Verfasst von: vlhusky | 14. Januar 2012

Restaurant Emma Metzler, Sachsenhausen, Frankfurt am Main

Emma Metzler ist der Name eines bekannten, (nicht nur im Gault Millau) hoch gelobten Restaurants im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt (MAK), am Schaumainkai-Ufer. Der Feinschmecker bewertet das Restaurant in seiner Augustausgabe 2011 als „bestes Museumsrestaurant Deutschlands“ (… wem nützt eigentlich so ein Ranking? Dem Restaurant vielleicht, dem Restaurantbesucher sicher nicht.)

Wir dachten einfach mal: Es ist ein schöner (Sams)Tag, auf nach Frankfurt, erst mal ein bisschen für die eigene Küche einkaufen in der Kleinmarkthalle (wie üblich), dann gemütlich am Main lang bummeln, dann endlich mal die interessante Ausstellung Randscharf über isländisches Design im MAK ansehen und (vorher oder nachher) auch endlich mal in’s Emma Metzler!

Gesagt getan. Natürlich gingen wir erst mal essen, dann in die Ausstellung.

Leider wird das schöne, mächtig in die Jahre gekommene Gebäude, immer noch (wir finden: im Schneckentempo) renoviert, so dass man sich zwischen Bauabsperrungen hindurch irgedwie an der (unansehnlichen) Raucherecke vorbei zum Eingang durchwuseln muss.

Drinnen wurden wir nett begrüßt und konnten uns einen Tisch aussuchen, denn es waren diesen Samstagmittag 13 Uhr nur 2 Tische besetzt. Wir schauten uns in dem nüchternen (uns gefällt er!) Raum um und ich musste an die Bemerkung im Gault Millau 2012 denken: „Kulturschock: In dem weißen, ultrapuristisch kahlen Kuben-Restaurant hängen jetzt Bilder an den Wänden;) . Sage und schreibe 2 übrigens. Natürlich in gehörigem Abstand!

Der Blick vor uns auf die kleine aber ausreichend große Mittagskarte freute uns, es gab u.a. 3 Mittagsmenüs, die auf folgende Namen hörten:

  1. Garten – vegetarisch (2 Gänge 18,50 / 3 Gänge 23,50),
  2. Land – Fleisch und Geflügel  (2 Gänge 19,50 / 3 Gänge 24,50) und
  3. See – Fisch (2 Gänge 21,50 / 3 Gänge 26,50 )

Ich entschied mich für 2. und das entpuppte sich als gute Wahl.

Der Preis stimmte, so fanden wir, auch, für Frankfurter Verhältnisse. Allerdings sind die Weine hier (auch die offenen) wirklich nicht gerade billig, so dass man schnell auf insgesamt 50 Euro pro Nase kommt, mit Wein/Wasser/Espresso (wobei letzterer hier qualitativ genauso schlecht ist, wie in nahezu jedem anderen nicht-italienischen Gourmet-Eestaurant (leider)!).

Der Gruß aus der Küche war ein kleines Thunfisch-Tartar mit einem sehr leckeren Klecks Sauce und einem winzigen Stück Blätterteig, schön serviert, mit einem kleinen Gäbelchen zu essen.

Dieser Gruß war wirklich überzeugend. In winzigen Portiönchen aßen und genossen wir diesen kleinen Klecks und genossen dabei unseren Riesling vom Weingut Eser (Rheingau) bzw. unserem Grauburgunder vom Becker in Schwaigen. Bei dieser Gelegenheit: die gar nicht mal sooo kleine Karte offener Weine hatte eine wirklich gute Auswahl parat!

Der erste Gang des Menüs war eine Suppe aus roten Linsen, die in einer Glastasse (puristisch halt) serviert wurde und sehr köstlich abgeschmeckt mit einem Schäumchen obenauf serviert wurde. Auch die Blumenkohlsuppe aus dem Land-Menü überzeugte.

Der Hauptgang war ein leicht paniertes Filet vom Viktoriabarsch mit einem ganz fantastischen Fenchelgemüse und dem obligatorischen (aber auch hier absolut passenden) Schäumchen.  – Der Fisch war schön saftig, schmeckte sehr gut, die Panane war fein und die Dicke des Filets genau richtig. Der Fenchel sah auf den ersten Blick ein bisschen aus wie gelbe Paprika, denn er war nicht, wie üblich, olivenöldurchzogen blass-beige, sondern knallgelb und schön knackig. Wir fanden: optisch und geschmacklich ein Gedicht! Auch Fenchelhasset werden hier schwach (wenn man vorher nichts verrät ;) ).  Das Gericht war insgesamt stimmig und gut. Was wir mit dieser Inbrunst  zu dem Landmenü-Hauptgang (Perlhuhn mit Kräutergnocchi und Karotten) nicht sagen konnten. Hier überzeugte uns die Sauce nicht und unter Kräutergnocchi stellen wir uns vor, dass die Kräuter in den Teig eingearbeitet sind. Was sie nicht waren.

Unser Dessert war ein Traum! Wir bekamen ein „Karamellköpfli“, das eben nicht das typische Karamell-Topping hatte, sondern eines aus Kaffee. Dazu ein wirklich leckeres Kaffee-Eis, serviert in einer schön knusprg-süß karamellisierten, dünnen Waffel. Sah alles traumhaft aus und schmeckte auch so.

Mittlerweile (es war kurz vor 15:00) kamen die ersten Nachmittagsgäste, für die es eine nochmals deutlich „abgespecktere“Nachmittags-Karte gab. Was wir sahen, gefiel uns gut, bringen wir aber nicht mit 16 Gault Millau Hauben in Verbindung.

Sonst noch: Den Service fanden wir in Ordnung. Wir saßen so, dass wir gut in die (verhältnismäßig große) Küche sehen konnten, insbesondere wie (für uns) angerichtet wurde, Irgendwie fanden wir es nett, dass dort 3 Personen ausschließlich für uns zwei kochten (gell, husky?).

Was gar nicht geht: Wir sind der sehr festen Meinung, dass ein mit 16 Kochmützen (hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität – erstklassig) ausgezeichnetes Restaurant ihren Gästen auf keinen Fall solch billigen, gestanzten Papieruntersetzer vorsetzen sollten, wie wir sie eher von „Cafe Kännchen“ her kennen :( .

Zum Restaurant auch:

kuechenreise.com mit einem  schön beschriebenen, gut bebilderten Bericht
restaurant-kritik.de: 6 Bewertungen: 4,38
tripadvisor.de: 13 ziemlich durchwachsene Bewertungen von „schlecht und überbewertet“ bis „sehr fein“
viamichelin.de mit leider nur 1 Beitrag, dieser alles 5 Sterne.
restaurant-ranglisten.de: im Durchschnitt (nur?) ein „gut“.

Letzterer Bewertung schließen wir uns mit unseren 4 (von 5) vlhusky-Sternchen gerne an, wobei wir nicht nur Essen und Service sondern auch Architektur, Möblierung und Ambiente (das wir einfach puristisch gerne haben)einschließen, incl. dem schönen Blick in den Garten.

Also: Wir kommen gerne mal wieder.
Aber vermutlich erst, wenn wir unsere lange Liste an spannenden Restaurant-Empfehlungen in Frankfurt endlich mal halbwegs abgearbeitet haben ;) .

Verfasst von: vlhusky | 17. Dezember 2011

Bobbeschänkelche, Wiesbaden

Unsere Ergänzung Dezember 2011:

Wir erhöhen auf 4 vlhusky-Sternchen! – Zwar waren wir immer noch nicht außerhalb der Gänse-Saison hier, aber auch dieses Mal, der gabte Laden d.h. alle 3 Räume waren bis auf den letzten Platz voll belegt, alle hatten Gans und alles klappte wieder absolut perfekt. Unser Gäste (alleine wir waren 12 Personen) kannten das Bobbeschänkelche noch nicht und waren rundherum begeistert. Deshalb muss nun „die 4″ einfach sein :) !

Unser Original-Beitrag vom 28.11.2010:

Nachdem uns nun schon zum x-ten Mal empfohlen wurde, die obligatorische Gans zum Jahresende doch mal im Bobbeschänkelche zu essen, haben wir das nun einfach auch mal gemacht. Dieses Lokal mit dem seltsam-hessisch klingenden Namen kennen wir (von außen) schon seit x Jahrzehnten, die Lage, die äußere Erscheinung und auch die ausgehängte Speisekarte hatten uns aber all’ die Jahr(zehnt)e eher davon abgehalten hier rein zu gehen. Nun sind wir vielleicht mittlerweile genauso in die Jahre gekommen, wie das Bobbeschänkelche, aber egal, die Empfehlung kam schließlich aus einer absolut glaubwürdigen Quelle :) .

Kurz und knapp:
Die Gans schmeckte ganz vorzüglich! (und die Beilagen, der Feldsalat als Vorspeise, das Bier, der Wein ebenfalls)

Wer mehr Details mag:
Innen ist es gemütlich, gehobene Wirtshausatmosphäre. Eine ansprechende Weinkarte mit (für Wiesbaden) erträglichen Preisen. Sehr freundlicher, zuvorkommender Service. Insgesamt angenehme Stimmung, es war gut gefüllt. Genau genommen muss man schon im September buchen, um überhaupt noch einen Tisch hier zu bekommen, zum Gans essen. Hierfür öffnet das B. auch sonntags (was es sonst nicht tut).
Wir aßen „das komplette Programm“ d.h. einen lecker angemachten Feldsalat, die schön knusprige und wirklich gut schmeckende Gans (genau genommen Brust mit Schlegel) mit Klößen, Maronen und Rotkraut, danach ein durchaus akzeptables Crème brûlée. Getrunken hatten wir, auf Empfehlung, einen Spätburgunder (Magnum) aus Rheinhessen (2007er Blauer Spätburgunder, QbA, trocken Michael Beck, Weingut Hedesheimer-Hof, Stadecken-Elsheim), den wir noch nicht kannten. Die Empfehlung war sehr gut!

