Emma Metzler ist der Name eines bekannten, (nicht nur im Gault Millau) hoch gelobten Restaurants im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt (MAK), am Schaumainkai-Ufer. Der Feinschmecker bewertet das Restaurant in seiner Augustausgabe 2011 als „bestes Museumsrestaurant Deutschlands“ (… wem nützt eigentlich so ein Ranking? Dem Restaurant vielleicht, dem Restaurantbesucher sicher nicht.)

Wir dachten einfach mal: Es ist ein schöner (Sams)Tag, auf nach Frankfurt, erst mal ein bisschen für die eigene Küche einkaufen in der Kleinmarkthalle (wie üblich), dann gemütlich am Main lang bummeln, dann endlich mal die interessante Ausstellung Randscharf über isländisches Design im MAK ansehen und (vorher oder nachher) auch endlich mal in’s Emma Metzler!
Gesagt getan. Natürlich gingen wir erst mal essen, dann in die Ausstellung.
Leider wird das schöne, mächtig in die Jahre gekommene Gebäude, immer noch (wir finden: im Schneckentempo) renoviert, so dass man sich zwischen Bauabsperrungen hindurch irgedwie an der (unansehnlichen) Raucherecke vorbei zum Eingang durchwuseln muss.

Drinnen wurden wir nett begrüßt und konnten uns einen Tisch aussuchen, denn es waren diesen Samstagmittag 13 Uhr nur 2 Tische besetzt. Wir schauten uns in dem nüchternen (uns gefällt er!) Raum um und ich musste an die Bemerkung im Gault Millau 2012 denken: „Kulturschock: In dem weißen, ultrapuristisch kahlen Kuben-Restaurant hängen jetzt Bilder an den Wänden“
. Sage und schreibe 2 übrigens. Natürlich in gehörigem Abstand!
Der Blick vor uns auf die kleine aber ausreichend große Mittagskarte freute uns, es gab u.a. 3 Mittagsmenüs, die auf folgende Namen hörten:
- Garten – vegetarisch (2 Gänge 18,50 / 3 Gänge 23,50),
- Land – Fleisch und Geflügel (2 Gänge 19,50 / 3 Gänge 24,50) und
- See – Fisch (2 Gänge 21,50 / 3 Gänge 26,50 )

Ich entschied mich für 2. und das entpuppte sich als gute Wahl.
Der Preis stimmte, so fanden wir, auch, für Frankfurter Verhältnisse. Allerdings sind die Weine hier (auch die offenen) wirklich nicht gerade billig, so dass man schnell auf insgesamt 50 Euro pro Nase kommt, mit Wein/Wasser/Espresso (wobei letzterer hier qualitativ genauso schlecht ist, wie in nahezu jedem anderen nicht-italienischen Gourmet-Eestaurant (leider)!).
Der Gruß aus der Küche war ein kleines Thunfisch-Tartar mit einem sehr leckeren Klecks Sauce und einem winzigen Stück Blätterteig, schön serviert, mit einem kleinen Gäbelchen zu essen.

Dieser Gruß war wirklich überzeugend. In winzigen Portiönchen aßen und genossen wir diesen kleinen Klecks und genossen dabei unseren Riesling vom Weingut Eser (Rheingau) bzw. unserem Grauburgunder vom Becker in Schwaigen. Bei dieser Gelegenheit: die gar nicht mal sooo kleine Karte offener Weine hatte eine wirklich gute Auswahl parat!
Der erste Gang des Menüs war eine Suppe aus roten Linsen, die in einer Glastasse (puristisch halt) serviert wurde und sehr köstlich abgeschmeckt mit einem Schäumchen obenauf serviert wurde. Auch die Blumenkohlsuppe aus dem Land-Menü überzeugte.

Der Hauptgang war ein leicht paniertes Filet vom Viktoriabarsch mit einem ganz fantastischen Fenchelgemüse und dem obligatorischen (aber auch hier absolut passenden) Schäumchen. – Der Fisch war schön saftig, schmeckte sehr gut, die Panane war fein und die Dicke des Filets genau richtig. Der Fenchel sah auf den ersten Blick ein bisschen aus wie gelbe Paprika, denn er war nicht, wie üblich, olivenöldurchzogen blass-beige, sondern knallgelb und schön knackig. Wir fanden: optisch und geschmacklich ein Gedicht! Auch Fenchelhasset werden hier schwach (wenn man vorher nichts verrät
). Das Gericht war insgesamt stimmig und gut. Was wir mit dieser Inbrunst zu dem Landmenü-Hauptgang (Perlhuhn mit Kräutergnocchi und Karotten) nicht sagen konnten. Hier überzeugte uns die Sauce nicht und unter Kräutergnocchi stellen wir uns vor, dass die Kräuter in den Teig eingearbeitet sind. Was sie nicht waren.

