der ziemlich vernehmlich vibrierte und rumorte.

Wir fanden es insgesamt nett in dieser hell und freundlich eingerichteten Kneipe, es lief ganz astreine Musik von CD, die nahtlos an Bob Geldorf und die Zeit von den Boomtown Rats (bis heute) anknüpfte. Viel Nostalgie an diesem Abend. Unser erstes Hövels ist auch schon eine gefühlte Ewigkeit her ;)  Zeitlos? Zeitlos!

Wir erinnerten uns, dass wir vor Wochen beschlossen hatten, mal ins Zeitlos zu gehen, weil es hier auch eine nette, kleine Speisekarte gab, zahlten und verliessen dieses Kneip-Aurant in dem Gefühl demnächst mal am frühen Abend wieder zu kommen.

Verfasst von: vlhusky | 5. September 2009

Eisdiele Kuhbar, Dortmund Hörde

Eindeutig kultverdächtig – wenn es/sie nicht schon Kult wäre! War zumindest gesternabend mein Eindruck. Denn hier war ganz gut „Betrieb“…

Was vl und auch husky so gut gefällt ist allerlei:

Zu allererst gefällt, dass es hier mal eine Eisdiele gibt, die so anders ist als alle die vielen Italiener, bei denen man manchmal das Gefühl hat, dass viele von ihnen untereinander völlig austauschbar sind. Hier hingegen ein nettes, pfiffiges, ganz einfaches Konzept, bei dem nur sehr wenig zu einem professionellen „Branding“ fehlt. Aber es ist hausgemacht, gut überlegt, überhaupt nicht „überdreht“, sondern (charmant) bodenständig, mit viel Witz und Originalität!

Diese drei Eissorten habe ich bisher probiert: Campari Orange, Haselnuß, Scho-Kuh-lade. Das Campari Orange schmeckt genial, aber auch die „klassischen“ Eissorten sind 1a! Alles selbst gemacht, auch die Saucen. Das ganze pfiffig serviert und im Übrigen auch nicht besonders teuer. Und: nette Crew hier!

vl sein Fazit: 4 bis 5 vlhusky-Sternchen gibt locker aufgerundet und eiskalt 5 Sterne und das heisst: „Kaum zu toppen, was ganz Besonderes!“ Und dazu stehen wir und freuen uns, dass wir abends von zuhause bis hierhin nur schlappe 5 Min. Fußweg haben. Und den mag auch husky!

Verfasst von: vlhusky | 5. September 2009

Weinhaus H. Hilgering, Innenstadt-West, Dortmund

Prolog:
Vielleicht war es ja ein seltsamer Tag, an dem wir das Weinhaus Hilgering (endlich mal) aufsuchten (nachdem es uns seit Monaten von allerlei lokaler Prominenz ans Herz gelegt wurde). Der 5. September stand in Dortmund im Zeichen von „Schluss mit lustich!“ und gegen Mittag gab es diverse Demos, allerlei schwarz gekleidete Grüppchen und Gruppen, die teils völlig harmlos, teils grimmig in die Gegend guckten und (viele mit Bierflaschen) durch die Stadt liefen. Die (vergleichsweise) wenigen Rechtsradikalen hatte ich nirgendwo gesehen. Man hatte ein wenig Sorge, dass gleich etwas passierte. Was dann leider auch geschah. Aber quasi im doppelten Wortsinn ;)

Beitrag:
Obwohl der Inhaber sorgenvoll nach draußen guckte und zusammen mit seinem Kollegen laut überlegte, ob er seine Reklametafel lieber rein holen solle (schließlich gäbe sie ein prächtiges Wurfgeschoss ab, das er nicht so gerne von außen in sein Schaufenster fliegen sähe), bot er uns sogleich Unterstützung und Beratung an. Diese glaubten wir aber nicht zu brauchen, denn, oh Freude!, wir fanden in seinem Geschäft so ziemlich alles was wir kennen und lieben, aus Rheinhessen, der Pfalz, der Nahe und dem Rheingau. Heissa – hier fühlten wir uns sofort zu hause!
Die ganzen ausländischen Weine mit Rang und Namen ließen wir links liegen, das ganze (unserer völlig unmaßgeblichen Meinung nach) spiessige, weinselige Innere, das uns bisher davon abgehalten hatte, das Weinhaus Hilgering zu betreten, nahmen wir nicht mehr wahr und wir überlegten, ob wir uns hier auf die Schnelle quasi ein kleines Abbild unseres Weinkellers von zuhause („Roihesse„) zusammen kaufen sollten. Für unser kleines Dortmunder Appartement. Da wir hier aber 1) keinen Weinkeller haben und 2) mittlerweile auch in Dortmund so allerlei gute Wein-Quellen (sic!) kennen, blieb es bei der einen Flasche, die wir als Geschenk und Mitbringsel kaufen wollten, einem Cuvée von unserem Lieblingsweingut (eines von vielen Pfälzer Lieblingsweingütern) Knipser aus Laumersheim, dem „Cabernet & Co„.
Das Geschenk wollten wir noch ein wenig „ausstaffieren“, konnten uns mit den vorrätigen (spießigen, weinseligen) Geschenkpapieren nicht anfreunden. Unsere Bitte nach einem (oder zwei) kleinen, farbigen „Bändchen“, um den Flaschenhals geschlungen, wurde mit einem knappen und klaren „nein, das sieht gewollt und nicht gekonnt aus!“ eine Abfuhr erteilt. Wir zahlten und zogen mit unserer völlig „nackten“ Flasche von dannen…

Epilog:
Ich mag die Dortmunder. Unter anderem wegen ihrer Art die Dinge klar auszudrücken.
Und ich mag auch „meine“ ganzen rheinhessischen Winzer, denen so ein Satz nie über die Lippen kommen würde, bei ihren Kunden  ;)

Verfasst von: vlhusky | 4. September 2009

Hexenkessel, Innenstadt-West, Dortmund

Endlich fündig geworden…

… auf der Suche nach „der“ (optimalen) Currywurst – und zwar hier: im Hexenkessel, quasi gegenüber vom Dortmunder „U“ , am Rande des beliebten Kreuzviertels.

Ist das nun ein Imbiss oder eine Kneipe oder was? Imbiss, weil es alles das gibt, was es dort geben sollte. Und weil es hinter der großen Theke so aus schaut, wie in einem Imbiss. Kneipe, weil hier viele (und auch wir) lange sitzen bleiben. Nachdem wir uns ein leckeres Brinkhoff´s No.1 aus dem Kühlschrank geholt hatten. Es gibt ein paar Tische, auch große und es ist so gemütlich wie in einer guten Eckkneipe. Und es gibt auch einiges zu sehen, z.B. die originelle Speisekarte oder der Preis für die beste Currywurst.

Wegen der wir ja gekommen sind. Sie wird (wie alles) ganz frisch zubereitet. 15 Min. Wartezeit und 1 Brinkhoff’s No. 1 weiter wird sie dann zerteilt (und zwar nicht, wie ich hier in Dortmund so oft gesehen habe mit einer Haushaltsschere) und mit köstlich duftendem „Kesselketschup“ und so viel feurig-fruchtigem Curry, wie man vorher angegeben hat. Wenn man „scharf“ mag, kann ruhig „Körperverletzng“ nehmen. „Töten auf Verlangen“ ist allerdings nur für die ganz Harten, würde ich dann doch nicht mehr empfehlen. Die Currywurst ist wirklich richtig gut!
Dazu nahmen wir einen Teller Fritten „7 mm Feinschnitt“ und auch die: erstklassig (außen gleichmässig knusprig, innen schön saftig, gar nicht fettig, gut gesalzen, 1a Majonaise)

Was wir nicht nahmen, aber wo wir stundenlang mit großer Freude zugeschaut haben:
Die Burger sind riesig, werden ganz frisch durch den Wolf gedreht und schön langsam auf dem Grill gebruzzelt.
Die Schnitzel werden zwar in heissem Fett fritiert, dann aber richtig gut auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Die Salatbeilagen werden frisch angefertigt und sind nicht vorgefertigt. Das Ganze passiert alles sehr sorgfältig, vielleicht ein bisschen umständlich, auf keinen Fall „auf Effizienz getrimmt“, also, noch mal: man braucht etwas Zeit aber man bekommt auch ein gutes (Geschmacks-)erlebnis dafür. Und gute Stimmung gratis :)

Und man sieht, wie viel Arbeit das alles ist, wenn man zu zweit bis zu 11 Stunden schuftet, Einkauf etc. nicht mitgerechnet. So gesehen sind die Preise richtig billig. Die Pommes (Verzeihung: Fritten!) für 1,50 – wir wären alleine davon schon satt geworden!

Wir fanden es richtig klasse hier im Hexenkessel und finden auch, dass man sich von hierher ohne Probleme weiter ins Dortmunder Nachtleben (s.o.) stürzen kann. Leider nicht umgekehrt, denn nach 11 Stunden Arbeit (s.o.) können die beiden Damen, die den Hexenkessel betreiben, sicher nicht mehr auch noch die Nacht durch machen ;)

Daher geben wir alle unsere 5 *: Ganz große Klasse – sicher kaum zu toppen, etwas ganz Besonderes!

Verfasst von: vlhusky | 26. August 2009

Restaurant Roomers, Bahnhofsviertel, Frankfurt am Main

Liest sich gut, was ay1965 auf QYPE zum Roomers geschrieben hat. Auch von anderer Seite wurde uns dieses Restaurant empfohlen und so zogen wir fünf hin, an einem lauschigen Sommerabend, mit Reservierung.

Von außen unscheinbar, von innen extravagant. Einerseits vermittelt uns die Homepage ein gutes Gefühl für Stil und Geschmack, andererseits, als wir da waren, empfanden wir Formen und Farben eher als schwer und schwülstig.

Auch sonst haben wir vieles ganz anders empfunden als ayi1965. So unterschiedlich kann man dasselbe sehen:

Wir haben kein teures Fahrzeug und haben Paul nicht gesehen. Auch wir wurden supernett an den Tisch gebracht, fanden aber  z.B. die vielen „Monsieurs“ als „etwas“ steif. Auch dass der Kellner mir bei jeder Ansprache (von hinten) sanft die Hand auflegt, das hatte ich bisher nirgendwo vermisst. Und das wird auch mit Sicherheit so bleiben!

Die Speisekarte gefiel uns umwerfend gut, allerdings empfanden wir die Preise als „recht hoch“. Vielleicht waren wir schon zu lange nicht mehr in einem Lokal dieser Kategorie in Frankfurt unerwegs, vielleicht, und da waren wir uns untereinander einig, sollten aber Preise wie bei Sterneköchen dann auch durchgängig (!) Sterne-Qualität haben.
Ja, die Weinkarte ist wirklich gut sortiert, was ich aber bei solch einem Lokal auch nicht anders erwarte. Der Schwerpunkt der Karte lag auf recht teuren Franzosen (Flaschenpreise von ca. 40 bis 3.980 Euro, bei den Weinen, die wir kannten, war gegenüber Ladenpreis der Faktor 3 … 4 aufgeschlagen).