Alles in allem: wir sechs waren hoch zufrieden und werden nächstes Jahr zur Gans wiederkommen. Und zwischendurch mal? Gute Frage, mal sehen. Es gibt wohl einen netten Innenhof, wo man im Sommer gut sitzen kann. Ansonsten scheint das B. nicht für jeden in Wiesbaden zu den Top-Locations zu gehören. Ob das negativ zu bewerten ist oder vielleicht eher eine Auszeichnung ist, wissen wir (noch) nicht. Aber wir werden es sicher herausfinden. Irgendwann. Und dann würden wir auch gerne 4 vlhusky-Sternchen geben wollen ;)

Verfasst von: vlhusky | 15. Dezember 2011

Lennhof Hotel und Restaurant, Dortmund

Aktualisierung Dezember 2011:

Leider schwankt die Qualität in (Lennhof und) Lennis. Auch die Reaktion des Services ist unterschiedlich, je nach Gast und Lust und Laune. Hier unterscheidet sich dieses Haus nicht von sehr vielen anderen in Dortmund und Umgebung :( .

Mein ursprünglicher Beitrag vom 28.11.2008:

Hübsch einladend schaut es aus, wenn man nach einer langen Reise auf den Parkplatz fährt und weiß, dass man nun ausruhen und in diesem schönen Fachwerkhaus, das inmitten einer Wohnanlage am Stadtrand Dortmunds steht, einen netten Abend und/oder eine angenehme Nacht verbringen kann.

Sehr willkommen fühle ich mich immer wieder sehr schnell, wenn ich dieses sympathische und sehr gelungene Design-Hotel Lennhoff durch die automatische Eingangstür betrete. Was ich die letzten 4 – 5 Jahre regelmässig gemacht habe. Mal mit Kollegen, mal mit Geschäftsbesuch, auch alleine.

Innen drin erwartet mich immer ein persönliches, unprätentiöses Ambiente, das ich gerne immer wieder besuche, wenn ich in Dortmund bin. Auch privat suche ich es mittlerweile auf, denn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt vollkommen.

Die Zimmer sind modern und stilistisch stimmig eingerichtet, alles was man braucht ist da. Das Bad ist manchmal so klein, dass man in einigen Zimmern quasi über die Toilette in die Dusche steigen muss. Auch hier eine hochwertige Ausstattung, alles ist prima in Schuss und gut gepflegt!

Hinter dem Bett immer ein überdimensionales, modernes Gemälde mit einem Fußballmotiv. Borussia lässt grüßen, Lennhof gehörte mal dem Verein. Die Matratzen sind prima und man schläft auch bei offenem Fenster ruhig und fest. Vor allem, wenn man es sich am Abend hat gut gehen lassen, im Lennis, bei Küchenchef Wilko Masan, in dem schönen, gemütlichen Restaurant, das wir aktuell in vor-weihnachtlicher Stimmung besuchten.

Das Lennis habe ich noch nie voll erlebt. Man sitzt hier sehr ungezwungen, hat viel Platz, es geht ausgesprochen locker zu. Man merkt, dass man im Ruhrpott ist. Will nicht heißen, dass der Service nicht auf die Form achtet, das tut er schon. Aber es passieren immer wieder kleine, sympathische Fehler. Zum Beispiel, indem ich den ausgesuchten Rotwein probieren darf, dann rundum eingeschenkt wird, außer zum Schluss bei mir, ich wurde einfach vergessen :) Das stört mich nicht wirklich hier, denn, wie gesagt, man gibt sich Mühe und ist dabei halt auch locker ;) .

Apropos Rotwein: Ja, selbst in Dortmund wird einem zum Essen ein guter Pfälzer angeboten und in diesem Fall ein absolut passender noch dazu, zu der Gans, die wir zu sechst mit großem Genuss verspeisten. Dieser Wein hörte auf den Namen Aufwind, ist ein Cuvé aus St. Laurent und Cabernet Sauvignon und kann, für zu Hause ;) , z.B. beim Winzer, dem Weingut Hensel aus Bad Dürkheim für 9 € gekauft und bestellt werden. Der Wein schmeckte und passte ganz prima, so dass es nicht bei 1 Flasche blieb (we so oft ;) .

Wilko Masan und sein Team sind kreativ. Das kann daneben gehen (wir waren nicht immer so zufrieden wie heute) oder funktionieren. Heute funktionierte es mit unserer Gans ganz gut (wäre da nicht der Reiz des Wortspiels, hätte ich geschrieben, dass die Gans samt Beilagen und Sauce schlicht gut schmeckte!) und mit dem Dessert perfekt:

Ich finde, nun haben vl und auch husky genug gelobt!
Aber da war noch etwas:

An manchen Plätzen mögen es die Besitzer gar nicht und verneinen ganz heftig und argwöhnisch, wenn vl fragt, ob er ein paar Fotos machen dürfe. Hier blickte man mich sehr freundlich an und sagte ein aufforderndes „Na klar!„, was ich dann auch ausgiebig auskostete. Sehr zum Amusement der 3 Servicekräfte, die alle immer wieder aus dem Bild hüpften, bevor ich abdrückte ;) .

Verfasst von: vlhusky | 20. November 2011

Restaurant Bootshaus, Mainz

Gefällt uns, das neue Lokal von Frank Buchholz, am Mainzer Rheinufer, wenn man vom Hyatt/Fort Malakoff Richtung Weisenau geht!

Von außen ein ansehnliches Gebäude mit moderner Holzfassade, das die noch ziemlich triste Gegend aufwertet. Innen wirkt das Ganze, wie sagt man so schön, „trendy„.

Auch hier viel (helles) Holz, zusammen mit modernem, hochwertigem Mobiliar. Bedient wird man von einem (sehr) jungen Team, wir freuten uns, dass uns gleich die junge Dame willkommen hiess, die uns auch am Abend zuvor in Franks Gourmet-Restaurant in Mainz Gonsenheim bediente (wobei sie über uns in diesem Moment vermutlich genauso verdutzt war wie wir über sie ;) ).

Wir saßen ein Weilchen hier, aßen ein Tellerchen, tranken ein Gläschen dazu und erfreuten uns an der lässigen Stimmung hier. Da wir (Sonntagmittag) nicht vorbestellt hatten, saßen wir mit Anderen an einem langen Stehtisch und nahmen Gespräche aus dem Bootsclub ebenso war wie die von Familien auf ihrem Sonntagsspaziergang u.v.m. Wir genossen den schönen Rundumblick durch die Glasfassade auf den Rhein, in voller Breite sowie „landeinwärts“ über den kleinen Hafen in Richtung Stadt. Und wir sahen zu, wie die Clubmitglieder ihre Boote zu Wasser brachten und was sie sonst noch so machten.

Die kleine Speise- und Getränkekarte (und das was wir auf unserem Teller/im Glas hatten) gefiel uns sehr gut, ebenso die lecker ausschauenden Torten, wegen denen wir eigentlich, auf Franks Empfehlung, hierhin gegangen sind. Aber kurzfristige Programmänderungen müssen halt möglich sein ;) .

Summa summarum: Das Bootshaus ist eine Bereicherung für dieses Eckchen!

Verfasst von: vlhusky | 19. November 2011

Restaurant Buchholz, Mainz-Gonsenheim

Jetzt wohnen wir bald 10 Jahre in der Region und knapp genauso lang gehen wir nun schon zu Frank essen. Selten, aber ganz bewusst. Und wir verlassen das Restaurant immer später und sehr zufrieden!

Aber vor dem Verlassen steht bekanntlich das Kommen. Ab dieser Sekunde erleben wir jedes Mal eine sehr gelungene Melange von Professionalität und ganz vielen Wohlfühl-Elementen. Was wir hier nie erleben ist Steifheit. Und genau diese Balance von Professionalität und Lässigkeit macht für uns das Buchholz aus. Kreatives Kochen auf (für uns) höchstem Niveau, eine fantastische Weinkarte mit gut ausgesuchten Tropfen aus der Region und von sonst wo, die Weine sehr gut (und überhaupt nicht affektiert) beschrieben, ein aufmerksamer, flinker Service, insgesamt ein gutes Timing zwischen den Gängen, und und und – alles passt hier für uns so gut zusammen, wie kaum sonst. Alles dies und noch viel mehr nachzulesen überall in der Presse, im Guide Michelin etc.

Was uns dieses Mal besonders gut gefiel, das war „unser“ Stammtisch (den wir uns mit einem anderen Pärchen teilten und Frank, der ab und an kam und mit uns ein wenig plauderte).

An besagtem Stammtisch war es besonders lässig und man bekam viel mit vom Service, von den anderen kommenden und gehenden Gästen, vom Gläser spülen, wir sahen alles was aus der Küche kam und … freuten uns auf unser 5 Gang Menü. Im Bild: Gereiftes Rinderfilet mit Café de Paris Butter, Spitzkohl und Kürbis das (wie alles Andere auch) einfach köstlich war, für Auge, Nase, Mund. Punkt. Die anderen Gänge: Matjes ‘Hausfrauen Art’ mit Pumpernickel, Gebratene Jakobsmuschel mit Safranfenchel und Auberginenpüree und danach:Strammer Max!

Na klar – Strammer Max! In unserer Neugierde haben wir uns denken können, das das vermutlich mit einem Wachtelei war. Was wir noch herausschmeckten: Gänseleber, Trüffelöl u.v.m. – mal wieder eine von Franks netten, lässigen Ideen, handwerklich perfekt inszeniert und umgesetzt. Strammer Max gibt es jetzt bei uns zuhause nicht mehr ;) . Im Ernst: Wir kochen selber gerne und das auch meist nicht wirklich schlecht. Aber es gibt Gerichte, die ist man lieber in einem guten Restaurant, vielleicht auch in einem mit einem Michelin-Stern. Strammer Max zum Beispiel :) .

Als Dessert dann noch eine wunderschöne Klitzekleinigkeit, „Interpretation einer Winterlandschaft aus Schokolade und Kirschen“ – bewusst ohne Foto, sonst ist es keine Überraschung mehr. Wobei wir solche Überraschungen lieben (ich erinnere mich noch an einen Salat Nicoise, der auch eher wie eine „Salatlandschaft“ aussah, aber alles enthielt was einen Salat Nicoise ausmacht, geschmacklich aber stärker ausdifferenziert).

Wo wir gerade bei Überraschungen sind: Die Speisekarte enthält (augenscheinlich) keine Preise. Ein Grund sich zu ärgern? Nicht, wenn man genau hinschaut: Die Karte enthält halt nur Buchstaben, keine Zahlen. Was irgendwie schöner aussieht und trotzdem die Preise enthält ;) .

Noch eine Überraschung.