Unser Dessert war ein Traum! Wir bekamen ein „Karamellköpfli“, das eben nicht das typische Karamell-Topping hatte, sondern eines aus Kaffee. Dazu ein wirklich leckeres Kaffee-Eis, serviert in einer schön knusprg-süß karamellisierten, dünnen Waffel. Sah alles traumhaft aus und schmeckte auch so.
Mittlerweile (es war kurz vor 15:00) kamen die ersten Nachmittagsgäste, für die es eine nochmals deutlich „abgespecktere“Nachmittags-Karte gab. Was wir sahen, gefiel uns gut, bringen wir aber nicht mit 16 Gault Millau Hauben in Verbindung.
Sonst noch: Den Service fanden wir in Ordnung. Wir saßen so, dass wir gut in die (verhältnismäßig große) Küche sehen konnten, insbesondere wie (für uns) angerichtet wurde, Irgendwie fanden wir es nett, dass dort 3 Personen ausschließlich für uns zwei kochten (gell, husky?).
Was gar nicht geht: Wir sind der sehr festen Meinung, dass ein mit 16 Kochmützen (hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität – erstklassig) ausgezeichnetes Restaurant ihren Gästen auf keinen Fall solch billigen, gestanzten Papieruntersetzer vorsetzen sollten, wie wir sie eher von „Cafe Kännchen“ her kennen
.
Zum Restaurant auch:
kuechenreise.com mit einem schön beschriebenen, gut bebilderten Bericht
restaurant-kritik.de: 6 Bewertungen: 4,38
tripadvisor.de: 13 ziemlich durchwachsene Bewertungen von „schlecht und überbewertet“ bis „sehr fein“
viamichelin.de mit leider nur 1 Beitrag, dieser alles 5 Sterne.
restaurant-ranglisten.de: im Durchschnitt (nur?) ein „gut“.
Letzterer Bewertung schließen wir uns mit unseren 4 (von 5) vlhusky-Sternchen gerne an, wobei wir nicht nur Essen und Service sondern auch Architektur, Möblierung und Ambiente (das wir einfach puristisch gerne haben)einschließen, incl. dem schönen Blick in den Garten.
Also: Wir kommen gerne mal wieder.
Aber vermutlich erst, wenn wir unsere lange Liste an spannenden Restaurant-Empfehlungen in Frankfurt endlich mal halbwegs abgearbeitet haben
.























Das stimmt, so finden wir, genauso wenig wie die Kategorisierung (des Inhabers?) auf QYPE „Gourmetrestaurant„. Aber ersteres ist auch eher ein Scherz und Zweiteres Geschmackssache.





























































Je länger wir da waren, umso weniger interessierte uns die Antwort auf unsere anfängliche Frage, denn wir hatten einen rundum wunderschönen Aufenthalt mit vielen schönen Erlebnissen, die den Ansitz, unsere perfekte Gastgeberin, die 22 Jahre junge Elisabeth Rabensteiner, ihr Team und alles andere betrafen. Von dieser Gegend Südtirols (das Eisacktal), den von Frau Rabensteiner sorgsam ausgesuchten Tourenvorschlägen in der näheren Gegend wollen wir hier gar nicht schreiben.





Ja, das „Wirtshausschild“ vom Ansitz Zum Steinbock ist auch nett. Wie schön, dass hier nicht nur das Wesentliche stimmt, sondern irgendwie alles und auch nicht erst seit gestern.



























Also – auf nach Bozen, zum Weingut der Familie Plattner. Etwas oberhalb von Bozen, im klassischen St. Magdalener-Gebiet, liegt das historische Weingut. In Jahrhunderte alten unterirdische Gewölbe reifen hier so einige gute Tropfen, u.a. auch ein exzellenter Sauvignon Blanc, den wir ebenfalls probieren durften. Außerdem werden die Rebsorten Muskateller, Cabernet Sauvignon und Vernatsch angebaut, letzterer mit Lagrein verschnitten als St. Magdalener im Verkauf.




















Beeidruckende Fotos? „In Echt“ kommt alles noch besser rüber. Vor allem im Morgenlicht und abends vor dem Sonnenuntergang, nachdem bzw. bevor man in der (in der Regel stark frequentierten) Drei-Zinnen-Hütte übernachtet hat.

Unser 2. Südtirol-Urlaub, diesmal „richtig“ in die Dolomiten, Wandern, Mountainbiking, Land und Leute genießen, gut essen und trinken, soweit unsere Agenda für diese Woche. Sexten ist ein idealer Ausgangspunkt für diese Aktivitäten und das 4-Sterne 
Als Antipasto gab es Büffelmozarella mit fleur de sel, Tartar von Zucchini und Tomaten und Knoblauchbruschetta. Hübsch anzusehen, sehr fein, sehr lecker. Danach dann ein Schaumsüppchen von der Petersilienwurzel mit Chips.
Anschließend hausgemachte Tortelli, gefüllt mit Golden Delicious und Südtiroler Knusperspeck, Tomatenwürfeln und Balsamico – die Torteli sehr fein, die Apfelnote leicht frisch, der Speck wirklich knusprig und mit schönem Röstaroma. Dann der Hauptgang:








Innen ist der Lindenhof einfach, ländlich, ein bisschen rustikal. Die Bedienung ist immer sehr nett und aufmerksam. Es gibt eine Reihe Weine aus der Umgegend (und wenig Internationales), offen und in der Flasche, wer das nicht mag trinkt z.B. ein frisch gezapftes Kirner (immer wieder lecker!).












husky mag den postman