Vorweg gab es leckeres Brot, ein Schälchen Olivenöl und zwei leckere Salze. Das fing also gut an!
Dann: die „Coconut lemongrass soup spicy with tiger prawn“ für 12 Euro schmeckte köstlich und war von einer wunderbar schaumigen Konsistenz.
Das „Black Angus carpaccio with Rocket salad, Parmesan & truffle oil“ für 22 Euro fanden wir recht teuer und das sehr gute Fleisch hätte das teure Trüffelöl sicher gar nicht gebraucht.
Die Steaks hier im Roomers sind, da geben wir ayi1165 recht, von ganz hervorragender Qualität. Womit wir das Fleisch an sich und auch die Beilagen meinen. Was wir als „medium rare“ bestellt hatten (natürlich!), kam auch medium rare und zwar exakt. Das fanden wir einerseits ganz große klasse, andererseits aber bei diesen Preisen auch wieder notwendig. Es gibt hier wirklich vielerlei Fleisch, ganz unterschiedlich zubereitet, viel interessanter als in den meisten Steakhäusern. Allerdings: alle unsere Steaks hätten deutlich (!) weniger Salz vertragen können (und das sagen wir, obwohl wir eigentlich nicht geizig/empfindlich diesbezüglich sind). Entgegen ayi1165 sind wir aber der Meinung, dass es „dem Geschmack von amerikanischen Steakhäusern“ gar nicht gibt, sie sind zu unterschiedlich, zumal in USA versus dem Rest der Welt.

Mal abgesehen von dem „handauflegen“ fanden wir im Roomers den Service ziemlich durchwachsen. Bei einer dreiviertel vollen Terrasse (innen saßen nur wenige) und vielen, vielen Kellnern, mussten wir uns oft ziemlich deutlich bemerkbar machen, wenn wir noch eine Flasche Wasser nachbestellen wollten. Auch mussten wir z.B. auf die Eiswürfel zur Cola geschlagene 20 Minuten warten. Und vor allem: Wir hatten einen Allergiker bei uns. Daher hatten wir darum gebeten, ein Gericht „ohne alles“ zu bringen und erklärt, warum. Das Gericht kam dann, aber „mit allem“. Als wir das reklamierten, fing der Kellner an zu diskutieren. Erst als wir ihn daran erinnerten, was ein allergischer Schock ist, nahm er das Gericht zurück. Ein unglaublicher faux-pas! Wir fanden die Küche als insgesamt wenig flexibel.

Alles in allem traf das Romers unseren Geschmack nicht so sehr wie den von ayi1965 (und seinen russischen Gästen). Wir stimmen aber gerne bewe zu und finde auch, dass es vermutlich eine der schönsten Terrassen Frankfurts hat. Vor allem abends, wenn sich die ganze Nachbarschaft in der Glasfassade spiegelt und wenn man die ganzen Designer-Möbel mag. Und die sehr, sehr chicken Gäste :)


Das Roomers ist nicht unser Fall. Wir können es nicht wirklich weiterempfehlen, gönnen ihm und allen anderen „Innlokalen“ aber seine Fans. Im übrigen können wir uns auch dem Kommentar von Francesco bei QYPE schmunzelnd anschließen ;) Von uns gibt es aber leider nur ein 2*: Gefiel uns ganz gut –  müssen wir aber nicht wieder hin.

Verfasst von: vlhusky | 22. August 2009

Ristorante Italiano Como-Lario „Da Bruno“, Altstadt, Mainz

Unscheinbar, schlicht, immer proppe-voll (im Sommer vor allem draußen, in der belebten Fußgängerzone). Einfache, klassische italienische Küche gut gemacht. Flinker, aufmerksamer Service, der Chef begrüßt und verabschiedet selber. Die Kellner alle und immer ganz „klassisch“ in weißem Hemd, weißem Jackett, schwarzer Hose.

Die Speisekarte etwa so, wie man das kennt, wenn man in Italien unterwegs ist. Es gibt alle „Klassiker“ der bekannten italienischen Küche und einiges, was wir besonders mögen, aber oft nicht kriegen. Zum Beispiel den Vorspeisensalat mit den dicken Bohnen, dünn geschnittenen Zwiebelringen und Thunfisch. Das Ganze mit Essig und Öl – hmmm: Bella Italia! Dazu ein Glas frischer Frascati, wir finden so was einfach (&) perfekt, lehnen uns zurück und lauschen dem lebhaften Treiben der Gäste die kommen und gehen, der Kellner, der Gespräche an den Nebentischen und fühlen uns wirklich ein wenig wie in Italien.

An den abschließenden Grappa ‘auf’s Haus’ kann ich mich irgendwie nicht erinnern… Wir werden daher wohl mal wiederkommen müssen :-)  :-)  :-)

Verfasst von: vlhusky | 2. August 2009

Restaurant Landau La Menta, Hörde, Dortmund

Beim Joggen durch DO-Hörde entdeckt – endlich mal ein eher jugendliches Lokal in warmen Farben, mit interessant klngendem Namen. So wie es vielleicht nicht unbedingt hierhin „passt“, aber wie wir es suchen – passt zu uns. Sozusagen ;)

Ja, Durst und Hunger und gemütlich mit netten Leuten zusammen sitzen, in einem der schönen, großen Räume. Oder auf der Terrasse, hinten raus. Das Schöne daran: Auf der Suche nach einer Location, wo ich am nächsten Sonntag mit Freunden lecker brunchen kann, freute ich mich, auf meiner Spontan-Joggingroute genau dieses Landau „entdeck zu haben“! Flux in QYPE nachgeguckt – o.k., nix bedenkliches (conqui und aibao hatten vermutlich mit Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen?!)

Dass hier Trauercafés an erster Stelle des Angebotes stehen, finden wir irgendwie traurig, haben uns aber erklären lassen, dass das hier (im Pott) woh üblich ist.

Das Landau hielt von Innen, was es von außen versprach. Auch die anderen Leutchen, die hier so brunchten, als ob sie nie was anderes gemacht hätten, strahlten die Ruhe aus, die wir uns gewünscht hatten, für diesen Sonntagmorgen.
Und das (mediterrane) Brunch-Buffet sah auch gut aus! Es gab alles, von knusprigen Brötchen mit Marmelade bis zu mediterranen Fleisch- und Fischgerichten. Die einfach simplen, aber immer wieder guten Feigen in knusprigen Speck gewickelt, liessen in mir den Wunsch aufkommen, den (wirklich langweiligen, in einer Thermoskanne gebrachten) Kaffee stehen zu lassen und einen Blick in die Wein- (Getränke!)karte zu werfen. Mir gefiel der Mas Comtal D.O. (Merlot) „… ein Spitzenwein, der zu den 3 besten Rosés Spaniens gehört. Intensive Farbe, Bukett und Aroma von Erdbeeren, jedoch schön trocken und säurearm“). Das klang einerseits, wie vom Weinlieferanten in die Speisekarte diktiert, andererseits: Feigen in Speck und ein Glas Rosé aus (dem Alto) Penedés mit dezentem Erdbeer-“taste“  für 2,90 € … das wollten wir probieren. Und wir fanden diesen Wein wirklich große klasse und sehr spanisch! (Im Gegensatz zum Besitzer des Landau, der mir immer wieder beteuerte, dass man diesen Wein nicht mehr kaufen und daher nur bei ihm trinken könne, war er aber doch durchaus noch zu beschaffen!

Also: der Brunch war gut, es wurde immer fleissig nachgelegt, der Service war nicht nur bemüht, sondern richtig nett und wir sind nach Stunden aus dem Landau raus gegangen mit der sicheren Gewissheit wieder zu kommen.

3*: Gefiel uns gut hier, im Landau Lamanta! Wir empfehlen es gerne weiter! Zum Brunchen und auch sonst :)

Verfasst von: vlhusky | 13. Juli 2009

Hotel Isaacs, Dublin

Wir empfanden das Isaacs so:

… als modernes 3 Sterne-Hotel, zentral gelegen (direkt am Busbahnhof, ideal für Reisende ohne Auto) mit nahezu allem Komfort, ansprechend gestylt (die meisten Zimmer: modern, kräftige Farben, außerdem einige Suiten: klassisch-konservativ), recht professionell gemanagt, freundlicher Empfang, kleines Restaurant mit wenig spektakulären Pizza & Pasta, nettes Pub mit kleinem Außenbereich (hier wurden bei gutem Wetter Hamburger auf Holzkohle gegrillt), Fitnessraum. W-LAN (kostenpflichtig), PC-Nutzung (kostenpflichtig, mit Drucker) in der Lobby, diese mit schöner Sitzecke mit Kamin … Wir würden jederzeit wieder kommen.

Das Isaacs hatten wir über QYPE gefunden, nachdem wir endlos lang im web gesucht hatten und uns in Dublin irgendwie alles ausgebucht schien für unser Wochenende dort. Die sehr hilfsbereite und nette Renata von der Rezeption klärte uns auf, dass an diesem Wochenende Bruce Springsteen in Dublin ein Konzert gibt, und in diesem Moment fiel uns auf, dass in unserem Flieger verdächtig viele E-Street Band Fan T-Shirts zu sehen waren… die quirlige Renata erzählte dies aber nicht, weil sie uns noch irgendwelche letzten Schwarzmarkt-Karten verkaufen wollte, sondern weil „sie“ 1) ausgebucht ist und 2) „unser“ Zimmer leider einen Wasserschaden hat, denn es hat wohl die letzte Woche ohne Unterbrechung wolkenbruchartig durch geregnet (hiess es nicht im Reiseführer: „der Juli ist der Monat mit den meisten Sonnentagen“ (sic!)?). Sie bot uns 4-en also (provisorisch) für die erste Nacht ein (eigentlich zu kleines) Viererzimmer an, incl. Wechseloption auf 2 schöne up-gegradate Zimmer am Tage nach Bruce. Wir schlugen ein und liessen eine nicht nur quirlige sondern nun auch zutiefst zufriedene Renata zurück, die uns in den Folgetagen immer wieder aufmerksam unterstützende und gute Tips gab. Wie auch ihr netter Kollege. Das alles änderte aber an dem schlechten Wetter in Dublin gar nichts. Also beschlossen wir, es einfach zu ignorieren, genauso wie Renatas „daily whether forecasts“, die alle irgendwie falsch waren ;)

Das Isaacs liegt irgendwie mitten im Getümmel, ein ganzer Häuserblock mit Hotel, Hostel, Cafe, Restaurant u.v.m., das ganze ziemlich laut (Einfachverglasung, einige Zimmer haben Aircondition, andere nicht, je nach Einbauverhältnissen). Vor allem der Airportbus steht dort stundenlang mit laufendem Motor und das ab ganz früh morgens. Der „Isaacs-Häuserblock“ schien stufenweise in Besitz genommen und renoviert worden zu sein, denn die Wege zu den Zimmern waren teils abenteuerlich. Zumindest was die 4- und 5-er Nummern betrifft: Über mehrere Stockwerke, teils mit 2 Liften und längerem verwinkelten Fußweg dazwischen.
Wir waren 3 Tage (aufgrund unseres sensationellen Upgrades) in einer sehr edlen Dachgeschoss-Suite mit alten Stil-Möbeln und einem gigantischen Doppelbett. Aus der Dusche kam das Wasser leider nur tröpfelnd heraus. Und in dieser ansonsten „fürstlichen“ Suite waren mehr elektrische Verbraucher als Steckdosen. So teilte sich mein mac seinen Strom wahlweise mit dem Wasserkocher oder dem Fön. Im Zimmer meiner kids funktionierte der Fernseher nicht, im Fitnessraum der Crosstrainer auch nicht. Das alles schien nicht wirklich jemanden zu interessieren.

Das zugehörige Il Vignardo Restaurant („Pizza & Pasta“, schöner, holzgefeuerter Pizzaofen) ist zugleich Frühstücksraum. Nach unserem Besuch beschlossen wir, dass sich hier das Frühstück für 12,50 € absolut nicht lohnt und uns das all zu kitschige Ambiente auch nicht zu einer abendlichen Pizza verleiten wird, in der Stadt gibt es viel zu viel Spannendes/Besseres/Netteres, zum Teil für weniger Geld.