 

Verfasst von: vlhusky | 11. November 2011

Cafe Portugal, Mainz

Meine Aktualisierung November 2011:

Habe immer noch nicht herausgefunden warum das hier „Cafe“ (ohne Strichlein auf dem „e“) heißt. Kann gut mit dieser offenen Frage leben, denn die Antwort interessiert niemanden, der hierhin geht. Habe aktuell in der hintersten Ecke genau unter dem Fernseher gesessen. Eine interessante Erfahrung übrigens: fast das ganze Lokal guckt einen immer wieder an, könnte man glauben. Selbst der Wirt. Aber selbst heftiges Winken bringt ihn nicht dazu, zu kommen, zu wichtig ist das Fußballspiel was gerade läuft. Egal, passt schon!

Wie immer: Bacalhau, siehe unten. Scheint mittlerweile aus einer Art Fritteuse zu kommen – schade! Obwohl – macht eigentlich nichts, wir fanden es, wie immer, richtig klasse hier. Diese „zerdetschten“ Kartöffelchen mit dem vielen Knoblauch … wir werden viele hundert Jahre alt werden, nach diesem Abend ;) .

Mein Beitrag April 2008:

Hier gehen wir immer wieder gerne hin: ein waschechter Portugiese, so wie er in Portugal in jedem Ort zu Hauf’ zu finden ist:

Unauffälliges Lokal ohne Schnick und ohne Schnack, grund-solide, einfache Küche, gut gemacht (mit viel (ganz viel, sehr leckerem) Knoblauch, viel Olivenöl), nix Aufwendiges, dafür viel Schmackhaftes.
Dazu die typischen (bezahlbaren!) portugiesischen Weine, der typische (sehr persönliche, aber nicht wirklich „perfekte“ Service (der immer viel Zeit hat/lange braucht – _auf die portugiesisch Art_ eben). Das Ganze immer gut besucht, viele Portugiesen, viele Studenten, viele „stink-normale“ Leute!

Sehr lecker (wenn man’s mag): Bacalhau mit kleine leicht „zerdetschten“ Kartöffelchen in Olivenöl und Knoblauch. Außerdem: Gambas in Olivenöl (… krieg’ grad’ mächtigen Appetit :=)) .

Warum das Ganze Cafe heißt? Keine Ahnung, werd’ beim nächsten Mal fragen – ist eigentlich ‘ne reinrassige Ess-Kneipe!

Verfasst von: vlhusky | 4. November 2011

Restaurant Zum Goldenen Engel, Flonheim

Für mich ist das eine Weinstube und zugleich eine der besten Empfehlungen seit langem! Vor allem wenn man es im Zusammenhang sieht mit Engels Weinwelt.

Ja, natürlich kann man hier auch Bier (und Anderes) trinken, aber dieses Foto musste einfach nur mal sein, weil hier ein Bier seinen Namen hat, meint vl ;) .

Was uns mehr interessierte, waren die tollen Weine, die uns Lutz Eppard empfahl, das tolle Essen aus der kleinen aber sehr feinen (im Übrigen nach Angebot wechselnden) Speisekarte von Klaus Mayer, sowie der sehr sympathische Service von der netten  Sabine Lenner.

Unser krosser Pulpo (11,50 €) war schon mal eine Offenbarung. Leckere Röstaromen, butterzartes Fleisch, leckeres Gemüse, alles umhüllt von einem schönen Schaum. Danach…

… wollten wir etwas Fleischiges (Tartar mit Bratkartoffeln 16,50 €), dass gut zu unserem Malbec und unserem Cote du Rhone passte. Was es dann auch tat :) . Das Tartar war sehr lecker angemacht, es gab Senf zum Nachwürzen dazu und ein paar Pimentos. Die Bratkartoffeln – lecker! Will sagen: außen schön knusprig, innen saftig, gut gewürzt, nicht zu fettig.

Zu guter Letzt:

Das Crème Brulée mit Sorbet (6,50 €) als würdiger Abschluss. Interessant: mal nicht serviert in einem Ton-Tiegelchen, sondern als rechteckiger Streifen. Die Hauptsache: es schmeckte richtig gut, jedes für sich und alles zusammen.

Hinzuzufügen wäre dann noch:

Wir gehen mittlerweile einmal im Monat hierhin, Freitagsabends, mit Freunden. Vorher kaufen wir bei Lutz Eppard noch ein bisschen Wein. Oder nachher, auch wenn’s dann schon spät geworden ist. Aber hier geht es insgesamt so lässig her, wie es sein sollte, wenn guter Wein und gutes Essen in einer Weinstube zusammenkommen.

Unbedingt ausprobieren (raten vl und auch husky), aber unbedingt vorher reservieren! Und die Öffnungstage beachten (Montags ist es hier übrigens besonders voll und man trifft dann auch den einen oder anderen Gastronomen aus der Gegend, der an diesem Tag zu hat)…

Verfasst von: vlhusky | 4. November 2011

Engels Weinwelt – Weinhandel und Weinbar, Flonheim

Schade dass Engels Weinwelt „so weit weg“ ist. Obwohl: Ist sie eigentlich gar nicht, denn zum Einen kann man hier gut online einkaufen und zum Anderen … wir fahren von Ingelheim Richtung Alzey 40 km/eine halbe Stunde und sind dann da. Der Weg lohnt und zwar in doppelter Hinsicht. Hier die erste:

In einem wunderschönen Gebäude am schönen Marktplatz im idylllischen, rheinhesssischen Flonheim sind sowohl die Vinothek (Grund 1), als auch das Restaurant Zum Goldenen Engel (Grund 2) untergebracht. Zu Ersterem:

Mehrfacher Empfehlung folgend hatten wir nun schon zum zweiten Mal „voll beladen“ die Vinothek verlassen. Unser neuestes Mitbringsel: eine Reihe ganz unterschiedlicher Chardonnays aus Rheinhessen.

Und – was soll ich sagen … ich kenne mich nach nunmehr 10 Jahren in der Region, glaube ich, recht gut aus. Dennoch, bei Lutz Eppard finde ich eine Überraschung nach der Anderen. Und ein unglaublich stimmiges, großes Sortiment. Die Chardonnays zu verkosten, mit Freunden, in Ruhe zu Hause war ein Genuss. Dabei wollte ich doch eigentlich die Überseeweine von Lutz Eppard probieren. Aber das kommt dann vielleicht das nächste Mal. Wenn nicht wieder etwas Neues Überraschendes als Empfehlung dazwischen kommt ;) .

Wer Lust auf Überraschendes hat, die vielen Facetten guten Weins Lust hat zu erschmecken, dem sei ein Besuch der rheinhessischen „Diaspora“ sehr zu empfehlen. Am Besten an einem schönen Tag, an dem man zugleich die Gegend ein wenig erkunden (oder erwandern) kann und dann zu einem tollen Abendessen im Restaurant Goldener Engel, wo man viele der Weine zu einem vernünftigen Preis (Vk + 9 € Korkgeld die Flasche) und mit guter Kommentierung probieren kann. Man sollte aber einen Fahrer dabei haben, denn der Wein schmeckt hier einfach all’ zu gut ;) .

Verfasst von: vlhusky | 14. Oktober 2011

Assador, Ingelheim

Das stimmt, so finden wir, genauso wenig wie die Kategorisierung (des Inhabers?)  auf QYPE „Gourmetrestaurant„. Aber ersteres ist auch eher ein Scherz und Zweiteres Geschmackssache.

However -  wir freuen uns, dass es nach vielen wechselhaften Jahren endlich mal etwas richtig Gutes in der Eulenmühle gibt, denn das ist wirklich ein schöner Platz und er ist durch ein paar neue Details noch schöner geworden. Wobei ich das Fleckchen an sich im schönen Selztal (zwischen Ingelheim und Sdchwabenheim) ebenso meine wie die Eulenmühle als Gebäude. Geht man rein, wäre da zum Beispiel die neue Wandfarbe, ein mutiges Rot:

Und die beeindruckende Dsigner-Deckenleuchte:

Und auch die andere, noch „designer-mässigere“ Deckenleuchte, die nun den Raum mit dem schönen Kreuzgewölbe (ein Kuhstall!) in schönes Licht hüllt:

Das Assador haben wir seit seiner Eröffnung Anfang September immer gut besucht erlebt und wir wünschen dem neuen Pächter, dass das auch so bleibt, denn hier kann man wirklich gut essen und trinken und wir freuen uns auch über die Stimmigkeit des Gesamtkonzeptes. Also – lange Rede kurzer Sinn: Wer hier ein (wirklich!) gutes Steak essen will (und genau das ist der Sinn hierhin zu kommen), der sollte vorsichtshalber vorher reservieren!

Beginnen könnte man dann erst mal z.B. mit einem frisch gezapften Rothaus Pils. Empfehlen würde ich aber bei diesem Pils unverzüglich und in Ruhe die umfangreiche Weinkarte (mit Schwerpunkt Argentinien) zu studieren, es gibt eine sehr große Auswahl unterschiedlicher Weine, die meisten auch glasweise. Und es gibt die interessanten, bodenständigen Rheinhessenweine der Newcomerin Eva Vollmer (mehr dazu hier) – ein klasse Sortiment!

Die Speisekarte im Assador ist überschaubar und konzentriert sich auf Authentisches, nämlich köstliches, importiertes argentinisches Rindfleisch und das was dazu gehört. Außerdem ein paar Vor- und Nachspeisen. Mehr braucht auch nicht zu sein!

Wie schön, dass es hier auch stilecht zugeht – feinste Steakmesser aus Frankreich machen einfach mehr Spaß als Solinger Standard ;) . Wir wählten Rindfleisch vom Grill (was denn sonst!), das draußen vor der Tür als ganzes Filet (!) gegrillt und danach portioniert wird (Größe nach Wahl, wir wählten 300 g für 8,50 €/100 g).

Wir bestellten „medium rare“ und (oh Wunder?!) es kam auch „medium rare“. Und war richtig lecker!

Auch die (ebenfalls gegrillte) Beilage war schnell verputzt, um noch das Dessert (es gibt hier das leckere Bizzi-Eis!) auszuprobieren, fehlte uns aber noch ein wenig Platz im Magen. Also orderten wir noch einen weiteren Wein und freuten uns an der insgesamt netten Stimmung mit den anderen Restaurantgästen.

Das Assador gehört Marcel Speidel, der z.B. auch noch Vinos Argentions und das Gulasch House in der Mainzer Gaugasse betreibt. Das scheint mir insgesamt alles gut zu passen und wir werden mit Sicherheit diese beiden Adressen bei Gelegenheit auch mal ausprobieren.

