Nachdem wir mit der „Schwester“, dem Incontro (um die Ecke) gute Erlebnisse verbanden, wollten wir das, wie wir finden, etwas schönere Il Golfo ausprobieren. Abseits vom Trubel des Dortmunder Weihnachtsmarktes ein wenig „Bella Italia“ spüren. Wir bekamen einen Tisch im vorderen Raum, hatten die große Theke an der Längswand mit den Vitrinen und die vielen Edelstahl-Profiküchengeräte dahinter im Überblick, während unsere Begleitung gegenüber uns und die Hinterwand mit dem großen Weinregal im Auge hatte.
Unser Keller war sehr nett, mega-umständlich, kein bisschen professionell. Wir wollen ihn uns gar nicht vorstellen, wenn es hier mal richtig voll ist, im vorderen und im hinteren Teil. Andererseits: Samstagabend zur besten Zeit, nur 2 Kellner, für ein nicht gerade kleines Lokal, hm…. Der andere Kellner ein wenig aufgebracht, schimpfte, gestikulierte: die Espressomaschine sei kaputt gegangen, welche Katastrophe!
Wir beschlossen, dass die sicher eine Ersatzmaschine irgendwo haben und orderten erst einmal ein großes Pellegrino, studierten die Karte und die ausgehängten Schiefertafeln und einigten uns auf zwei mal Miesmuscheln als Vorspeise (die Portion für 6 €) und danach 4 mal Spaghetti Vongole. Bekamen sie aber nicht, denn sie waren aus, was wir ca. 5 Min. später erfuhren. Also bestellten wir stattdessen den Pulposalat vom Nachbartisch, auch vier mal. Der übrigens auch aus war, was erneut ca. 5 Min. später festgestellt wurde. Von einem Kellner, der sich in seiner Unkonzentriertheit nicht die Bohne aus der Hektik bringen lies. Mittlerweile hatten wir einen Vino Nobile de Montepulciano ausgesucht, der, wen wundert’s eigentlich noch, gerade aus war. Stattdessen wurde uns eine Flasche Montalcino hin gestellt, der aber bis auf die ersten 4 Buchstaben und die Farbe rein wirklich gar nichts gemeinsam hatte mit dem, was wir eigentlich wollten. Mein Versuch, durch den Kellner endlich mal eine Empfehlung zu bekommen, dauerte noch ein wenig, die Genervtheit auf beiden Seiten nahm zu, fehlte nur noch, dass sich auch noch unsere Gäste einschalten, dann wäre es wahrscheinlich bei uns rund gegangen wie auf einem italienischen Wochenmarkt
Endlich bekamen wir was wir wollten: Den preiswertesten Wein im Sortiment, einen Sangiovese aus einer Canina xy, der uns so angepriesen wurde, wie wir es von Anfang an erwartet hatten und der uns allen gut schmeckte und der auch wirklich gut zu unserem Essen passte. Das waren nun schlussendlich Spaghettini mit Riesengarnelen in einer leicht scharfen Knoblauch-Piripirisauce. Denn die standen nicht nur auf der Karte sondern waren auch da (dafür waren sie nicht in der Kasse eingespeichert).
Essen und Wein passten und schmeckten gut. Die Miesmuscheln waren hervorragend in ihrer schön fruchtig-scharfen Tomatensauce (auch mit Piripiri), die Portion für eine Vorspeise fast zu groß und für 6 € wirklich günstig. Die Gambas waren wirklich ganz hervorragend zubereitet, das Äußere leicht knuprig, die Schalen vollständig abgelöst bis auf den kleinen Schwanz, auch ohne Pasta wären sie ein Genuss gewesen. Die Spaghettini waren so wie man es von einem Italiener erwartet.
Unser Kellner und wir wurden übrgens, nachdem das mit der Weinempfehlung endlich geklärt war und wir ihn für seine Empfehlung mit grßoen Worten lobten, für den Rest des Abends „gute Freunde“. Was wir auch nach-)bestellten oder was er brachte, sogar der Korkenzieher, war leider gerade „aus“ oder „kaputt“ und selbst die Kasse (der Joke kam von ihm!) ging am Ende nicht mehr, so dass wir nicht zahlen können. Stand mit zusammengezogenen Schultern vor uns, mit den Händen in der Luft und grinste uns an.
Da wir trotz mittlerweile 2 Flaschen Sangoviese immer noch ganz gut unterscheiden konnten zwischen Wirklichkeit und Witz, zahlten wir, legten ein angemessenes Trinkgeld drauf und trotteten „gut gefüllt“ von dannen. Und unterhielten uns dabei noch ein wenig über den wirklich netten Abend, den wir im Il Golfo verbracht hatten.