Das zugehörige Le Monde Café Bar liess uns, nachdem mal wieder schon fast verdurstet waren, nach einem Blick in den Reiseführer feststellen, dass man in Irland die Getränke an der Bar selber holt und direkt bezahlt. Auch wenn das Pub völlig leer ist und der Barkeeper aus Langeweile leise vor sich hin döst. Nun gut, gerade noch rechtzeitig gelernt! Unser zweites „learning“ hier: Whiskey kostet kaum mehr als ein Bier (das wiederum ist nicht gerade preiswert). Und sonst? Die Speisen auf der Karte hier gab es nicht wirklich (die Karte übrigens eigentlich auch nicht bzw, nur einmal, nämlich als Aushang, draußen in dem Warsteiner-Schaukasten, wobei es konsequenterweise natürlich auch kein Warsteiner gibt ;) Dann wäre da noch eine sehr mässige kleine Weinauswahl zu nennen. Die Konsequenz von dieser traurigen Geschichte: wenig los hier!

Wir haben uns (trotzdem) wohl gefühlt, im Isaacs Hotel. Unsere Gesamtbeurteilung, quasi „für den gesamten Häuserblock“: 4 (!) vlhusky-Sternchen. Wobei husky und auch vl schon alleine wegen Renata gerne noch eines mehr gegeben hätten ;)

Verfasst von: vlhusky | 12. Juli 2009

Yamamori Noodles „Yummy Yummy!“, Dublin

Dieses „Yummy Yummy!“ deutet darauf hin, dass wir hier einen netten Abend mit lockere Stimmung verbringen werden. Der Name Yamamori deutet auf japanische Küche hin. Wie auch im zugehörigen „Yamamori Sushi“ gibt es hier eine breite Palette an allerlei Sushi, japanischer Küche in allerlei Form (Tepanyaki, Rahmen, …) und das Ganze in ungezwungener Atmosphäre. Wer nicht die japanische Küche in Reinkultur sucht, der kann hier ruhig hin gehen. Wir wurden freundlich bedient, hatten viel Spaß und haben dabei recht gut gegessen. Im Gegensatz zum Yamamori Sushi auf der anderen Flussseite sind hier schöne, helle Räume mit knallbunten Bildern. Außerdem kann man nicht in die Küche gucken. Was im Yamamori Sushi zwar einerseits sehr spannend ist, andererseits habe ich solche Küchen auch schon viel sauberer und weniger chaotisch gesehen. Und in Japan sähe diese Küche mit Sicherheit ganz (!) anders aus!

Man sitzt beim Yamamori Noodles (recht eng) auf Holzbänken und andauernd kommen nette Japanerinnen im Kimono vorbei und schenken einem ihr schönstes Lächeln. Und bringen nach kurzer Wartezeit das was man bestellt hat.

Aus dem Fenster, hinter dem die Küche liegt, blickten uns sowohl schwarz bekopftuchte asiatische Gesicher entgegen, als auch tiefschwarze Gesichter, deren Herkunft der afrikanische Kontinent zu sein schien. Gegen 21 Uhr, das Restaurant war beileibe noch nicht leer, gab es auf beiden Seiten des Fensters großes Geschwatze und alle unsere Bemühungen, Aufmerksamkeit zu erheischen, um noch etwas zu trinken zu bestellen oder z.B. einen Blick in die Dessertkarte werfen zu dürfen (Dessert in Japan?), verliefen ziemlich aussichtslos.

Mein Sushi/Sashimi (Nami Mori) schmeckte gut, der Fisch war frisch und von guter Qualität, die Reisbällchen aber zu hatten zu wenig Halt und stimmten von den Proportionen nicht. Auch der Fisch war viel zu grob geschnitten, wie auch das Rindfleisch in der Rahmen-Suppe (Chilli Beef Ramen, hatte eine schöne Schärfe!) in großen „Fetzten“ herum schwamm.

Ich kannte bisher keinen japanischen Koch, der nicht auf die Kunst des Schneidens größten Wert legt. Hier schienen alle Messer stumpf zu sein. Die Nudeln mit den Gambas (Ebi Yaki Undon)) waren lecker, die Nudeln aber für japanische Verhältnisse viel zu dick. Das Rindfleisch mit Gemüse, das in der heißen Pfanne serviert wurde (Beef Teri), schmeckte schön würzig, war gut heiß, im Übrigen – wie bestellt – medium, aber leider streckenweise recht zäh, die Fleischqualität erschien uns alles andere als japanisch.

Alles ist halt relativ im Leben. Uns hat es trotzdem gut gefallen an diesem Abend hier und wir würden auch glatt noch das Yamamori Sushi auf der anderen Seite des Flusses ausprobieren, wenn wir da nicht noch 1 … 2 Empfehlungen hätten, denen wir viel lieber nachgehen möchten, in den 1 1/2 Tagen, an denen wir noch hier in Dublin sind :)

Unser Fazit: Das Yamamori macht Laune und satt wird man auch. Von den Rahmen-Suppen sogar mehr als das!

Verfasst von: vlhusky | 11. Juli 2009

KOH Restaurant, Cocktail Lounge, Dublin

Von außen eher unscheinbar, irgendwie „eingepfercht“ in einer engen Fußgängerzone. Kleiner Außenbereich, der vor allem abends den Rauchern als Rückzugsort dient. Innen modern, der Vorderbereich eher Bar und Lounge, eher nüchtern eingerichtet, an der Seite eine große, lange Theke. „Zupackendes“, sehr freundliches Team, fantastische Auswahl an Drinks, große Auswahl an offenbar gut ausgesuchten Weinen.

Im hinteren Raum für uns das Wesentliche: ein (nicht ganz billiges aber auch nicht überteuertes) sehr gutes thailändisches Restaurant, das wir sehr gerne und aus voller Überzeugung mit 4 vlhusky-Sternchen weiter empfehlen!

Genau genommen haben wir selten so gut thailändisch gegessen und alles mit einem Service und einer Freundlichkeit, wie wir es eigentlich bisher nur von Thailänderinnen in solchen Restaurants kennen. Womit ich sagen will, das hier der gesamte (männliche und weibliche) Service höchst „Irish“ aussah!

Dieses Lokal entdeckten wir quasi durch Zufall, mittags, als wir den Millenium Walkway lang liefen. Als wir uns das nette KOH-Logo ansahen, wurden wir von einem Keller angesprochen, der uns dann alle Räumlichkeiten zeigte und beim Gehen eine Visitenkarte und eine kleine Speisekarte „KOH TO GO“ in die Hand drückte. Was wir mit der sollen, begriffe wir nicht, denn für uns war längst klar, dass wir den Abend hier verbringen werden und zwar in aller Ruhe, denn auf Thai Food hatten wir alle Lust!

Wir hätten vorbestellen sollen, denn das Restaurant war mehr als voll und das ohne Unterbrechung. Im Vorderbereich kann man auch nett sitzen und dem bunten Treiben mit den vielen jungen Leuten zusehen. Was wir aber erst taten, nachdem wir die sehr ansprechende Speisekarte aufmerksam studiert hatten. Es klang einfach alles (!) gut. Die Schärfegrade der einzelnen Speisen waren ebenso gut beschrieben, wie die einzelnen Klassifizierungen (vegetarisch, glutenfrei etc.).
Unser Essen kam, trotz der vielen Gäste, schnell und erstklassig zubereitet, dabei ansprechend angerichtet. Wir probierten kreuz und quer und freuten uns an dem großen Geschmacksspektrum. (Natürlich) nirgends Glutamat-Geschmack, viele frische Kräuter (Korianderblätter muss man mögen – wir lieben sie :)

So langsam nahmen wir dann auch unsere Umgebung wieder stärker wahr. Der Großbildfernseher lief stumm, ein seltsames (zutiefst irisches) Spiel wurde übertragen, dass uns auf Nachfrage als Hurling vorgestellt wurde, allerdings konnte uns niemand von den jungen Leuten die Regeln auch nur ansatzweise erklären ;) Also beschlossen wir uns genauso wenig dafür weiter zu interessieren, wie die ganzen anderen Grüppchen, die munter schwatzend überall herum standen und saßen und sich gegenseitig begrüssten – das KOH scheint sein Stammpublikum zu haben.

Mittlerweile wurde die andauernde Lounge- und Chill Out-Musik von einem Diskjockey abgelöst, der in seiner Zeitlosigkeit allenfalls von seinen Songs (Beatles, Stones, Motown-Sound, …) übertroffen wurde. Er spielte doch allen Ernstes noch Vinyl-Scheiben auf 2 richtig (zeitlosen) Technics-Turntablen mit Stroboskob am Plattentellerrand und allem Zip und Zap!

Unser Fazit: Wir fanden das KOH rundherum großartig und waren sowieso der Meinung, dass wir Irische Folklore und Irisches Essen noch zu Genüge auf dem Lande bekommen werden ;)

Verfasst von: vlhusky | 11. Juli 2009

The Morgan Bar, Bublin, Temple District

Von außen:
Nüchternes, modernes, konsequentes Design auf einer eher kunterbunt wirkenden Straße – ein spannender Kontrast!

Außerdem:
diese kleine, feine Speisekarte, mit Tapas und einigen Kleinigkeiten, die uns genau richtig erschienen, um (mittags) hier ein wenig zu verweilen und, rein magenmässig betrachtet, die Zeit zum Abendessen zu überbrücken ;)

Innen:
Erlesenes, gut durchdachtes Design mit viel Philip Stark, aber auch chicen anderen Ideen – alles irgendwie interessant. Wir bekamen Lust auf mehr und setzen uns!

Und nun ein paar kleine Details:
Leider schien die Bedienung weniger Lust zu haben als wir, denn sie war alles andere als „auf Zack“. Langes Warten trotz weniger Besucher. Der viel gepriesene Morgan Burger kam wenig aufregend, die Sauce Tartar suchten und fanen wir nicht, kein Ketschup (wurde auf Wunsch nachgebracht). Unser Steak Sandwich (es wurde extra gefragt) kam alles andere als „medium“ d.h. völlig ausgetrocknet und „durch“.

Die ausführliche Weinkarte listete eine Reihe belangloser, teurer Weine auf. Wir bestellten zwei Sauvignon Blanc (bei denen die Kellnerin vorsichtshalber nachfragte, ob wir rot oder weiß bestellen möchten (sic!)).

Und dann war da noch dieses gelangweiltes Chickimiki-Publikum. Niemand schien hier irgend jemand Anderen zu kennen. Das Ganze in einer der belebtesten Straßen Dublins, trotzdem, selbst abends, nahezu leer!

Zu guter letzt stand bei dem trockenen Burger auf der Rechnung auch noch ein falscher Preis. Wir zogen daraufhin, mittlerweile ein wenig genervt, von dannen und warfen dabei noch einen letzten Blick auf die schwarz gekleidete junge Dame an der Hotel-Rezeption, die seit (gefühlten) Stunden auf ihrer PC-Tastatur herum klimperte, anstatt sich um die wartenden Gäste zu kümmern.

Unser Fazit:
Hieraus könnte man ganz leicht viel mehr machen: Mit mehr Einsatz und Begeisterung! Mehr als 2 (optimistische) Sternchen (für das interessante Interieur) fallen vl und husky hierzu (leider) nicht ein.