Wir werden wiederkommen, denn wir lieben leckere Steaks. Ja, das Essen ist nicht billig hier, aber das sind richtig gute Stekas nie. Und wenn ich mal so an die einschlägigen Steak-Adressen in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz denke, dann, glaube ich, hat sich das Assador gut positioniert. Hoffentlich hält es sich auch, denn Gastronomie in Ingelheim, da haben schon viele leidvolle Erfahrungen gesammelt. Leider.

Verfasst von: vlhusky | 9. Oktober 2011

Profi Grill, Bochum

Meine Aktualisierung Oktober 2011:

2,5 Jahre Leben im Ruhrgebiet … na klar war ich ab und an mal hier. Und ich glaube meine ursprüngliche Empfehlung (s.u.) kann ich nach wie vor stehen lassen.

Ansonsten:

Ich finde dass dieser Salat lecker aussieht. Klar ist er nicht frisch zubereitet sondern nur frisch aufgetürmt, macht aber nix. Und das Schaschlik habe ich nun auch probiert. Nun, Schaschlik gehört nicht zu den Gerichten, für die ich mich verzehr’, aber es war wirklich sehr lecker und von der Zubereitung auch so wie ich es noch nicht kannte.

Nochmal ein Fazit:

Hier kann man gut hingehen, der Profigrill ist „Ruhrgebiet pur“. Oder zumindest 1 schillernde Facette davon :) !

Meine ursprüngliche Empfehlung November 2009:

Wenn ich mir all’ die Beiträge zum „Profi Grill“ auf QYPE durchlese, fällt mir auf, dass ich auch schon mal da war, vor vielen Jahren. Und dass ich den Profi Grll in guter Erinnerung behalten habe. Hierzu ein paar Gedanken:
Das Problem (vergl. z.B. birgittstein aus Düsseldorf: „Wir sind voller Erwartungen aus Düsseldorf angereist und waren mega-entäuscht„) kommt immer dann, wenn ein Mega-Hype um etwas „brutal“ schlichtes gemacht wird: ‘ne Pommesbude ! Fehlt nur noch, dass demnächst Michelin-Sterne auch für Imbissbunden verliehen werden. Das wäre ein Widerspruch an sich, finde ich. Andererseits: die Guide Michelin Klassifizierung
  • 1 Stern − „Eine sehr gute Küche, welche die Beachtung des Lesers verdient
  • 2 Sterne − „Eine hervorragende Küche – verdient einen Umweg
  • 3 Sterne − „Eine der besten Küchen – eine Reise wert

unterscheidet sich gar nicht so sehr beispielsweise von der von vl und auch von husky @ QYPE:

  • 3 Sternchen − „Empfehlen wir gerne weiter
  • 4 Sternchen − „Große Klasse – immer wieder gerne
  • 5 Sternchen − „Etwas ganz Besonderes – sicher kaum zu toppen!
Was fällt auf?
  1. Wir sind ein bisschen großzügiger, wenn wir dasselbe meinen. Und zwar ganz exakt 2 Stern-chen!
  2. Wir vermeiden das Wort „Küche“, denn es geht (uns) um etwas anderes. Was schwer zu beschreiben ist. Aber sehr gut unter die QYPE-Überschrift „ENTDECKEN, EMPFEHLEN“ passt. Und dass ich auch schon in meinem 2. Satz (siehe oben) beschrieben habe.

Und genau da liegt für mich der Unterschied. Ein Imbiss kann (auf eine andere Art und Weise) genau so viel Spaß machen, wie ein viel, viel teurer Gourmet-Tempel. Wenn man ihn selber „entdeckt“, eben mit den eigenen Augen sieht. Z.B. exakt so wie es Buskutscher in seinem Beitrag@QYPE audrückt „Und in einer Frittenbude auf dem Tisch Kerzen und Blümchen nett gedeckt erlebt man auch nicht überall„. Genau so isses!

Die Currywurst fand ich übrigens ziemlich gut, die Pommes auch. Das Lokalkolorit dort fand ich richtig gut. Ruhri-mässig gut. 4 Sternchen halt :)

Verfasst von: vlhusky | 9. Oktober 2011

Nordsternpark, Gelsenkirchen

Der Nordsternpark ist eine der vielen Attraktionen des Ruhrgebiets. Was er bietet steht hier („Faszination am Wasser’) sehr genau beschrieben. Wir sind deshalb hierhin gefahren:

Schon faszinierend dieser Herkules („Der schwule Horst“ von Markus Lüpertz), vor allem aus der Perspektive der Bergmannssiedlungsgärtchen fotografiert.

Und: der Anbau, auf dem der schwule Horst steht. Es ist eine mit Abstand gebaute gekapselte Feuertreppe, die nur dazu dient, dass im Brandfall die Leute aus dem aufgesetzten „Glaswürfel“(besser zu bewundern 1 Bild tiefer) nach unten ins sichere Freie kommen.

Hier wäre dann die bekannte Gebäudefront, so wie viele sie z.B. von den Abschlussfeierlichkeiten zu „Ruhr 2010″ kennen. Ein schönes Ensemble von Tradition und Moderne, finde ich.

Wenn man die lokale Presse/Gerüchteküche kennt, gibt es hier wohl einen Klüngel, wie man ihn sonst gerne den Kölnern andichtet. Aber auch im Ruhrgebiet ist alles möglich ;) .

Klüngel hin, Klüngel her – an einem schönen Sonnentag ist was los hier, es lohnt sich, mal in Ruhe über das großzügige Gelände zu spazieren und ein wenig Stimmung zu schnuppern…

Verfasst von: vlhusky | 9. Oktober 2011

Landschaftspark Duisburg-Nord, Duisburg

Der Lanschaftspark Duisburg-Nord zeichnet sich weder durch einen spannenden Namen noch durch eine pfiffige Homepage aus. Googelt man ein bisschen, fallen uns (vl und auch husky) vor allem haufenweise (mehr oder weniger) spektakuläre Fotos auf, viele davon zu den wirklich fantastischen Lichtinstallation des bekannten Lichtkünstlers Jonathan Park. Aber es gibt noch mehr und der Besuch lohnt durchaus, aus ganz unterschiedlichen Gründen:

Die Duisburg Marketing hat dieses Denkmal der Industriekultur zu einer echten Attraktion für Taucher (das gefüllte Gasometer) und für Kletterer (der Deutsche Alpenverein hat in die ehemaligen Erzbunker einen beeindruckenden Klettergarten gesetzt) gemacht. Außerdem gibt es (wie immer beeindruckende) Zeugen der Industriekultur auf dem gesamten Gelände, das Spaß macht zu erkunden. Der ehemalige Hochofen 5 wurde z.B.  bis zur Spitze begehbar gemacht. Aus 70 m Höhe hat man eine sehr gute Aussicht über die Stadt Duisburg und das Umland. Die ehemalige Gieß- und die Gebläse-Halle sind nun Open Air Kino und Schauspielhaus. Es gibt tolle Führungen, auch für Kinder (insgesamt 10 unterschiedliche Führungen!)) und das ganze auch in der Dunkelheit. Wobei wir wieder bei Jonathan Park (s.o.) wären.

Uns hat das alles sehr beeindruckt!

Verfasst von: vlhusky | 8. Oktober 2011

Frank Petzchen, Kochbücher u. Seminare, Altstadt, Düsseldorf

Allerlei Kochbücher gibt es heute in jeder Buchhandlung, ganz viele und überall. Warum also Frank Petzchen, Kochbücher u. Seminare, Altstadt, Düsseldorf?

Ganz einfach: die schiere Masse ist das Eine (man sehe sich nur mal die seit Jahren laufenden Kochshows im Fernsehen an), das was „tiefer“ geht, was dann wirklich Spaß macht, was einen bereichert, das Andere. Es gibt vieles Nettes rund um’s Kochen, das zu entdecken man (sicher) sein ganzes Leben lang Spaß dran haben kann. Für solche Leute (vl und auch husky) sind solche Läden!

Man muss ja nicht gleich 4 Kamele für 400 Personen zubereiten, aber ein toller Spaß ist das (doch sicher) schon ;) !!!

Verfasst von: vlhusky | 8. Oktober 2011

San Leo, Altstadt, Düsseldorf

Einem waschechten Italiener, der seit vielem Jahren jeden Tag von morgens bis in die Nacht in seinem Restaurant Gäste bewirtet beizubringen, was Qype ist, war ein bisschen aufwendig (und ich weiß auch nicht, ob er sich die Zeit genommen hat, sich mal all die exzellenten Bewertungen dort anzusehen). Sei’s drum – der Laden ist ja sowieso immer (!) proppe-voll (und eine Webpage hat er – natürlich – nicht (und auch wirklich nicht nötig)!

Und das können wir sehr gut verstehen, denn so rundum wohl geführt hatten wir uns bei einem Italiener schon lange nicht mehr! Also – nun von vorne:

Das San Leo liegt mitten in der Düsseldorfer Altstadt, man kann (im Sommer) draußen und (natürlich immer) drinnen sitzen, es ist eng, man sitzt dicht an dicht und man wird auch an anderer Leute Tische gesetzt. Reservieren kann man nicht (egal wie sehr man sich als Stammkunde fühlt). Die Farben sind kühl, die Einrichtung ist spartanisch: Tische, Stühle, Messer & Gabel, Gläser und Teller.

Am Ende des länglichen Gastraums ist Front Cooking angesagt (man sieht alles und das immer). Die Auslagen sich sehr ansehlich (vielerlei frischen Fisch und Meeresgetier, vieles leckeres Fleisch u.v.m.) und den Köchen bei ihren sehr routinierten, überhaupt nicht auf Show  angelegten Handgriffen zu zu sehen, macht Spaß. Auch Blickkontakt führt nicht unbedingt zu einem Lächeln – man macht seine Arbeit (und das verdammt gut)!

Die sehr umfangreiche, handgeschriebene Speisekarte lohnt sich zu studieren (die Weinkarte auch). Es gibt neben den Standards der italienischen Küche auch vieles, was es nicht überall gibt und das alles was wir auf unseren (und anderen) Tellern sahen, war sehr klasssich und unverfälscht italienisch.

Alleine schon dieses großporige, mit Knoblauch und Olivenöl angeröstete Brot mit einem Glas einfachen Weißwein zu genießen (!) war ein Gedicht. Italienische Küche in ihrer reinsten Form halt. Danach dann ein nettes Ereignis: Wir bestellten anschließend einen wirklich guten Weißwein (knapp 30 € die Flasche) und fanden, dass der doch gut in die schon vor uns stehenden Gläser passte. Und beinahe wäre es auch so geschehen, wenn sich nicht ganz langsam mit bedrohlichem Blick der Patrone genähert hätte und unserer Bedienung (und auch uns) auf eine nette aber sehr bestimmte Art zu verstehen gegeben hätte, dass dies ein wirklich erstklassiger Wein wäre und wir den bitte aus den anderen (hochwertigeren) Gläsern trinken mögen, man sei ja schließlich keine Pizzeria ;) .