Als notorische Frühaufsteher saßen wir schon vor 8 Uhr an einem der noch ungedeckten Tische, mit unserem Notebook und nutzen das kostenlose WiFi. Bis der Service kam und eindecken wollte. Jeden Tag eine neue Dame, alle wollten uns mit Vehemenz vertreiben, weil sie eindecken müssten, da gleich Heerscharen von Gästen kämen. Da wir wussten dass diese im allgemeinen nicht alle um 8:00 in der Früh gleichzeitig kommen und im Übrigen dieser Tisch „unser“ Tisch ist, verteidigten wir unsere Position und erlebten jeden Morgen eine einerseits hilflose (da nicht gut Englisch sprechende) italienische Servicekraft, die andererseits temperamentmässig kurz vor dem Ausrasten war und sich auch mal auf ziemlich ungeschickte Weise im Ton vergriff. Kurze Zeit später hörten wir aus dem Nebenraum (Küche), ein ebenso leidenschaftliches Telefonat mit, dass zwischen einem herzergreifenden Schluchzen und gleichzeitig ziemlich temperamentvollen Wutausbrüchen schwankte. Es ging dabei, so gut können wir dann doch Italienisch, nicht um uns. Gott sei Dank.
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Schlußendlich nahmen wir noch einen gar nicht so schlechten Espresso, der mit allerlei ganz fantastischer Schokolade und kleinen Gelee-Würfelchen serviert wurde. Jedes Stück/jedes Würfelchen eine kleine Sünde, die sich lohnte. Zum Kaffee dann wieder etwas sehr ungewöhnliches. Wir kennen Würfelzucker, Streuzucker, Hagelzucker, Puderzucker, … aber Zucker in dieser Form kannten wir noch nicht.
1. Das Eis hier – ein Traum: große Vielfalt, animierende Farben, wunderbarer Geschmack, wunderbar cremige Konsistenz. Das Ganze ohne Konservierungsstoffe und mit Milch von glücklichen Bio-Kühen. Man achtet hier auf erstklassige Rohstoffqualität und gutes Handwerk. Ich bin erstaunt, wie wunderbar kräftig und „rund“ z.B. das Mango- und das Passionsfruchteis schmecken. Und wie klar die Farben heraus kommen. Trotz „fehlender“ Aromen und anderer Zuschlagstoffe. Erstklassig!

„Zwar gehen hier die Touristen ein und aus, dennoch hat das alte, heraus geputzte Fachwerkhaus direkt am Ufer der Ill seinen Charme. Wer keine spektakuläre Gourmetküche sucht und sich an dem abgeklärten Service nicht stört, der kann hier ordentlich essen, und zwar zu vernünftigen Preisen.„
Wir orderten es jedenfalls hiernach noch häufiger, an anderen Stellen im Elsass, wenn uns nicht nach Wein zumute war.











































Die 5-Sterne Gastronomie im Rheingau lässt mich zwar nicht „kalt“, aber Geld ausgeben will ich dafür eigentlich auch nicht wirklich. Auf „meiner“ Rheinseite gibt es schließlich auch sehr viel sehr gutes, oft unscheinbarer, dann aber vielfach überraschend bis überragend gut. Ich entdecke lieber selber, als im Laufe meines Lebens einen Teil der knapp 800 Seiten Gault Millau „Reiseführer für Genießer“ abzuarbeiten 

























































