Verfasst von: vlhusky | 5. Juli 2009

Kronenschlößchen, Eltville

Die 5-Sterne Gastronomie im Rheingau lässt mich zwar nicht „kalt“, aber Geld ausgeben will ich dafür eigentlich auch nicht wirklich. Auf „meiner“ Rheinseite gibt es schließlich auch sehr viel sehr gutes, oft unscheinbarer, dann aber vielfach überraschend bis überragend gut. Ich entdecke lieber selber, als im Laufe meines Lebens einen Teil der knapp 800 Seiten Gault Millau „Reiseführer für Genießer“ abzuarbeiten ;)

Eingeladen zu werden in ein Etablissement wie dieses, gehört hingegen zu den schönen Gelegenheiten, wo ich mich dann 1. freue und dann 2. doch noch mal schnell nachblättere im oben genannten Büchlein. Kaum zu glauben, dass ich das nicht doch schon längst selber ausprobiert hatte ;)

Wir waren in einer größeren Gesellschaft sowohl in dem schönen Garten, als auch im Restaurant. Mittlerweile sogar zwei Mal. Denn wiederkommen mussten wir dann doch noch mal, im ganz kleinen Kreis. Es war alles sehr perfekt und überhaupt nicht steif, was eigentlich meine größte Befürchtung war.

Wir fanden es rundum wirklich erlesen, dieses Kronenschlößchen. Etwas ganz besonderes, was zumindest wir uns sehr selten gönnen würden.
Den Testern vom Gault Millau war das 16 von 20 Kochmützen wert. Als ganz kleine Genießer halten wir alles was wir haben dagegen, 5 *-chen :)

Verfasst von: vlhusky | 24. Juni 2009

Köster’s, Dortmund Hörde

Man muss es erst mal finden
Dabei hilft die kleine Tafel, die an der Kreuzung zu der kleinen Seitenstraße steht, in die nur Anwohner fahren.

Leckere geschmierte Brötchen
gibt es hier. Auch schon ganz früh morgens um 7:00 und das gefällt mir gut, denn etwa zu dieser Zeit steige ich normalerweise auf dem gegenüberliegenden Parkplatz in mein Auto und düse zu meiner Firma. Nachdem ich mir manchmal bei Köster’s ein Brötchen habe schmieren lassen: leckere Leberwurst oder Gouda oder Gouda mit Kürbiskernen (auch nicht schlecht!) oder Rührei mit Speck, oder, oder, oder.

Mach doch mal Pause
o.k., kann man machen, es gibt noch allerlei anderes in dem schönen, hohen, einfach eingerichteten Raum oder draußen am Tischchen vor dem kleinen Lädchen. Die große mit Kreide beschriebene Schiefertafel listet so allerlei, was ich glatt probieren würde, wenn ich nicht einfach kurz vor 7 auf dem Weg zur Arbeit einfach nur ein leckeres, in aller Seelenruhe geschmiertes, schön knuspriges (!!!) Brötchen kaufen würde.

Eigentlich bin ich gar kein Frühstücker
aber die täglichen Krümel auf meinem Fahrersitz erhärten diese meine These nicht gerade ;)

Reden und schweigen lassen
In diesem Lädchen ist immer eine große Ruhe. Auch die zierliche junge Dame, die mir diese leckeren Brötchen schmiert, hebt nur ganz, ganz kurz ihren Blick, um meine Bestellung aufzunehmen. Viel geredet wird hier auch nicht. Da halte ich meine all-zu-gute morgendliche Laune lieber im Zaum ;)

Mein Beitrag zu Köster’s - Ich bin vlhusky bei Qype

Verfasst von: vlhusky | 24. Juni 2009

Phoenix West, Dortmund Hörde

Was wäre das Ruhrgebiet/diese Region/mein Zweitwohnsitz Dortmund Hörde ohne diese ganzen Fördergelder, die schon lange aus der viel gescholtenen EU kräftig sprudeln. Obwohl wir Deutschen doch angeblich von der EU nur ab-kassiert werden.

Noch sieht es hier leer aus, innen in den denkmalgeschützten Hallen, hier dem ehemaligen Schalthaus 101, längst von den Sprayern in Besitz genommen.

Aber auch draußen, auf dem riesigen Areal, wo Industrie (Start-ups, Uni-Institute) und Kultur in friedlicher Koexistenz eine spannende „Melange“ bilden sollen.

Alt Hörde, benannt als „sozialer Brennpunkt“ locker eingerahmt (wie schaffen es diese Sprayer eigentlich, selbst in dieser Höhe ihr Graffiti zu verewigen?) – eigentlich sieht es doch ganz friedlich aus hier, gell?

Ich mag diesen Platz, an der Route der Industriekultur, das massige rostige Eisen, die gigantischen Zeugnisse vergangener Zeiten und die Verbindung mit all dem, was erst noch entsteht. TOTAL GERNE mag vlhusky das :)

Mein Beitrag zu  Phoenix West – Ich bin vlhusky bei Qype

Verfasst von: vlhusky | 20. Juni 2009

Knofi Feinkostladen, Berlin Kreuzberg

Wie appetitlich kleine Fladenbrotscheiben aussehen können. Zum Beispiel, wenn man vorher stundenlang durch die Bergmannstraße in Berlin 61 gestromert ist und dabei einfach Hunger bekommen hat. Was das Foto nicht zeigt, ist das was noch kommt. Aus der großen Kühltheke im Laden (hinter der Hausfassade hinter dem Tisch mit dem Fladenbrotkorb :)

Wir drei liessen uns allerlei davon auf drei Teller portionieren, die wir mit einem Glas Mineralwasser und ein – zwei Gläsern ganz einfachem Soave genussvoll „weg putzten“. Dabei genossen wir nicht nur die gut zubereiteten und fein abgeschmeckten eingelegten Gemüse, Pasten & Co., sondern auch, dabei einfach dem quirlige Straßenleben zu zu schauen.

Das Knofi gibt es gleich zwei mal und zwar außerdem schräg direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite. Dort sogar mit Toiletten, die wir leidlich sauber fanden. Auf dem Rückweg zu unseren mittlerweile leeren Tellern orderten wir auf der anderen Seite noch ein paar (ganz kleine, schön fluffige) Brownie-Würfelchen, das Stück für 25 Cent. Hm! – die waren auch gut. Die restlichen Krümel davon spülten wir mit dem restlichen Soave in unserem gemeinsamen Weinglas herunter und träumten noch ein wenig vor uns hin. Und waren gespannt darauf, ob schon jemand in QYPE etwas über das Knofi berichtet hat ;)

Mein Beitrag zu Knofi Feinkostladen, Kreuzberg - Ich bin vlhusky bei Qype

Verfasst von: vlhusky | 20. Juni 2009

Vanille & Marille, Berlin Kreuzberg

Oh wie fein!

Von außen, die Fassadenfarbe: mega-“quietschig“ (siehe Visitenkarte). Was nicht schlecht ist, denn sonst wäre uns dieser winzige Eisladen niemals aufgefallen und das, hätten wir es gewusst, wäre wiederum („mega“-) schade gewesen.

Drinnen: eine Eistheke, die sich sehen und schmecken lassen kann. Viele originell klingende Eisgeschmäcker (z.B. Karamel mit gesalzener Butter), einige Klassiker, hochwertig „auf gepeppt“ (z.B. Vanilleies mit Tahiti-Vanille), und: ein traumhaftes Eis aus ganz, ganz dunkler Schokolade u.v.m. …

Die sehr sympatische Verkäuferin hat mit diesen ganzen Eis-en wirklich unser Herz erwärmt, indem sie uns großzügig mit je einem kleinen Löffelchen vieles hat probieren lassen, bevor wir zwei dann mit insgesamt vier kleinen Kügelchen hoch erfreut abzogen.

Wenn Eisesser vl hier in dieser Gegend wohnen würde, weia!
;)

Verfasst von: vlhusky | 20. Juni 2009

Fischerhütte Am Schlachtensee, Berlin Zehlendorf

Diesen Platz haben wir ganz unterschiedlich wahrgenommen:

1. Eindruck:
Sonntagmorgens in der Frühe, beim Joggen um den Schlachtensee, bei gutem Wetter:
Man putzt alles fein raus, Stühle werden gerückt, Frühstück hergerichtet, Orangensaft gepresst, der Grill an geschmissen, …
Später dann: emsiges Treiben, wir sitzen hier sehr schön, blinzeln in die Sonne und wurden gut bedient.

2. Eindruck:
Eine private Feier in feinem Rahmen: Schöne Räume, stimmungsvoll möbliert und dekoriert, sehr gutes Essen, feiner Wein, flotter und aufmerksamer Service, ein gelungener Abend, an den wir lange zurückdenken!

3. Eindruck:
In der schönen Weinhandlung gestöbert:
Hier findet man so allerlei Bemerkenswertes, auch und vor allem aus Deutschland. Habe dort nichts gekauft (bin im Prinzip ganz gut ausgestattet und wohne in einer Weingegend), aber hier hat einer mit viel Bedacht ein ‘rundes’ Sortiment zusammengestellt!

4. Eindruck:
Joggen mal in der Abenddämmerung, an einem heißen Tag:
Nette Stimmung am hauseigenen, kleine Strand:
Fröhliche Biertrinker auf der Terrasse. Auch wir fühlen uns wohl, denn die Stimmung schwappt zu uns rüber  ;)

vls und auch huskys Fazit: Am Wasser ist es eigentlich immer wunderschön!

Verfasst von: vlhusky | 18. Juni 2009

Paradores, Dortmund

… vl und auch husky auf Entdeckungstour in Dortmund, durch Zufall hier gelandet.

Oouh: Faszination Spanien! An einem der vielen architektonisch/städtebaulich völlig misslungenen Plätze@Dortmund kommt das besonders gut!

Draussen ein paar kleine Tische mit unbequemen Stoff-(Falt)stühlen, drinnen über 2 Etagen eine farbenfrohe, sehr gemütlich südländische Atmosphäre, die zum Sitzen&Plaudern&Essen&Erinken einlädt. Was mich aber viel mehr interessierte (und im Übrigen auch dazu verführte, mich hier nach meinen Einkäufen erst mal für den Anfang des Abends nieder zu lassen): Es gibt ein kleines, sehr feines Tapas-Buffet und eine Regalwand mit vielen Fächern, in denen viele mir unbekannte Flaschen mit geheimnisvollen Etiketten liegen, die, so mein Eindruck, irgendwie von mir entdeckt werden wollen :)

Das Ganze (Donnerstag Abend, Frühsommer, der erste Sonnentag nach vielen tristen Regentagen, die ganze Stadt brodelt. Überall Menschen, die Kneipen und Restaurants proppe-voll): das kleine Paradores mehr oder weniger leer! Oben 1 Tisch mit 6 Leutchen besetzt, gute Stimmung. Draussen an einem Tisch der Besitzer mit seiner spanischen Ehefrau und einem (so das Gespräch) weiteren Familienmitglied, später kamen noch ein Freund und ein Musiker dazu. Unfreiwillig, als einziger Gast hier, bekam ich allerlei Gesprächsfetzen mit und … fühlte mich hier, neben dem Dortmunder Hauptbahnhof, wirklich „wie in Spanien“! Dazu trug nicht nur die Gastfreundschaft und die Aufmerksamkeit aller am Nachbartisch bei (als ich mal wieder hilflos in Richtung des einfach nicht erscheinen wollenden Kellners blickte, der mir zwar die offenen Weine anpries, aber eine gehörige Zeit brauchte, mir ein Glas zu servieren). Sondern dazu trug auch kleine Schälchen des ausgesprochen leckeren Bohnensalates und im Anschluss ein fantastsicher (einfacher)  “spanischer Flammuchen“ bei, der wirklich gut zu meiner kleinen Karaffe (0,2) Weißwein (ausdrucksstark, gut kalt serviert) passte und noch eine weitere (0,1) Rosé (auch dieser schön charakteristisch, sehr lecker) forderte.