Ich glaube auch Alois Lageder hätte sich über diese kleine Szene gefreut und beim ersten Nippen fanden wir, dass der Patrone Recht hatte. Freundlich und würdevoll grinsend entfernte er sich wieder von uns, um woanders nach dem rechten zu sehen…

Von den vielen leckeren Dingen, die wir hier mittlerweile gegessen haben (und die uns alle überzeugt haben) sei beispielhaft erwähnt:

Ein ganz köstliches Carpaccio vom gebratenen Schweinebauch „auf“ (eigentlich „unter“) Rucola mit Parmegiano (8,40 €) – ein köstliches Fleisch mit leichter Kruste und schönen Aromen – eine sehr leckere Vorspeise, die wir uns (neben anderen) teilten. Danach hatten wir Wild bzw. Fisch und ein Dessert musste dann auch noch sein. Der absolute Hit (keine Zeit für Foto, volle Konzentration nur auf das Dessert) sind die Schokotörtchen mit Vanillesauce. Ich erspare mir jede Beschreibung und sage einfach nur: Ausprobieren!!!!

Das gilt, so finden wir, selbstredend, für das Ganze. Nicht nur für’s Dessert!

Verfasst von: vlhusky | 2. Oktober 2011

Autostadt Wolfsburg, Wolfsburg

Wir waren in der Autostadt weil wir im Raum Hannover waren und zusammen mit einer anderen Familie einen netten Nachmittag verbringen wollten. Ich bin beileibe kein Autonarr (obwohl ich in meinem Leben fast nur VW gefahren bin und das auch sehr bewusst), aber mich interessierte die Konzeption, die Anlage/der Park, die Gebäude, „die ganze Show“. Wenn ich schon mal hier bin.

Kurz und knapp: Ich finde es richtig teuer hier (vor allem mit Familie, da summiert sich einiges!) und außer Werbung, Werbung, Werbung gab es wenig, was bei mir wirklich positiv haften blieb. Wiederkommen würde ich nicht mehr und empfehlen… na ja, die Geschmäcker sind halt verschieden. Und genau diese Vielfalt bildet sich auch hier auf QYPE ab, in den ganzen individuellen Empfehlungen.

Wenig Autos waren so (!) perfekt in Szene gesetzt wie dieser Bugatti, der, wenn ich mich richtig erinnere so roundabout 1,5 Mio Euronen kostet, in dieser schicken Farbe. Mit dem dann bei Tempo 10 km/h durch eine Spielstraße fahren … ;) . Die restlichen Präsentationen fand ich eher langweilig, den Markenpavillon von Lamborghini geradezu peinlich dämlich!

In dem Eingangsgebäude, dem KonzernForum, (ja, der Park als ganzes ist recht schön gemacht, einige wenige Einzelgebäude fanden wir auch architektonisch interessant) fanden wir zwei Dinge wirklich beeindruckend: Das Eine war eine sehr gelungene Themen-Präsentation („Level Green„) zum Thema Nachhaltigkeit. Man kann an einer Tafel verschiedene Eingaben zu den eigenen Lebensgewohnheiten machen und sieht, wie sein eigener biologischer Fußabdruck wächst. Und wächst und wächst. Bei jedem mal mehr Duschen/Woche, bei jeder fahrt alleine zur Arbeit, etc. Sehr schnell ist man an dem Punkt, wo man quasi 2,5 – 3,5 Erden als Familie verbraucht in seinem Leben (unter der Annahme, dass jeder so leben würde). Das Spielen mit den einzelnen Lebensgewohnheiten und die direkte Größenänderung des grafischen Fußabdruckes vor einem – wouw! Das macht schon nachdenklich. das Andere war eine sehr gelungene Video-Präsentation über verschiedene weltweite Projekte zum Thema Nachhaltigkeit – sehr sehr sehenswert, die vielen Ideen weltweit, zu Themen wie Mobilität, Passivhaus, die sogenannte „Vertical Farm u.v.m.

Sehr gerne wären wir noch ins Aqua zu Sven Elberfeldt (hier im Ritz) essen gegangen, da das aber nicht wirklich passte (so spontan gehen selbst wir nicht zu einem Sternekoch und mit den kids schon mal gar nicht), begnügten wir uns mit dem Durchblättern seines neuesten Kochbuches (alleine das schon fanden wir ziemlich überirdisch!).

Auf hohem Niveau inspiriert spazierten wir noch ein wenig durch den Park…

Verfasst von: vlhusky | 10. September 2011

Rheingauer Wein-Café, Wiesbaden

Ein Wein-“Café“. Ein Widerspruch? Theoretisch ja.

Bei einem Spaziergang im Wiesbadener Kurpark links an einem Zaun ein kleiner Anschlag mit Werbung. Wir wollten längst mal hierhin, aber bei diesen Öffnungszeiten – schwierig dort zu sein, wenn es gerade mal offen hat. Und noch viel schwieriger, sich diese Öffnungszeiten zu merken ;) ).

Das RheingauerWein-Café lohnt sich und das hatten wir uns schließlich auch gedacht. Sonst wären wir nicht hin, nun also endlich ganz gezielt. Aus der langen Liste von dem was es hier gibt, interessierten uns vor allem die Gewürze und Salze von Ingo Holland sowie der Schinken und die Wurst vom Eichelschwein. Monschauer Senf weniger (wir mögen noch mehr Adrians aus der Schwerter Senfmühle und die ist bei uns „um die Ecke“). Laukenmühler Wurst und Schokolade zum Wein von E.Shell, ZET Kaffee und Wiesbadener Honig nahem wir zur Kenntnis, nach Wisperforellen war uns gerade mal nicht.

Überragend das Angebot von Ingo Holland hier im Wein-Café, alles auch in einem Döschen zum Schnuppern (das macht einen Riesen-Spaß), fachkundig und sehr freundlich erklärt von der Chefin. Toll das Angebot von Weinen und Sekten aus dem Rheingau, hier kann man sich einen respektablen Querschnitt richtig guter Weine zusammenstellen, ohne jeden Winzer einzeln abklappern zu müssen (was deutlich länger dauert, aber noch mehr Spaß macht ;) ).

Sehr appetitanregend, die kleinen Speisen und leckeren selbstgemachte Kuchen, sehr gemütlich die Atmosphäre in der Weinstube, sehr schön bei Sonnenschein draußen zu sitzen, an den kleinen Tischen im Schatten. Die nicht ganz leise Sonnenberger Straße störte uns kaum. Vermutlich mit einem Glas Riesling vor uns noch viel weniger ;) .

Spätestens zu Zwiebelkuchen und Federweißem werden wir also mal wieder kommen diesen September/Oktober. Den Zwiebelkuchen gibt’s dann nur Freitags. Wie waren noch mal die Öffnungszeiten Freitags im September? Und im Oktober???

Verfasst von: vlhusky | 2. September 2011

Pata Negra

Platz soll weiter belebt werden“ lautet lapidar die Überschrift vom 10.5.2011 in der Allgemeinen Zeitung zur Eröffnung des Pata Negra. Und so allerlei weiteres Interessantes findet man dort auch, z.B. über das Apricot (und seinen Besitzer), die vorher in denselben Räumen waren,  wozu man so den einen oder anderen sehr „seltsamen“ Beitrag auf QYPE finden kann.

Nun gibt es, so finden wir, immerhin schon das dritte interessante Bistro in Ingelheim, neben der PeterSilie (ehemaliges Tassilo) wenige Meter weiter, die gut angenommen wird (z.B. mittags, was vorher nie klappte) und Timorossi, unseren Liebling. Warum also nun auch noch Pata Negra? Nun, da gibt’s schon ein paar Gründe. Der erste ist ganz wichtig:

In der winzigen Küche werden sehr ordentliche Tapas hergerichtet und das zu einem wirklich akzeptablen Preis. Was man immer weniger findet, leider. Der zweite:

Auch insgesamt ist es nicht überteuert hier, 0,5 l Radeberger für 3 EUR, eine Karaffe Tempranillo für 3,30 EUR. Der Dritte:

Hier kann man nett draußen sitzen. Und, nachdem sich rum gesprochen hat, dass Evelio Lopez, nachdem er seine zunehmend schlechter gewordene Meson Madrid geschlossen hatte, hier eine neue Botega eröffnet hat, hat sich schnell eine ansehnliche Fan-Gemeinde von Spanien-Urlaubsliebhabern eingefunden, die regelmäßig kommt und immer gute Stimmung ausstrahlt. Man kennt sich. Warum nun „nur“ drei vlhusky-Sternchen bei aller dieser Euphorie?

Nun, man kann durchaus geteilter Meinung sein über das Pata Negra. Hier geht es nicht um Perfektion, schon gar nicht um gute Organisation. Und es geht auch mal was schief. Unsere Kellner sprachen ausschließlich spanisch, wir können (fast) kein Wort. Man wartet manchmal (gefühlt) „Stunden“ auf vieles, auch auf die Rechnung. Na und?

Wir können mit so was gut leben (wer uns kennt, glaubt  kein Wort ;) ).
Doch, doch – in einer Bodega schon. Wenn sie authentisch ist…

Verfasst von: vlhusky | 28. August 2011

Restaurant Saigon, Wiesbaden

Haben auf Empfehlung von Deutsch-Asiaten dieses völlig unscheinbare, sehr einfach ausgestattete Lokal besucht. Mittlerweile bestimmt ein halbes Dutzend Mal.

GROSSE HOCHACHTUNG:

Flinker, aufmerksamer, sehr freundlicher Service, alle 10 Gerichte eine Augenweide, dufteten fantastisch, sehr viele frische Kräuter großzügig verwendet, alles schmeckt unterschiedlich, die Aromen gut aufeinander abgestimmt, kein „Einheitsgeschmack“ nach Glutamat o.ä. … wirklich ganz ungewöhnlich gut!

Das völlig belanglose Ambiente und sehr bodenständige Publikum passen gut, den die Freude am ausgefallenen, sehr guten, preiswerten Essen steht im Vordergrund!