Ich blieb nach Speis und Trank noch ein wenig sitzen und überlegte, was mir hier und jetzt im Paradoes gefällt: der sympathische Kellner, der mich dazu „verführt“ hat, wieder zu kommen (das wird nicht bei diesem einen Mal bleiben), Tapas & Co, die interessanten (bezahlbaren) Weine hier und die nette Stimmung, die vom Nachbartisch zu mir herüber „schwappte“ und mich irgendwie faszinierte. Rheinland meets Spanien. Fröhlichkeit und Gastfreundlichkeit. Und guter Wein und diese Kleinigkeiten (Tapas halt), die man so rein beiläufg ist und dabei viel darüber redet, über die Qualität des Schinkens etc. etc. Dabei las ich übrigens in meiner Tageszeitung (FAZ) einen wunderschönen Artikel über St. Daniele Schinken, der dort, wo er her kommt viel, viel weniger kostet, als im Feinkostgeschäft in Deutschland. Ich schmunzelte über den wirklich gut geschriebenen Artikel, hörte dann aber doch lieber wieder weiter den Gesprächsfetzen vom Nachbartisch zu, mischte mich mit der einen oder anderen Bemerkung in das Gespräch hinter mir ein und trank dabei den letzten Rest meines Rosé aus. Anschließend ging ich nach Hause, mit dem Gefühl, hier eine gute Stunde sehr angenehm verbracht zu haben :)

Mein Beitrag zu Paradores, Innenstadt-West, Dortmund - Ich bin vlhusky bei Qype

Verfasst von: vlhusky | 7. Juni 2009

Volxheimer Hof, Volxheim

Eine Flut von Bildern haben wir nun in unseren Köpfen. Und auf der Festplatte. Und in QYPE: für den Volxheimer Hof im Speziellen, für den genialen Künstler (und Möbelbauer ;) Bruno K im Besonderen und natürlich auch vom Volxbegehren am 7. Juni, dem Wahltag.

Hier nun zum „Gästehaus im Volxheimer Hof“, mit angeschlossenem Museum Bruno K und seinen sehr sehenswerten Werkstätten (ob die nur beim Volxbegehren zu besichtigen waren, weiß ich nicht. Im Zweifel: nachfragen! Auf jeden Fall: Hingehen, wenn Du in der Gegend bist, auch ein kleiner Umweg lohnt sich!)

Dass, wie in dem kleinen Hotel-Fyler beschrieben, „Volxheim die ideale Pole-Positon für Ausflüge durch Rheinhessen“ ist, wusste ich bisher nicht. Mittlerweile kann ich diesem Gedanken aber einen gewissen Reiz nicht absprechen. Hier, in diesem schönen Atelier- und Ausstellungskomplex ein paar Tage zu wohnen, wohlmöglich an einem der interessanten Kultur-Events teilzunehmen und ein wenig abzutauchen in das kleine Dorf Volxheim mit diesem besonderen Faktor X … das hat was!

Da wäre z.B. das RÖMERZIMMER … Schlafen inmitten eines Getümmels einer römischen Kohorte mit ihren surrealaen Flugappparaten. (Flugapparate im alten Rom? Jesus!)

Oder das FENSTERZIMMER, dem das Fenster zum Bad, nicht das Fenster zum Hof, seinen Namen gab.

Welches Zimmer auch immer (es gibt noch das ATLANTIKZIMMER, das KAFKAZIMMER, das ACHTERNDECK und das TURMZIMMER – mehr nicht!) – überall findet man Bruno Ks Möbel-Creationen.

Gefrühstückt wird gemeinsam an einem großen Tisch. Das Frühstück war gut! So wie man es sich morgens in einem kleinen, unbekannten Ort in Rheinhessen halt wünscht.

Warum nur ist so ein Kleinod nicht an den Orten, wo ich öfter mal hin muss??? !!!

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Verfasst von: vlhusky | 7. Juni 2009

design bruno k., Volxheim

Das hätten wir nicht gedacht:

Mitten in Rheinhessen, zwischen Bad Kreuznach und Alzey, wo es doch so herrlich bodenständig und beschaulich ist, dort tobt der Punk: Volxbegehren! Das Ganze am Wahltag 7. Juni 2009. Doch dazu später, an anderer Stelle. Hier geht es nun um den Künstler Bruno K aus Volxheim, den ich bei dieser Gelegenheit kennenlernen durfte. Um es kurz zu machen: Ein wirklich netter Typ mit genialen Ideen und einem tollen Gefühl für Farbe, Formen und Materialien!

Nun die (etwas) längere (bebilderte) Fassung:

Biegt man direkt am Ortseingang von der Hauptstraße rechts ab, lässt man den Volxheimer Hof (auch Bruno K!!!) links liegen und schaut nach rechts. Chateau Deux, o.k. … tritt man ein, findet man sich in einer ganz anderen Welt. Einfach mal die Fotos angucken! bruno k, das sind Tische, Stühle, Leuchten, Katzenbäume und andere ganz alltägliche Möbel … mehr oder weniger alltäglich, würde ich sagen. Teilweise skurile Ideen, intelligent kombiniert. Verrücktes Design. Wirklich alltäglich? Zumindest jedes Stück ein Unikat, handwerklich ganz sauber umgesetzt. Bruno K. entwirft und fertigt seit 2002 Möbel für arte mobiliar. Vorher arbeitete er, so die Homepage, ca. 25 Jahre lang als Bildhauer, Aktionskünstler, Innenarchitekt und Fotograf und beschäftigte sich dabei auch immer wieder mit Mobiliarskulpturen. Die Themen Mobilität, Humor und Praktikabilität (und deren Fusion!) begleiteten ihn von Anfang an.

Die konsequenteste Umsetzung seiner Ideen in Form von Möbeln und Innenraumgestaltung fanden wir schräg gegenüber im Volxheimer Hof. Und in seinemkleinen Museum Bruno K, wo viele nette kleine, bezahlbare Alltagsgegenstände (sic!) zu finden sind!

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Verfasst von: vlhusky | 7. Juni 2009

Weinvertrieb Hans Joachim Roos, Volxheim

Waren anlässlich des „Volxbegehrens“ das erste Mal in Volxheim.

Sind dem lauten Trubel kurz entflüchtet und auf Entdeckung gegangen, dabei diesen Platz hier gefunden und flux die Möglichkeit wahrgenommen, an einer Degustation teilzunehmen. Da ich nicht selber fahren musste, konnte ich ausgiebig probieren :)

Wir fanden ein interessantes und vielfältiges Angebot ausgesuchter Weine aus Frankreich sowie einen leckeren Crémant, einen Champagner und einen Winzersekt aus der Elbling-Traube. Letzteren fanden wir nicht so aufregend, aber bei den Weinen war einiges Interessantes, sehr Französisches. Und das mitten in einem kleinen Winzerort in Rheinhessen!

So etwas stelle ich mir schwierig vor. Herr Roos lacht und erzählt mir seine Geschichte. Nachzulesen hier.

Dem ist nichts hinzu zu fügen. Außer vielleicht, das in dem Auto, das mich später zurück nach Ingelheim gebracht hat, auch ein Kistchen war mit Weinen, die ich mir mal zuhause ein wenig genauer anschauen wollte. Darunter zwei, so fanden wir, sehr interessante Weißweine aus Chignin (Savoyen), die wir unbedingt noch zusammen mit Ingelheimer Spargel probieren wollen. Frankreich & Rheinhessen – was für eine Herausforderung!

Dann waren da noch ein paar Weine, die mir gut schmeckten :) Weiter empfehlen möchte ich (denn der wird vermutlich b.a.w. ein fester Bestandteil meines Kellers werden): ein Chateau Beauregard Lagupeau, Graves AC für 7,20 Euronen. Die Beschreibung „Ausgeprägte Aromen aus 70 % Semillon und 30 % Sauvignon blanc, hat sich zum „Renner“ entwickelt“ können wir gut nachvollziehen. Und auch nochmals bestätigen, nachdem wir den Bordeaux gestern Abend auf der Terrasse gemeinsam noch einmal verkostet haben. Nicht unbedingt etwas für Riesling-Fans. Aber/but: „... for the rest of us!;)

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Verfasst von: vlhusky | 6. Juni 2009

Martin Stube, Mainz

Weinstube? Eckkneipe? Restaurant? In gewissem Sinne alles drei:

Hier gibt es eine kleine, feine Auswahl guter Weine aus den Weingütern Querbach (VDP) aus Oestrich-Winkel, Gunderloch (VDP) aus Nackenheim, Stallmann-Hiestand aus Uelversheim und Dellee & Grimm, Mainz. Die Gläser für 3 – knapp 5 Euro – gut gefüllt, nicht immer optimal temperiert, alles schön auf der Getränkekarte beschrieben. Und: Kölsch, Pils und Altbier vom Fass – hey: nicht schlecht!

Eigentlich zu wenig Weine für eine „richtige“ Weinstube. Mit den frisch gezapften Bieren: doch eher Eckkneipe?!? Dafür spricht auch, wen man hier so trifft und wie man begrüßt wird („Ihr Lieben …“ Achtung: Vorbestellung nötig, das Martin ist klein, gemütlich und gut besucht).

Die Speisekarte recht klein, aber beileibe zu groß für eine „Eckkneipe“, auch hier sehr liebevoll alles beschrieben, man findet Herkunftsangaben und nette Erklärungen zu Handkäs’ und allerlei anderem. Es gibt einige Flammkuchen auf dem Holzbrett, die mit schnellem Schritt an uns vorbei getragen wurden, während wir (eine gefühlte Ewigkeit ;) auf unseren Wein warteten. Es duftete verführerisch und wir wünschten uns nicht nur (endlich) unseren Wein, sondern am liebsten „die ganze Palette“ dieser knusprigen Teige mit Belag.
Wir bestellten dann aber doch anders: ein Argentinisches Rindersteak mit Zwiebeln und hausgemachtem Brot. Das Fleisch war sehr, sehr lecker, das Brot, ehrlich gesagt, eine Offenbarung. Die leicht angebratenen Zwiebeln all zu lecker für diese kleine Portion. Das Ganze für 14,50 € – da kann man nicht meckern, ganz im Gegenteil!

Wir bestellten außerdem die Gambas „Martinsstube“, mit Baguette. Die „schwarzen Tiger“ kamen aber dann mit Fettuccine (die in Wirklichkeit Spiralnudeln waren ;) . Anstandslos nahm man den Teller wieder mit und fischte die Nudeln wieder raus, legte aufgebackenes Baguette in einen extra Korb. Das wir später noch eine „Fettucine“ fanden, interessierte uns dann nicht mehr, denn die Gambas waren köstlich und die Sauce (schön sämig, schön kräftig eingekocht, mit leichter Schärfe) genau so eine Offenbarung wie das hausgebackene Brot, das wir nachbestellten und kräftig rein tunkten, bis nichts mehr übrig war von dieser leckeren „Schmackofatz“-Sauce :)

Wir beschlossen nun, dass die Martins Stube weniger Eckkneipe sondern eigentlich doch schon ein wenig Restaurant ist. Die Crème brûlée hätten wir sehr gerne noch probiert, war aber leider aus. Die Mousse au Chocolat schmeckte aber auch und hatte genau die richtige Größe. Meine Frau nahm den obligatorischen Espresso, der hier mit einem kleinen Glas Amaretto mit (H-) Sahne serviert wird (seit meiner Schulzeit hatte ich so etwas nicht mehr getrunken, irgendwie war das mal außer Mode gekommen).