Kenne in Deutschland kaum Asiaten (und schon gar nicht in dieser Preisklasse), die so gut sind:

Der absolute Knüller: die Suppe 11: Canh Chua Nuoc Dúa (Cay) für 3,20 €, eine süßsaure, sehr aromatische, scharfe Suppe mit Kokosmilch, Sojakeimen, frischen Strauchtomaten, Ananas, frischem Tai-Basilikum, Krabben – hmmmmmm!

Mein Jüngster liebt die Suppe 9: Mien Ga, eine wie leicht angeröstet, ansonsten eher zart schmeckende Suppe mit Glasnudeln, Hühnerfleisch, Lauch und Morcheln für 3 €.

Und natürlich, siehe Beitrag von nococos , das „Gericht zum Rollen“ … gemeint ist die 435: Bò Cuon la Lot (Spezialität des Hauses für 12,40 €): kleine Rindfleischstückchen in Lop Blättern gegrillt, zum Selbstrollen in hauchdünnen, gedämpften Reispapierfladen, zu Füllen mit Reisnudeln, frischer Pfefferminze, frischem Thai-Basilikum, frischem Koriander, frischem Zitronengras, Sojakeimlingen, Erdnuss und Fischsauce – einfach genial!

Nachdem wir dann 3 x im Saigon waren und immer dasselbe gegessen hatten, mal was neues ausprobiert: die 532: Muc Xào Khóm (Cay): butterzarte (!) Tintenfische gebraten mit Ananas, Sellerie, Chilis, Gurken, Ingwer und süß-saurer Sauce – auch sehr, sehr lecker.

So – das war’s zum Saigon. Ich glaube, deutlicher kann (m)eine Empfehlung nicht sein. Leider kann sich kein Mensch diese seltsamen Namen Nummern-Codes merken. Wenn auch Du dasselbe Problem hast, dann merke Dir einfach nur „die 11″!

… den Rest probierst Du anschließend sicher dann auch irgendwann ;) .

P.S.:
Man beachte die ‘schöne’ Tischdecke ;) .
Wir saßen draußen, da sieht’s halt so aus. Aber innen ist das Ambiente genauso bescheiden. Man geht einfach wegen des Essens hierhin. Und vielleicht weil man genau das feine gar nicht mag oder nicht braucht oder weil es einen nicht stört oder weiß der Himmel…

Verfasst von: vlhusky | 23. August 2011

Pan e Vin, Salzburg

Unser Reiseführer (ADAC Reiseführer plus: Salzburg) schreibt „Exquisite mediterrane Küche und reiche Weinauswahl“.
Und was steht auf QYPE? Bisher nix. Was wir nun ausdrücklich ändern wollen:

Das Pan e Vin ist beides, Bistro (Parterre) und wirklich erstklassiges mediterranes Restaurant. Es liegt ein wenig „versteckt“, aber nur wenige Minuten Fußweg vom Festspielhaus entfernt. Da wir zur Festspielzeit hier waren, nutzten wir diesen Vorteil zwei Mal, beide Male in einer größeren Gruppe von 10 – 12 Personen (unbedingt reservieren (!), auch wenn man „nur“ zu zweit ist, das Pan e Vin ist sehr beliebt).

„Angezogen“ hatte uns eine Empfehlung, die so aussieht…

… und „ein Gedicht“ ist!!! Thunfischtartar mit marinierten Gurken und Rucola heißt diese leichte Köstlichkeit. Jeder Bissen zergeht auf der Zunge, Thunfisch, Salatgurke und das leichte Dressing passen sehr fein zueinander. Ein wirklich perfektes Gericht, finden wir!

Da das Pan e Vin mit Fisch und Krustentieren wirbt, wählten wir nach dem Thunfischtartar Spaghetti mit Crevetten und einer sehr leckeren, fruchtigen Mango-Sauce. Auch ein wunderbar abgestimmtes und schön präsentiertes Gericht, das wir mit großem Genuss verspeisten

14 Gault Millau Hauben stellen schon einen gewissen Anspruch dar, nicht nur an die Küche, sondern auch an das Ambiente, den Service etc. Wir konnten nicht klagen, ganz im Gegenteil, wir finden die Gault Millau-Bewertung absolut zutreffend.

Was noch hinzu zu fügen wäre: Die Weinkarte ist ein Traum, sowohl was Auswahl als auch was die Qualität betrifft. Und, wen wundert’s: Alles ist sehr, sehr teuer hier. Salzburg- und festspielzeitmässig eben. Was nicht wirklich überrascht, aber trotzdem jedes Mal schmerzt :( .

Und das meinen die Schreiber von tripadvisor und bei yahoo zum Pan e Vin.
Wer lieber den Faktencheck mag, guckt auf salzburg.info. Oder auch auf restaurant-ranglisten.de.

Unser Fazit: Sehr gerne wieder!

Verfasst von: vlhusky | 23. August 2011

Restaurant St. Peter Stiftskeller, Salzburg

Der Stiftskeller St. Peter ist eine derzeit stark angesagte „In-Location“ in Salzburg. „Gelebte Gastlichkeit seit 1200 Jahren“ spannt einen großen Bogen und auf der Homepage wird noch mit allerlei geworben, was offensichtlich viele Gäste auch ganz anders empfinden können, siehe die Empfehlungen bzw. Kritiken auf QYPE, bei tripadvisor oder bei google.

Wir finden zunächst einmal, dass die Räumlichkeiten und der schöne Innenhof sehr gut renoviert und ausgestaltet sind. Zudem sitzt man abends in dem immer proppe-vollen Innenhof sehr stimmungsvoll (tolle Beleuchtung und gute Stimmung halt). Das Ganze ist alles sehr trendy (siehe oben) und für das zahlungskräftige, internationale Salzburger Publikum.

Wir konnten uns nicht beklagen, denn unser Kellern gab sich erkennbare Mühe, war meist da, wenn man ihn brauchte, Essen und Trinken waren vorzüglich und zu sehen gab es auch allerlei.

Mehr gibt’s dazu von unserer Seite nicht zu sagen. Wir würden auch wiederkommen, wenn wir in Salzburg sind und wenn wir überhaupt wieder einen Platz kriegen. Und wenn wir nicht andauernd etwas Interessantes, neues (oder neu gemachtes) hier entdecken würden, das uns genauso reizt, wie neulich der Stiftskeller St. Peter..

Verfasst von: vlhusky | 23. August 2011

Friedhof St. Peter, Salzburg

Sicherlich einer der schönsten und stimmungsvollsten Friedhöfe überhaupt und für uns immer wieder eine der stillen Top-Attraktionen in Salzburg.

Romantisch am Mönchsberg gelegen und durch diesen abgeschattet, eingefriedet von Arkadenbögen und ausgestattet mit (im Rahmen einer Führung sehr sehenswerten) in den felsen gehauenden Katakomben, gefallen uns vor allem die vielen schmiedeeisernen Grabkreuze und kunstvollen Statuen an den reichlich mit Blumenschmuck verzierten Gräbern und Gruften.

Ein Ort der Stille ist dieser Friedhof sicher nur am frühen Morgen und abends/nachts, zu viele Touris sind hier, andauernd. Und dennoch, es ist schön und stimmungsvoll hier!

Verfasst von: vlhusky | 22. August 2011

Restaurant Schloss Aigen, Anif bei Salzburg

Schloss Aigen – Rindfleisch aus Tradition  – so lautet der selbstgesteckte Claim und das ist sicher nur die halbe Wahrheit.

Die zweite Hälfte: Hier gibt es Tafelspitz (vom Pinzgauer Rind) in herausragender Qualität in  wunderschönem Ambiente, drinnen im Restaurant oder der Schloßstube oder draußen, im Gastgarten.

Täglich frisch gekoch„: Serviert werden 12 (in Worten: zwölf) verschiedene Fleischstücke (Kruselspitz, Hüferschwanzl, Hüferscherzel, Brustkern, mageres Meisl, Wiener Melange, Kavalierspitz, Schulterscherzel u.v.m.), je nach Wahl und Gusto. „Gereicht“ wird das ganze im Suppentopf mit Markscheiben. Dazu gibt es Apfelkren, Schnittlauchsauce, geröstete Erdäpfel – hmmmmmm!. Und einen passenden Wein aus der gut gefüllten und genauso gut sortierten Weinkarte. Vorweg vielleicht als Aperitif ein Birnenmostsekt? Das Ganze: Ein Traum!

Mal abgesehen davon, dass Tafelspitz eine wirkliche Köstlichkeit ist, hier kann man ihn hier in besonders guter Qualität und wirklich stilecht geniessen, ein wenig (ca. 5 km) abseits der ausgetretenen Salzburger Nockerln-Wege. In einem gelungen renovierten Nebengebäude des (stark renovierungsbedürftigen, eigentlichen) Schlosses. Ob das nun wirklich auch  der perfekte Tafelspitz ist, können sicher nur die Schreiber auf tripadvisor.de beurteilen ;) , dazu kenne ich mich, rein tafelspitzmässig zu wenig aus. Die anderen Gerichte der Speise- oder Tagesgerichte haben wir nur ansatzweise ausprobiert. Alles las sich sehr animierend und schmeckte vorzüglich!

Den Service empfanden wir als sehr freundlich und sachkundig, gewartet hatten wir (in dem vollen Gastgarten (nicht nur gefühlt)) eine halbe Ewigkeit auf alles. Dabei lief aber alles offensichtlich gut geplant ab, es war einfach nur richtig voll hier.

Hierzu mehr auf restaurant-ranglisten.de und/oder beim Österreicher Gault Millau, dem dieses Restaurant immerhin 15 Hauben (Hocher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität) wert ist. Der ViaMichelin vergibt den Bip Gourmand (für Gastronomie, die gute Qualität zu moderaten Preisen bietet d.h. für „sorgfältig zubereitete, preiswerte Mahlzeiten“). Wobei: „preiswert“ ist in und um Salzburg gar nichts. Die Preise im Restaurant Schloss Aigen würden wir aber (beide Augen zugedrückt) als  „angemessen“ bezeichnen ;) .

Verfasst von: vlhusky | 22. August 2011

Wieniger Schwabenbräu Thomas Riedl, Bad Reichenhall

Vielleicht sind wir ja anspruchsloser geworden, die Tage in Bad Reichenhall. Vielleicht ist es einfach das beste, was wir in diesem Ort gefunden haben. Vielleicht haben wir auch einfach nur Glück gehabt. Vielleicht ist/war es einfach gut (in Ordnung).

Wir hatten sowohl eine sehr nette, freundliche Bedienung, als auch eine gestresste (woran wir in diesem konkreten Fall vielleicht nicht ganz unschuldig waren, wir können prima mit-granteln, wenn es drauf ankommt!).