Am Ende fanden wir auch auf der Rechnung wieder diese „Fettucine-Spiralnudeln“, was uns aber auch weiterhin nicht weiter störte, denn:

In der Martins Stube hat es uns gut gefallen (Ambiente und „wer so rein kam“). Die neue Restaurantleiterin und ihre Kollegin haben sich alle Mühe gegeben, kleine Patzer sehr sympathisch wieder gut gemacht, die 3 Weine, die wir probierten (darunter auch ein „Erstes Gewächs“) fanden wir klasse und dem Koch hätten wir gerne ein paar nette Worte gesagt!

Ob das nun Weinstube, Eckkneipe oder Restaurant ist, interessiert uns nicht weiter, denn das ist eine rein akademische Fragestellung ;) Aber wie viel QYPE-Sternchen nun? Drei? Das hieße (nach vlhusky) „Guter Durchschnitt, kann man hingehen“, was uns zu wenig wäre. Vier? Das wiederum hieße „Sehr gut, immer wieder gerne“. Wir tendieren zu 3,6. Da es aber diese nicht gibt, werden es 4 vlhusky-Sternchen, denn wir denken: Lieber ein sympathisches Eckkneipen-Restaurant, das sich richtig Mühe gibt (und dabei kleine Fehler macht), als ein „perfektes“ Restaurant, bei dem das Bodenständische/Sympathische nicht rüber kommt. Wir sind hier schließlich in der Määnzer Innenstadt und nicht auf Schloss xy im Rheingau!

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Verfasst von: vlhusky | 23. Mai 2009

boy looking at the moon, Stockholm

Ohne Martin Kaiser@QYPE hätte ich diese kleine Kostbarkeit in Stockholm sowohl niemals gefunden, als auch mit Sicherheit übersehen. Was sehr schade gewesen wäre! Ein dreifaches Hoch also an Martin Kaiser und QYPE Radar (sie leben hoch, hoch, hoch!)

Keiner meiner Reiseführer hat mich auf diese winzig-kleine (wenige cm große), völlig „ab-gegrabschte“, aber wirklich liebenswerte Skulptur im kleinen Hof der finnischen Kirche aufmerksam gemacht!

Die Geschichte von Martin Kaiser („… kümmern tut sich die Finische Kirche um den Kleinen„) klingt nett. War aber in den 4 Tagen Stockholm sicher 6 … 8 Mal hier, immer und immer wieder sah das kleine Männchen anders aus, aber nie hatte es Stoff am Leib. Und immer waren es Passanten, die ihm liebevoll über den Kopf strichen und irgend etwas weg nahmen oder hin legten.

Das Ganze ging bis tief in die Nacht rein…

Und frieren muste der Kleine nachts auch nicht ;)

Mehr können weder vl noch husky gar nicht dazu sagen. Man muss ihn gesehen haben. Möglichst oft!!!

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boy looking at the moon, Stockholm
Ich bin vlhusky bei Qype

Verfasst von: vlhusky | 21. Mai 2009

Grill Ruby, Stockholm

Quasi um die Ecke von unserem Stockholmer Hotel, ziemlich am Rande der Halbinsel Gamla Stan, hatten wir schnell dieses flotte Steakhouse entdeckt. Traue mich kaum es so zu nennen, denn das klingt irgendwie für mich nach „Maredo“ und ähnlichen Langeweilern. Andererseits: wir waren nur wenige Wochen vorher bei uns zu Hause im Surf’n Turf (Frankfurt) und das ist für uns in Rhein-Main das Steakhouse schlechthin! Und nennt sich auch irgendwie Steakhouse!

Sorry, der Vergleich muss sein (und verstößt nicht gegen die QYPE Regeln), denn nach dem Verlassen des Ruby meinten meine kids, dass es hier mindestens genauso gut war. O.k. … aber wie meinten die das?

Ich glaub, ich kann’s erklären. Es ist einfach überhaupt nicht steif und edel hier, sondern schön lässig, ein wenig poppig (super Musik), für junges Volk halt! Flotter Service, eine schnörkellose, gute Küche, dir halbwegs authentisch das „American Flavour“ rüber bringt und ein interessantes Publikum. Wir hatten vor-reserviert, denn hier war es jeden Abend voll! Ach ja, die Steaks sind große Klasse hier! Auf Holzkohle gegrillt, vor unseren Augen. Ich liebe Restaurants, wo man alles sieht, weil die Küche vor meinen Augen ist!

Hier zu sehen: Die Variante Thunfischsteak (29,50 Euro). Ohne alles d.h. Beilagen extra. Ich hätte es roher bestellt, aber meine Frau … ;)

Das Lamm Rack (29,50 Euro) war auch große Klasse, …

… vor allem aber meine 200 g Sirloin Steak (28 Euro) (keine Zeit zum Foto’fieren ;) , mit Chili and Garlic Smashed Potatoes und diesem fantastischen Shiraz Mourvedre Bin 2 von Penfolds (49,50 Euro). (Bin kein Penfolds Fan. Viel zu teuer und irgendwie mir zu sehr Massenweingut. Aber hier, wo sowieso alles teuer ist, war es uns egal). Essen und Getränke und die Stimmung hier waren einfach großartig. So wie er ganze Abend!

Wir haben einen Allergiker in unserer Runde, der keinerlei Fisch verträgt. Die Küche hat das voll verstanden, mit uns abgesprochen, wie sie Fisch und Fleisch trennen wird und sie hat es so perfekt gemacht, wie wir es selten erlebt hatten, Ach ja: und dann war da noch dieser ganz fantastische, sehr amerikanische Cheesecake – sieht geil aus und schmeckte auch haar-genau so … hmmmmm!

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Verfasst von: vlhusky | 21. Mai 2009

First Hotel Reisen, Stockholm

Ein wirklich cooles Hotel, das wir gerne jederzeit wieder besuchen würden:

Skandinavischer (kühler) Chick, nordische Lässigkeit, direkt auf der Halbinsel GamlaStan gelegn, somit ideal für allerlei Ausflüge in Stockholm, schöner Blick auf Skeppsholmen, …

Ja, vl und auch husky geraten hier genau so ins Schwärmen, wie vor ein paar Jahren bei einem anderen Hotel der skandinavischen Design-Hotel Kette FIRST (Slogan „YOUR SECOND HOME IS FIRST“), das wir seinerzeit in Kopenhagen (Skt. Petri Hotel) besuchen durften. Auch hier, diesmal in einem schönen, alten Gebäude, vielerlei schöne und interessante Ansichten.

Und auch Raffiniertes: Wir hatten ein Zimmer nach vorne heraus, mit schönem Blick (stilvoll möbliert, dabei aber winzig klein. Man konnte gerade so um das Bett herum gehen). Bei offenem Fenster war es morgens früh schon recht laut, vor allem aber: die Sonne schien schon früh ins Zimmer. Die Zimmer links und rechts mit Fenster in die Seitenstraßen, sind etwas leiser, aber auch dunkler. Der Trick (genial :) : Klappläden, die von innen mit spiegelnder Folie beschichtet sind und somit „um die Ecke“ einen Blick (und die Sonne) von der Wasserfront einfangen.

Das Hotel hat einen Fitnessraum im Keller, in dem sich eine Person leidlich vergnügen kann. Außerdem eine sehr schöne, großzügige Sauna, in der man irgendwie „angezogen“ sitzt (Ist Schweden nicht das Land mit Dorfsaunas, wo alle sich sehr freizügig amüsieren?). Der Sinn der aufgestellten Hinweisschilder wird aber schnell klar, wenn man wahrnimmt, dass Sauna, Swimmingpool (auch irgendwie winzig!) und Fitness mehr oder weniger in einer Art Keller-Wohnzimmer untergebracht sind. Sieht fein aus, hat was, törnt aber den echten Sportler eher ab.
Nicht „abtörnen“ wird ihn das fantastische Frühstücksbuffet, das wir jeden Tag ausgiebig genossen (noch mehr hätten wir es gemocht, wenn hier nicht, wie scheinbar überall in Schweden unser Capu auch immer ein wenig nach Zimt geschmeckt hätte). Auch die ganze Stimmung im Frühstücksraum/Restaurant, an der Bar und in den beiden anderen dunklen, hübsch eingerichteten großen Räumen war richtig schön. Viele junge Schweden, allerlei Europäer, ein interessantes Publikum.

Der Service hier im Hotel war immer klasse, die Preise für Wein, wie überall hier, einfach (…), dafür gab es aber auch wirklich Interessantes. (An den Preisen scheint sich hier aber auch wiederum keiner zu stören, denn wenn ich abends so über die Tische guckte, nahezu auf jedem stand ein schönes Fläschchen Wein!). Ach ja, wir fanden hier auf Gamla Stan diverse Möglichkeiten, wo man gut essen konnte, das Hotel Restaurant gehörte durchaus dazu (obwohl wir so was eigentlich nicht machen ;)

Teuer ist es hier überall, aber im FIRST Hotel hatten wir das Gefühl, unser Geld richtig gut „angelegt“ zu haben.

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Verfasst von: vlhusky | 16. Mai 2009

Jordan’s Untermühle, Köngernheim

Die Rose ist hier überall, selbst im Badezimmer, im Tissue-Spender. Ja, hier hat sich jemand Mühe gegeben, dass alles zueinander passt und die Handschrift der Gastgeber trägt.

Die schöne alte Mühle schaut einladend aus. Als wir unsere Fahrräder in dem gemütlichen Hof abgestellt hatten, wollten wir uns sofort hier niederlassen und den lauen Frühlingsabend geniessen. Wir hatten für das Wochenende gebucht, wollten hier übernachten und abends in dem schönen Landgasthof lecker essen. Nach einer freundlichen Begrüßung bezogen wir erst einmal unsere Zimmer (im alten Teil) und schauten uns dann Jordan’s Untermühle genauer an.

Und gefiel es hier, vor allem aber der frisch renovierte Teil, in dem auch Tagungsräume sind, die nette Namen haben :) Alles sehr geschmackvoll überlegt und eingerichtet, dabei im Preis völlig angemessen.

Wir waren auf Empfehlung hier. Von QYPE und von diversen Anderen, vor allem wurde hervorgehoben, dass man hier gut Hochzeit halten könne. Nun, das haben wir auch dann selbst erlebt, denn im Nachbarraum ging es hoch her, den ganzen Abend und fast die ganze Nacht lang. Es machte Spaß zu zu schauen, wer alles wann kommt, sich wie verkleidet/welche Utensilien dabei hatte, denn es gab vielerlei Aufführungen. Was angenehm war: das ganze Treiben hinderte die Restaurant-Mannschaft nicht daran, uns und den vielen anderen Gästen (nahezu alle Tische waren belegt), ihre volle Aufmerksamkeit und Freundlichkeit zu schenken.

Jordan’s hat eine hervorragende Weinkarte mit viel Interessantem aus Rheinhessen, auch aus Köngernheim selber, es macht Spaß, hier ausgiebig zu probieren und hinterher nicht mehr Auto fahren zu müssen :) Wir wählten einen roten Cuvée von Kühling Gillot aus Bodenheim (schön kraftvoll und rund!) und einen (leichten) Sauvignon Blanc 2008 Dalheimer Kranzberg vom Weingut Gröhl aus Weinolsheim (im Edelstahltank ausgebaut, trocken, spritzig, schönes Aromenspiel) und teilten uns dazu zwei gelungene Vorspeisen:

Die „Rheinhessischen Köstlichkeiten“ (17,50 €) sind eine nette Idee, 10 Leckereien werden in kleinen Portionen auf einem Vesperbrett serviert und machen wirklich Laune auf die Hauptgerichte (wer Wurstwaren und Sülze partout nicht mag, für den ist das weniger interessant). Der absolute „Hammer“ war aber folgendes:

Handkäs’-Carpaccio® (5,80 €) mit Balsamicodressing, roten Zwiebeln und Basilikum – hmmm!!! unglaublich gut und absolut kultverdächtig. Selbst die Handkäs’-“Hasser“ an unserem Tisch probierten skeptisch und nickten mir begeistert zu! Der Handkäs’ war hauchdünn geschnitten und war geschmacklich überhaupt nicht dominierend, trotzdem klar erkennbar.