Wie auch immer – hier stimmt die Speisekarte (incl. Tageskarte), das natutrübe Kellerbier und auch das Hefeweizen sowieso. Außerdem war draußen die Stimmung wirklich nett, denn es war (im Gegensatz zu vielen anderen Bad Reichenhaller Lokalen) immer angenehm gefüllt hier und das Wieninger hat eine angenehme Ausstrahlung (Wenn da nur nicht diese nervige Homepage wäre, auf der ich den Aus-Knopf für die Dudelmusik nicht finde :( )

Gegessen haben wir hier nur Schmankerl, das Essen kam zügig und war gut. Im Gegensatz zum restlichen Bad Reichenhall hatten wir hier den Eindruck, dass man zwar das hier Übliche serviert, durchaus aber auch mal die Karte variiert, hier und dort eine persönliche Note hinterlässt und sich Mühe gibt, Smalltalk inklusive. Was wir schon gar nicht mehr kannten, nach den vielen Malen ein paar hundert Meter weiter…

Verfasst von: vlhusky | 21. August 2011

Carpe Diem, Salzburg

Das Carpe Diem polarisiert die Salzburger. Wie so vieles.
Wir, aus der rheinhessischen Diaspora kommend,  fanden es hoch spannend! Und damit meinen wir folgendes:

Das Carpe Diem wirbt mit „FINEST FINGERFOOD“ und genau das wollten wir finden, am Ende der weltbekannten Getreidegasse, mit den ganzen Touristenströmen, den Salzburger Nokerln, den Mozartkugeln und allem traditionellen Zeugs, was so dazu gehört und weswegen die halbe Welt nach Salzburg kommt. Einmal Kontrastprogramm also, jawoll!

Das Carpe Diem wirkt von außen und innen edel und chick. Es könnte genauso gut in jeder Metropole stehen, wie hier. Es gibt leckere, leichte Mittagsmenüs, die gerne mit einem Carpe Diem Kombucha kombiniert werden (wen wundert’s, beides kommt aus einem Haus). Die Fingerfoods sind ausgefallen, die traditionelle Gourmetküche hatten wir nicht weiter beachtet.

Vieles wird in Cones serviert (deren Qualität recht nichtssagend, will sagen: verbesserungswürdig ist) und diese Cones kann man sich auch in einer kleinen Faltbox mitnehmen bzw. anliefern lassen. Eine nette Idee, mal sehen wie lange die Begeisterung anhält. Hierzu empfehle ich folgenden Beitrag von Küchenreise zu lesen (übrigens insgesamt ein empfehlenswerter Blog!).

Wir hatten am Morgen für abend in der 1. Etage reserviert. Und damit noch einen der letzten freien Plätze bekommen,am Rande, im sogenannten Lounge-Bereich, auf gemütlichen Sofas, mit kleinen Tischchen davor. In der ersten Etage geht es eher „gourmet-mässig“ zu d.h man isst schon ein Menü und nicht nur eine Kleinigkeit zum Drink, wie unten oder gar draußen.

Nun – wir 4, die wir hier in (ja, nicht auf) den roten „stylischen“ dunkelroten Sofas saßen, hatten mit den Gerichten wirklich unseren Spaß. Vor unserem Opernabend war das genau das Richtige und viel besser als ein „richtiges“ Menü. Die meisten andern Gäste saßen an schön eingedeckten runden Tischen, das Interieur des Carpe Diem hat jemand sehr gut durchgestylet, so wie den ganzen Markenauftritt. Formen, Farben, Inhalte, alle Botschaften „passen“, auch auf facebook. Man muss es halt mögen ;) .

Und sonst? Da gab es zum Beispiel das „Menü der großen Kleinigkeiten„, 3 – 7 Gänge, von 20 bis ca. 45 €, wo man sich alles an Fingerfood aus der Karte so zusammenstellen kann, wie man will. Z.B. so (wir teilten uns alles untereinander, jeder probierte mit seinem Löffelchen oder seiner Gabel überall):

Der zum Carpe Diem gehörige Fact Sheet steht z.B. hier.
Bei Tripadvisor ist dies alles nachzulesen.
16 Gault Millau Punkte und andere Rankings stehen, wie immer, auf restaurant-ranglisten.de.
Und hier das zugehörige vermutlich offizielle Werbe-Video. Das auch einiges aussagt über das Carpe Diem.

Summa Summarum: Wir fanden es gut hier, würden es aber, wenn wir in der Gegend wohnen würden, sicherlich nicht zu unserem Stamm-Lokal machen. das verbieten uns alleine schon die Preise ;) .

Verfasst von: vlhusky | 18. August 2011

Axel Stüberl, Bad Reichenhall

Axelstüberl – gelebte bayerische Tradition. Im Axelstüberl geht es urig und rustikal zu: Bayerische Schmankerl, mal modern, mal klassisch interpretiert, dazu ein frisch gezapftes Bier – in jedem Fall urgemütlich“ beschreibt die Homepage des ehemaligen Grand Hotels Axelmannstein in Bad Reichenhall unter „Gastronomie“.

Wir haben das im Hotelkomplex integrierte „Stüberl“ so erlebt:

Nach 2 traumhaften Wochen in Südtirol mit einer Gastfreundschaft, die wir nicht oft genug loben können, müssen wir uns an die Bayerische Art, wie wir sie fast durchgängig in Bad Reichenhall erlebt haben, erst gewöhnen. „Granteln“ gehört hier wohl zum Standardprogramm. Wir wurden die vielen Male die wir  (mangels echter Alternativen) hier waren, immer gleich (mittelmäßig) bedient. Will sagen: Hier gibt es das „bayerische Standardprogramm“, nirgendwo auch nur einen Hauch von etwas Individuellem, Besonderem. Das gilt für Service, Speise- und Getränkekarte, Interieur und Ambiente insgesamt.

Was uns wirklich sehr gut gefiel:

Ja die Weißwürste waren wirklich 1a (was nicht schwer ist, oder?). Und einmal machten wir den Fehler, den auf der Speisekarte doch mal als herausragend angepriesenen Schweinekrustenbraten zu probieren. Entgegen der Warnung unserer diversen Begleitungen, die behaupteten, so etwas könne hier nicht gut und schon gar nicht knusprig sein. Ich entgegnete, selbst unsere Kantine bekäme für mehrere hundert Mitarbeiteressen eine vernünftige Kruste hin, fragte die Chefin des Stüberl, ob die Kruste knusprig sei und bekam ein ausführliches „ja freilich!!!!“ Mit drei Ausrufezeichen. Die selbe Chefin knallte mir dann irgendwann einen schon optisch labbrig aussehenden und ebenso schmeckenden „Krusten“braten auf den Tisch und entfernte sich so schnell wie sie gekommen war.

Na klar hatte ich das sofort reklamiert. Kommentarlos nahm sie ihn wieder mit und kam ein paar Minuten wieder, mit demselben Teller, die Scheiben wurden zwischendurch kurz vom Teller genommen, unter den Salamander gelegt und wieder auf den Teller geschoben. So einfach geht das. Ein paar nette Worte dazu, wenigstens ein floskelhaftes „sorry“ hätte ich mir gewünscht. Ein  „Hat es denn nun geschmeckt?“ möchte ich mir gar nicht erträumen.

Was in Erinnerung bleibt ist natürlich genau diese Sache mit dem „Krusten“braten. Aber auch die leckeren Weißwürstel. Und das ebenfalls sehr leckere Bier der Berge. Wobei ich im Stüberl mehr Alpenstoff (Feinheitsgebot – cool!) brauchte, als sonstwo ;) .

Verfasst von: vlhusky | 18. August 2011

Hotel Axelmannstein, Bad Reichenhall

Erstes Hotel am Platz mit Privatpark und See mitten in Bad Reichenhall„. Damit wirbt das ehemalige Lieblingshotel von Frau Steigenberger und seinerzeit wirklich elegantes Traditionshotel. Wir waren hier, wie viele, zur Zeit der Salzburger Festspiele, weil es zu dieser Zeit in Salzburg 1) zu voll, 2) unverschämt teuer und 3) auch oft zu schwül-warm ist.

Wir hätten das Hotel Axelmannstein nicht gebucht (229 Euronen pro Nacht/Zimmer), das Hotel gehörte aber zu unserem Festspiel-“Paket“. Nun denn. Wir wussten auch nicht, dass das Hotel gar nicht mehr zur Steigenberger Kette gehörte, sondern mittlerweile zur Kette „Worldhotels“ (nachdem es zwischendurch zu Radisson Blu gehört hat). Offensichtlich konnten weder Steigenberger noch (danach) Radisson mit dem völlig in die Jahre gekommenen Hotel (Riesen-Anwesen, großer Investitionsstau, vermutlich gigantischer Kostenblock) etwas anfangen und, so unser Gefühl, die Kette Worldhotels wahrscheinlich auch nicht. Zumindest hatten wir nirgendwo den Eindruck vom Gegenteil gewinnen können.

Unsere Eindrücke:

Fast alles in diesem Hotel wirkte auf uns so, als ob hier niemand Interesse an irgendetwas hat. Bis auf den stellvertretenden Empfangschef (noch aus der Steigenberger Zeit) und den Barkeeper (der sich in seiner Riesenbar jeweils maximal um 6 – 8 Personen kümmern durfte) hatten wir niemanden erlebt, den wir als wirklich aufmerksam oder wohlmöglich engagiert erlebt hatten. Vieles ging schief, weil sich keiner wirklich kümmerte. Mit Kritik konnte niemand umgehen, ganz im Gegenteil, danach lief alles noch langsamer und stoischer.

45 Minuten ::: wie ein Tag am Meer“ – warum hat man sich gerade das als Attraktion heraus gepickt hat, bei einem Hotel, dass so toll liegt, so eine schöne Fassade und so fantastisch große Räume und einen so schönen Park mit alten Bäumen hat? (Mehr noch:, die „Wellness-“ und „Fitness-“ Möglichkeiten im Hause empfanden wir als so in die Jahre (und runter) gekommen, wir konnten es kaum glauben!)