Ganz hervorragend (und gar nicht „rheinhessich“) schmeckten auch das Zweierlei von Flußkrebsen auf Kerbel-Zitronenpesto mit Wildblüten-Kräutersalat (mit 13,90 € wirklich nicht zu teuer). Insgesamt gefielen uns Speisekarte und Küche sehr gut, vor allem die Kombination von bodenständig (rheinhessisch) und raffiniert. Dazu dann die tollen Weine – wir hatten einen wunderschönen Abend und viel Spaß!

Zwei Dinge sind uns aufgefallen, die wir auch noch erwähnen möchten:

Wir hätten uns gefreut, wenn man uns bei der Buchung darauf hingewiesen hätte, dass an diesem Abend eine Hochzeitsgesellschaft unter unserem Zimmer feierte. Unsere Freunde hatten bis 3 Uhr nachts kein Auge zugemacht, trotz geschlossenem Fenster (O-Ton: „Als dann gegen 3 Uhr endlich Schluss mit dem Feiern war, wurden die Vögel wach und machten weiter Krach“) ;) Die Zimmer im neuen Trakt bekommen von allem dem nichts mit und vermutlich hätten wir dann dort gebucht.

Und: In Landgasthöfen bekommt man immer auch Kontakt zu den Besitzern. Alles ist sehr persönlich und das mögen wir. So hätten wir uns dann auch gewünscht, dass die Besitzerin zum Abschied nicht nur die Rechnung ausstellt und kassiert, sondern uns auch mal gefragt hätte, ob es uns gefallen hat und uns noch einen schönen Sonntag wünscht. Darauf mussten wir leider genauso verzichten, wie die Gäste, die vor uns zahlten. Von solchen Kleinigkeiten abgesehen: Wir kommen gerne wieder!

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Verfasst von: vlhusky | 16. Mai 2009

Schloß Sörgenloch, Sörgenloch

Unser Sonnenbänkchen“ nennt Chef Thomas Heinicke liebevoll sein Schmuckstück. Fürwahr – ein Traum hier zu sitzen und durch den alten Torbogen in das Rheinhessische Hügelland zu blicken!

Wir setzten uns bei unserem letzten Besuch, einer Radtour durch Rheinhessen, aber an einen der schattigen, kleinen Tische vor dem Haus und probierten jeder ein Glas „offenen“ Wein aus der aktuellen Karte: den Gutsriesling von Wagner Stempel aus Siefersheim (3,70 € für 0.2 l – wouw, was für ein gelungener Riesling!!!) sowie einen ganz hervorragenden Sauvignon Blanc von Hofmann aus Appenheim (5,60 € für 0,2 l – herrlich frisch und „französisch“ ;) . Dazu eine große Flasche Pellegrino (5,10 €). Und da sassen wir. Und blinzelten in die Sonne. Und wollten einfach nur hier bleiben :)

Waren auch neulich seit über zwei Jahren mal wieder bei Thomas Heinicke essen, im 1. Stock, im restaurant. Das Essen war vor 2 Jahren (!) mal gut, mal nicht so gut, mehrfach gab es Reklamationen, auch  an den Nachbartischen, was schade war. Denn das Lokal ist schön, das Ambiente schlicht aber wertig, der Blick aus dem ersten Stock auf die rheinhessische Tiefebene macht Lust auf einen guten Schoppen (siehe: „Sonnenbänkchen“ weiter oben).

Da das Restaurant aber „einfach nett“ ist, die Speisekarte zu lesen immer Freude macht und, last not least, die Weinkarte mit vielen, leckeren Tropfen aus der Gegend noch mehr Freude macht (siehe oben!!!), hatten wir Lust mal wieder hinzugehen.

Nun, ob die Qualität immer noch schwankt, wissen wir nach diesem Besuch (noch) nicht. Dass wir aber wiederkommen werden, ist auch sicher. An diesem Sonntag war das Restaurant proppe-voll, u.a. eine größere Gesellschaft. Trotzdem lief alles wie am Schnürchen. Der Service war fix, kompetent und freundlich. Die empfohlenen Weine (je 0,2 l) waren, wie immer, passend und einfach richtig lecker (werde alle drei Winzer demnächst mal aufsuchen, zwei von denen noch relativ unbekannt, aber vielversprechend!). Die Gerichte kreativ, ziemlich gut angeschmeckt, die Portionen stimmten, alles eine Augenfreude und sehr lecker! Bei den Gästen war eine gute, lockere Stimmung und man sah den konzentrierten Essern an, dass es ihnen schmeckte.

Was Salzmengen angeht, sind wir nicht empfindlich, wir hatten aber bei allen 6 Gerichten das Gefühl, dass hier sicher nicht zu sparsam mit dem Salzfass umgegangen wurde (dafür standen Pfeffer und Salz auch nicht auf dem Tisch ;=)).

Summa sumarum: Das Restaurant kennen viele nicht, dazu liegt es auch zu abgeschieden (andererseits: ca. 20 Min. von Mainz entfernt ist auch nicht die Welt). An den Wochenenden ist Schloss Sörgenloch ziemlich ausgebucht mit Events und Feiern aller Art, was auch an den für dies Küche noch recht zivilen Preisen liegen mag.

Ach ja, noch etwas: im Sommer eine nette, große Terrasse mit Biergarten und manchmal „Life Cooking“!

husky und vl lassen daher völlig sörgenlos 4 *-chen in besagtes Loch gleiten: ‘Sehr gut, immer wieder gerne!’.
Wir gucken uns an und wundern uns, dass dieses Lokal immer so gut besucht ist, aber es so lange gar keiner in qype wahrnehmen will. Das freut vl, denn so können wir alle Drei es weiter als Geheimtipp „handeln“  und Spontanität vor Vor-Reservierung  setzen :)

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Verfasst von: vlhusky | 14. Mai 2009

Surf ‘n Turf

Alles schon geschrieben! Von den vielen anderen QYPErn. Einiges was ich so nie erlebt habe (z.B. schlechten Service, Trinkgeld pauschal abgezogen), vieles was ich genau so begeistert schreiben würde. Aber: 5 weitere „bloody well done“ Sternchen müssen schon sein. Damit das Ranking für’s Surf & Turf weiterhin stimmt!

O.k. – überredet: Sternchen ohne Beitrag gehört sich nicht:

Durch eine (mega-schlechte) Handy-Kamera fotografiert sieht das Fleisch hier z.B. so aus:

Wie Sie sehen, sehen sie nichts. Das Licht ist so dunkel hier (schön gemütlich!) wie das Holz (tief dunkel, sehr amerikanisch). Man sitzt quasi ‘auf Tuchfühlung’, die Tische sind eng gestellt, es ist immer proppe-voll (+ 3 x gemütlich) d.h. Fotos sind schwer zu machen (Frankenfurter hat sich da (und bei seinen weiteren Fotos) allerdings selbst übertroffen – Glückwunsch!!! (& Neid!!!)).

Was man aber gleichwohl erahnt: Schönes, saftiges, allerbestes Fleisch, prima Fettrand, das Stück schön dick geschnitten, so dass es außen scharf angebraten werden kann und innen trotzdem, je nach Gusto, blutig oder medium (durchgebraten gehört sich einfach nicht!) ist. Was man sogar trotz Unschärfe deutlich sieht: grober Pfeffer und andere Gewürze – das gibt dem (wirklich erstklassigen) Fleisch hier einen unverwechselbaren Geschmack, den ich in Euroland so noch nie gegessen zu haben glaube. Aber in Amiland!

Ob das der Grund ist, warum an den Nebentischen so viele Englisch sprechen? Ja sind diese Bänker denn noch ganz dicht, nehmen ihre amerikanischen Geschäftsfreunde mit in ein amerikanisches Steakhouse und das in ‘Merry old Germany’, wo man genauso gut alles das gut essen könnte, was es in ganz USA nirgendwo gibt? Der Stimmung an den Nebentischen nach scheint sich keiner solche Gedanken zu machen, alle spachteln, alle schwätzen, zwischendurch eine neue Flasche Penfolds Koonunga Hill Shiraz/Cabernet geordert, wahrlich kein Spitzenwein, eher Massenware, gefällig, für mich „sehr amerikanisch“, natürlich (sic!) mit Barrique-Ton – aber: er passt einfach hierhin und verbindet sich geschmacklich prima mit den Röstaromen des Fleisches!

Wir gehen (gefühlt) ca. alle 2 Jahre ins Surf and Turf. Warum so oft? Weil es (gefühlt) keine besseren Steaks gibt und wir erstklassige Steaks lieben. Warum dann nur alle 2 Jahre? Weil … ja weil … ist halt ziemlich teuer, außerdem ist es für vl und auch für husky ziemlich weit bis Frankfurt und es gibt auch so viele andere gute Restaurants in Rhein Main. Und weil wir zwischendurch nicht aufgeben, auf unserem kleinen Weber-Grill das ansatzweise nach-zu-grillen, was wir dann doch wieder nur hier im Surf & Turf bekommen. US Beef in der hier verarbeiteten Qualität bekommen wir beim deutschen Metzger nicht. Da muss man sich schon an ganz spezielle Quellen wenden, bei denen zum Teil auch die Spitzen-Gastronomie einkauft. Da kostet das Fleisch von einem Herford oder Angus Rind aus guter Aufzucht zwischen 69 und 99 €/kg. Das ganze dann gut zubereitet, etwas „Kult-Faktor“ obendrauf und die Marge des Restaurants – will sagen, die Preise im Surf’n Turf lassen sich schon herleiten.

vl und auch husky sind natürlich etwas traurig, dass ein richtig gutes Steak so teuer ist. Gleichzeitig freuen wir uns immer, wenn wir nicht ganz alleine in diesem Lokal sitzen, denn dann würde uns die Stimmung fehlen und die vielen anderen Steak-Liebhaber, die diesen ‘Fleischfetzen’ genauso genussvoll verspeisen, wie wir. Das verbindet einfach ;)

Wir kommen satt und glücklich zum Schluss: 6 Personen, jeder einen Riesen-Batzen Fleisch auf dem Teller gehabt, ratze-putze leer gegessen, uns 4 leckere Beilagen (Blattspinat, Kartoffelpü, Röstzwiebeln, noch mal Röstzwiebeln!) geteilt, dazu Wasser/Wein (rot muss er sein!)/Bier, je nach Gusto und Rolle beim Nachhausefahren. Noch ein Dessert? Ja wenn’s denn sein muss:

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Ach ja: auch das Mousse au Chocolat war große Klasse. Und ging gerade noch rein ;)

Verfasst von: vlhusky | 8. Mai 2009

Weingut Schäfer und Sohn, St Johann

Eine klitzekleine Krittelei vorweg: Rheinhessische Toskana halten wir für völlig fehl am Platze. Begriffe wie Toskana, Venedig des Nordens etc. werden immer dann strapaziert, wenn man zuhause das sucht, was man glaubt nur ganz weit weg zu finden.
vl und auch husky wissen aber, dass das eigentlich völliger Humbug ist, denn auch zuhause gibt es vieles Schönes und das ist ganz eigenständig und nicht eine (möglicherweise schlechte) Kopie von etwas ganz anderem. Soviel zum Thema Rheinhessen-Marketing (bei dem es Gott-sei-Dank mittlerweile viel, viel knackigere Ansätze gibt, guckst Du z.B. hier: Blauarsch schlägt Gelblack!)

Ach ja: Wir sind bei Schäfer & Sohn, mal wieder. Diesmal (leider) ohne Weinprobe, „nur“ mit einem leckeren Winzeressen und allen Weinen des Guts, die wir trinken mochten. Volker Schäfer und seine nette Gattin haben es auch ohne Weinprobe geschafft, eine schöne (und auch rheinhessische) Stimmung zu erzeugen. Gegessen haben wir dabei wirklich gut und auch diverse Weine wurden mehrfach nachgefragt.

Mir gefiel, wie stimmig der schöne Raum ausgestattet, geschmückt und eingedeckt wurde. Kein verquaster Rheinhessen-Winzer-Kitsch, sondern eine gute Kombination von klassisch-bodenständig und modern-weltoffen. Das galt auch für das Essen: nicht nur Mett- und Leberwurst, sondern auch Kleinigkeiten, die man dann doch eben auch genau so gut in der ländlichen Toskana hätte finden können – klasse!

Volker Schäfer führt sein Weingut bereits in der 4. Generation. Er hat mehrere Kinder (nach denen einige seiner Weine benannt sind und zu denen gibt es nette Geschichtchen, die er sehr unterhaltsam erzählt!), aber rechnet damit, dass keiner von denen das Weingut weiter bewirtschaften wird. Aus jedem seiner Worte hört man das Wissen und die Sorgfalt heraus, die er in seine Weine steckt und die man, so finden wir, auch schmeckt. Was uns auch gefällt: Hier gibt es vieles Gutes „für den kleinen Geldbeutel“. Gut präsentiert und überzeugend ver-argumentiert. Auch hier habe ich immer das Gefühl, nicht nur ein Kistchen Wein zu kaufen, sondern auch gleich immer ein wenig Winzerfamilie dazu ;)

Die Frage, die ich mir (wieder mal) für’s nächste Mal aufbewahrt habe, ist, was es mit diesem seltsamen Wandschmuck auf sich hat, der so völlig un-rheinhessisch ist, den wir aber auch in der Toskana noch nie gesehen hatten …


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Verfasst von: vlhusky | 7. Mai 2009

Golf Hotel Rheinhessen, St Johann

Warum müssen Golfer eigentlich selbst im rheinhessischen Hügelland wissen, wie spät es auf den anderen Golfplätzen in Sydney, Tokyo, New York, … ist? Ich weiß es nicht. Ich dachte immer, Golf wäre ein Sport, den man mit viel Ruhe und Passion ausübt.

Spaß beiseite: Wir waren in einer größeren Gruppe nicht Golf spielen, sondern hatten uns ins Rheinhessische für einen Workshop zurückgezogen. Dieses unter Denkmalschutz stehende alte Hofgut mit Hotelanbau scheint uns sowohl für Golfer als auch „Workshoper“ gut geeignet zu sein. Wohltuend für mich als Zugehöriger der erstgenannten – und Skeptiker der zweiten Gruppe: Das Golfer-Getue hält sich hier in Grenzen! Man ist eben nicht in Sydney, Tokyo, New York, … sondern in „Roihesse“!

Unsere Zimmer waren großzügig und modern eingerichtet, es fehlte an nichts und wir hatten einen schönen Ausblick in die angenehm hügelige Landschaft. Der Hotel-Service war tip-top, einerseits ungekünstelt bodenständig und sehr persönlich, andererseits wiederum auch wieder professionell, will sagen „auf Zack“.

Das hauseigene Restaurant und die schöne, große, windgeschützte Terrasse hätten wir gerne besucht, allerdings hatten wir abends bei einem ortsansässigen Weingut gebucht (was allen sehr gefallen hat!). So kamen wir nur in den Genuss eines vorbestellten „Business Launch“, wobei dieser aus diversen Tabletts mit winzigen Tellerchen (etwa Espressountertassengröße) bestand, auf denen kleine Häppchen angerichtet waren, die ganz vorzüglich schmeckten und genau das Richtige waren, um nebenbei weiter zu workshopen. Zwischendrin gingen uns weder die Getränke, noch die Süssigkeiten/der Kuchen/der Kaffee/das Obst aus, alles war in großen Mengen da, so dass nie nachgelegt werden musste. Will sagen: Es war perfekt!

Zwischendurch erfreute sich vl an diversen Kleinigkeiten. So fand ich z.B. in der Seifenschale der Dusche ein Quietsche-Entchen… Hatte das jemand vergessen? War das etwa ein (in rheinhessischen Hotels zur Standard-Ausstattung gehörendes) (rheinhessisches) Dusch-Entchen (statt (Allerwelts-) Bade-Entchen)?
husky und auch vl wollten das noch nachforschen, mussten aber wieder schnell zurück zu unserem Workshop, leider :(

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Verfasst von: vlhusky | 3. Mai 2009

coffeelovers, Maastricht

In den Niederlanden habe ich bisher kein STARBUCKS gefunden. Das stört mich ganz und gar nicht. Vor allem, wenn es, wie hier in Maastricht, schöne Alternativen gibt:

COFFEELOVERS unterhält in Maastricht 3 Coffee-Bars, diese hier gegenüber vom Crowne Plaza, eine wunderschöne Kaffeetheke im Selexyz Dominicanen, einer alten Kirche, in die eine knatsch-moderne Buchhandlung eingebaut ist und eine bei der Uni. Es gibt fetzig aufgemachtes: Kaffee in allen Sorten und Geschmacksrichtungen und natürlich immer frisch zubereitet. Zum vor Ort geniessen oder im Becher zum Mitnehmen. Wer Lust hat, kriegt auch leckere italienische Paninis, Kuchen, Kekse etc.

Die Preise sind o.k, das Ambiente hip, alles sorgfältig und stimmig gestylt. Uns gefällt’s!

Der Service ist jung, freundlich und lässig, die Toiletten haben eine originelle Beschriftung, waren aber a) defekt und b) völlig verdreckt. Auch in die diversen Ecken, wo sich Geschirr und so allerlei ansammelte, wollten wir nicht wirklich hin gucken…
Wer dies genau so macht, kriegt man hier ein gutes Stück „junges, sympatisches Maastricht“ mit!

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Verfasst von: vlhusky | 3. Mai 2009

Kruisherenhotel Maastricht

Was soll man hierzu noch schreiben… Es sind die Bilder, die in meinem Kopf bleiben:

Lasst Bilder sprechen – passt doch ganz vorzüglich, gell?

Ja, ich bin drin gewesen, ziemlich lange sogar. Meine Augen haben sich nicht satt sehen können an diesem gelungenen Interieur und dieser fantastischen, originellen Architektur. Alles wieder herausnehmbar, ohne das Kloster an sich zu beschädigen (jeder Einbau hat einen Mindestabstand zu den Wänden!). Ähnlich wie im Selexyz Dominicanen, ein paar Straßen weiter.

Nein, ich habe dort nicht übernachtet. Wozu auch, ich habe genügend Freunde in Aachen.

Nein, gegessen haben wir dort auch nicht. Uns war mehr nach den welt-besten Pommes zu Mute!

Aber: Wiederkommen werden wir auf jeden Fall!

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Verfasst von: vlhusky | 3. Mai 2009

Selexyz Dominicanen, Maastricht

Schon ganz schön ungewöhnlich: Kommerz in einer Kirche. Und zwar im doppelten Sinne:

Zum einen ist hier ein gigantischer (wunderschöner) und gut sortierter Bookstore und zum anderen scheint hier die Kirche ihren aller kostbarsten Raum zu vermieten. Aber: warum eigentlich nicht. Je länger ich darüber nachdenke, umso besser gefällt mir dieser Widerspruch!

Architektonisch finde ich das Ganze sehr, sehr reizvoll. Zumal es technisch einwandfrei umgesetzt worden ist. Das Besondere: Alles ist so in die Kirche gebaut, dass man die Einbauten auch alle wieder entfernen kann. Wenn irgendwann einmal wieder Kirche statt Kommerz angesagt sein sollte. Derselbe Ansatz übrigens wie im Kruisherenhotel, wenige Straßen weiter (auch sehr sehenswert!!!)

Zwischendrin noch so allerlei, was weder Buch noch Kirche ist. Aber „Environment“ sozusagen, passender Kontext zu den Büchern daneben. Kleine Farbtupfer zwischen Gothik und Industriearchitektur…

Und dann ist da noch dieses Kaffee von coffeelovers.nl – wie man sieht, sehr gut besucht! Kein Wunder, alles schmeckt prima, die Atmosphäre ist einzigartig und es gibt passende (barocke) Life-Musik.

Wir finden das ganze sehr gelungen und aufregend. Entsprechend lange sind wir hier geblieben. Und ein paar Bücher (Englische Originale) haben wir auch gekauft!

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Verfasst von: vlhusky | 3. Mai 2009

Markt Friture Reitz, Maastricht

Ja so ist’s Recht! Vielleicht bedarf es wirklich schon Verkehrszeichen, bei dieser … Frittenbude … ??? Frittenbude? „FRITURE REITZ“ heisst dieser Laden und das klingt doch gleich viel netter! Warum nun „Verkehrszeichen“? Wer einmal (zu völlig beliebiger Zeit!) die riesige Warteschlange, die raus auf den Marktplatz reicht, gesehen hat, der versteht, was ich meine!

Das Ganze erfolgt offensichtlich „in friedlicher Kooperation“ mit dem Nachbarn rechts im Bild (der mit den beiden „Golden Arches“ ;) Der übrigens keine Schlange vor dem Eingang hatte ;) Beide Fritten (Amerikanisch vs. Holländisch) miteinander zu vergleichen wäre geradezu irrsinnig:

Hier gibt es die mega-Pommes, groß und prall. Aus dicken Kartoffeln, in mehreren Bädern mit unterschiedlicher Temperatur nacheinander so fritiert wie es sein soll: innen saftig, außen knusprig, keinesfalls fett-triefend. Das gelingt dem Reitz Team seit nun genau 100 Jahren (gab es da eigentlich schon den Anderen?)

Wie sich das hier gehört, isst man die Pommes aus einer mehrlagigen, unten spitz zulaufenden Tüte und zwar mit so allerlei leckeren Saucen: American (Achtung: spicy!), Andalusisch, Apfel, Chili, Cocktail, Curry-Ketschup, Mayo, Special (Majo, lauwarmer Curryketschup, frische Zwiebeln – immer unser Favo!), Piccalilly (was-auch-immer-das sein-mag, beinahe hätten wir es probiert!), Samurai (auch spicy), Tarte oder einfach nur mit Ketschup!

Der Könner schafft es nicht nur magen-, sondern auch handling-mässig, diese Riesenportion auch weitgehend kleckerfrei vollständig zu verdrücken. Wir merken, dass wir da etwas aus dem Traning sind, wir waren bestimmt 20 Jahre nicht mehr hier.

Warum eigentlich? Wir werden bis zum nächsten Mal nicht mehr so lange warten. Von Aachen nach Maastricht ist nicht wirklich weit und es gibt viel zu Sehen und zu entdecken in dieser Stadt!

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Es gibt eine Webseite mit dem netten Namen www.notjustfordinner.com die nicht nur diesen schönen Namen hat sondern auch noch ein bisschen mehr zu dieser „FRITURE“ verrät…

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