Renovierungsstau – ja so steht es richtig auf einigen Bewertungen der Portale tripadvisor.de, holidaycheck.de etc. (bei denen aber auch viel Positives steht, weiß der liebe Himmel was die anderen Gäste dort gut finden!). Wir fanden drinnen und draußen Ecken, die waren so heruntergekommen, da wunderte wir uns, dass das niemandem auffällt. Und sich niemand darum kümmert. Draußen auf dem riesigen Parkplatz hinter dem Haus gab es einen halbwegs abgesperrten Bereich, wo wirklich alles wirklich baufällig war. Vorne zur Straße hin gab es ein einladendes großes Tor zum Garten, mit einer gemütlichen Sitzecke, draußen, die zur Bar gehörte. Keine Bewirtung hier, Tische und Stühle waren meist zusammengeklappt, wenig einladend. Das Ganze im Hochsommer, in der Saison, zur Festspielzeit!

Ein Restaurant hält sich das Hotel gar nicht mehr. Es gibt ein kleines Räumchen, zur Straße hin, wo abends für Hotelgäste ein Menü serviert wird, wir haben dort nie eine Menschenseele (geschweige den Gastseele) gesehen. Stattdessen verweist man auf das hauseigene „Stüberl„.

Das Frühstück in dem traditionellen, riesigen Speisesaal: ein großes Buffet mit mehreren Stationen, man kann auch draußen sitzen, im schönen Park, auf der Terrasse. Die Bedienung in der Zeit, in der „alle“ frühstücken, mehr als überfordert, oft leicht angenervt, niemand schien einen Plan zu haben und, viel schlimmer, niemand vorort schien sich verantwortlich für das Ganze zu fühlen!

Das Durchschnittsalter der Gäste hier ist sehr (!) hoch, viele Amerikaner, viele Gäste die seit über 15 Jahren hier hin kommen (und das auch immer wieder betonten, als sie sich an der Rezeption mal wieder über das Eine oder Andere beschwerten). Auf den endlos langen Gängen zu den Zimmern das eine oder andere historische Sitzmöbel, jedes versehen mit einem kleinen Zettelchen, auf dem steht „Nur Dekoration„.

Wenn das so weiter geht, bleibt selbst davon irgendwann nichts mehr übrig.

Schade. Für uns ist das alles unfassbar und wir brauchen das nicht wieder.

P.S.: Aktuell die  Salzburger Nachrichten Dezember 2011: und wieder ein neuer Hausherr. Er sagt „Persönlichkeit und Menschennähe sind die Säulen der Hotellerie„. Wohl wahr.

Verfasst von: vlhusky | 17. August 2011

Hotel und Restaurant Ansitz zum Steinbock, Villandro

Unsere aktuelle Ergänzung:

Auch dieses Jahr musste es sein, 1 Woche bei Elisabeth Rabensteiner und ihrem Team im schönen Ansitz zum Steinbock. Wenn schon Südtirol, dann (auch immer) hier. Wie letztes Jahr genossen wir das Abendessen auf der wunderschönen Terrasse mit dem traumhaften Blick. Und nahmen noch viel stärker war, dass dieses alte Gemäuer nicht nur ein erstklassiges Gourmet Lokal hat, sondern auch sozusagen „das Dorf“ den Vorraum ebenso „auf einen Espresso“ nutzt, wie das kleine Holztischen draußen am Eingang, auf ein Glas Wein.

Die Stimmung hier: noch beeindruckender als auf dem Foto!

Ansonsten: Die Gourmet-Postillen loben das Restaurant über den grünen Klee, mehr und mehr. Einerseits zurecht, wie wir finden (zum „andererseits“ kommen wir gleich). Die Küche ist noch kreativer geworden, quasi alles wird nun „à la minute“ zubereitet, vieles, zum Beispiel das herrliche Fleisch, kommt aus Eigenproduktion. Die Halbpensionspreise nach wie vor günstig für das was geboten wird.

WAS für ein Rote Beete Süppchen!

Gekochtes Kalbsschulternadl auf Salsa mit Peperonigemüse und Kartoffeln…
Und dann diese Desserts:
Creme vom grünen Apfel mit hausgemachtem Schokoladeneis
Und auch noch: Passionsfruchtcreme mit Mangospuma. So viel zu dem ganz (!) hervorragenden Essen.

ABER: Leider kommt die Küche und die ganze Organisation mittlerweile manchmal an ihre Grenzen (und darüber hinaus), finden wir. Man will perfekt sein, den selbst gesetzten hohen Ansprüchen gerecht werden und übersieht so manches. Wir haben da ganz schlechtes Krisenmanagement erlebt, mehr als einmal. Dabei will jeder sein bestes geben. Deshalb: Schwamm drüber!

Wir behalten alles in der guten Erinnerung, die uns die Fotos vermitteln. Selten (durchgängig) sooo gut gegessen (selbst in Südtirol!).

Unser Original-Beitrag von Juli 2010:

Wir suchten „den Haken“ und fanden keinen.

Doch erst mal ganz von vorne:

Zu schön klang die Schilderung auf Seite 49 des GEO Saison Extra „Südtirol für Geniesser 2010„. Und dann hatten die auch tatsächlich noch ein bezahlbares Doppelzimmer (Grafenzimmer für 47 € pro Nase und Nacht, mit Frühstück) frei. Nicht überteuert, fanden wir. Und dann diese Speisekarte, die Weinkarte, diese schöne Terrasse mit dem traumhaften Blick... wie gesagt: Wo ist „der Haken„?

Je länger wir da waren, umso weniger interessierte uns die Antwort auf unsere anfängliche Frage, denn wir hatten einen rundum wunderschönen Aufenthalt mit vielen schönen Erlebnissen, die den Ansitz, unsere perfekte Gastgeberin, die 22 Jahre junge Elisabeth Rabensteiner, ihr Team und alles andere betrafen. Von dieser Gegend Südtirols (das Eisacktal), den von Frau Rabensteiner sorgsam ausgesuchten Tourenvorschlägen in der näheren Gegend wollen wir hier gar nicht schreiben.

Viel lieber äußern wir uns in gewohnter Weise über die wirklich erstklassige (und dabei nicht überteuerte) Küche und den wirklich erlesenen Weinkeller. So griffen wir zum Beispiel direkt am ersten Tag auf das Halbpensionmenü zurück, das immer 3 Gänge beinhaltet und immer 25 Euronen kostete. Was wir, gelinde gesagt, als sehr fair kalkuliert empfinden. Am 1. Tag standen auf der Karte:

  • Feiner Kräuterrisotto mit sautierten Calamari (letztere für meine Frau problemlos gegen eine Crevette ausgetauscht, siehe Foto)
  • Rosa gebratenes Spanferkelfilet auf Gemüsegröstl
  • Variationen von hausgemachten Sorbets auf frischen Früchten
    oder: Käseverkostung von unserem Käsewagen (den wir im Übrigen nie zu Gesicht bekamen ;) .


Die Fotos zeigen, glaube ich, recht gut, wieviel Wert hier jede Kleinigkeit bekommt. Den Geschmack können sie leider nicht wieder geben, aber Lust machen, das tun sie doch, gell?

Wir genossen jeden zweiten Abend die wunderschöne Terrasse, den tollen Sonnenuntergang, die gute Küche, und und und (s.o.) … und fanden uns dabei in allerbester Gesellschaft von anderen netten Gästen, zu denen wir schnell Kontakt bekamen. Jeder schien genau zu wissen, warum er hier ist. So wie wir nun auch!

Bisher hatten wir quasi „nie“ in dem Hotel, in dem wir wohnten, auch zu Abend gegessen. Wie schön, dass dies doch geht. So konnten wir uns dann wenigstens auch intensiv mit den Südtiroler Weinen beschäftigen, von denen eine große Anzahl hervorragend ausgesuchter auf der umfangreichen Weinkarte standen. Auch dies war, zusammen mit der netten Beratung, ein echter Genuss, jedes Mal!

Ja, das „Wirtshausschild“ vom Ansitz Zum Steinbock ist auch nett. Wie schön, dass hier nicht nur das Wesentliche stimmt, sondern irgendwie alles und auch nicht erst seit gestern.

Auf die Gefahr hin, dass wir durch diese unsere Empfehlung dafür sorgen, dass dieser kleine, feine Ort irgendwann zu klein für alle Fans wird, wir finden, dass wir es Elisabeth Rabensteiner und ihrem Team einfach schuldig sind, kräftig und mit vollem Herzen diese Empfehlung zu schreiben.
Ganz „ohne Haken;) .

Verfasst von: vlhusky | 17. August 2011

Romantik Hotel Turm, Völs am Schlern

Dieses Hotel hat – rein preismäßig gesehen und nur für uns – einen Stern zu viel, so dass wir es uns nicht leisten, als Übernachtungsgast. Besucht hatten wir es trotzdem, denn hier gibt es einiges, beeindruckendes.

Zu dem Foto sage ich nur: Ich liebe sie! :) :) :) :) :)

Das Romantik Hotel Turm liegt einfach traumhaft auf einer Art Kegelspitze im Ortskern und man hat rundrum einen traumhaften Blick auf den Schlern und das Eisacktal. Auf der schönen, geräumigen Terrasse saßen wir recht lang und amüsierten uns über einige gut betuchte ältere Damen, die hier offensichtlich standesgemäß ihren Urlaub verbrachten. Essen und rinken mussten wir natürlich auch etwas.

Animiert nicht wirklich, das blasse Foto? Nun, auf der Zunge waren diese Schlutzkrapfen (was ein Wort!) sehr, sehr lecker. Auch wenn er eher wie ein Teufelsrochen aussieht ;) .

Was auch für dieses sehr fein geräucherte und wiederum sehr schlichte geräucherte Forellenfilet galt. Wenn nun noch die grünen Stielansätze (für uns keine Glaubensfrage) aus den Tomatenviertelchen herausgeschnitten wären…

„Feiern wie die Götter“ und „Essen wie die Grafen“ lautet das Motto im hoteleigenen Gourmetrestaurant. Beides gilt sicher auch für Göttinnen und Gräfinnen ;) . Auch die Zimmer, Suiten und der hauseigene Wellnessbereich sind von erlesener Qualität und teuer. Die Räume sind historisch, das Interieur mit erlesener Kunst ausstaffiert – schon fein hier!

Verfasst von: vlhusky | 17. August 2011

Erdpyramidenweg, Ritten

Ritten – Wo Pyramiden aus dem Boden wachsen.“ Ein Original-Überschrift aus meinem adac Plus Südtirol-Reiseführer.

Wozu vl und auch husky folgendes anzumerken hätten:

Zwischen Eisacktal und Sarntal erhebt sich über Bozen der Ritten, ein herrliches Hochplateau  mit rund 350 km gut ausgeschilderten Wanderwegen. Wenn man z.B. von Bozen aus mit der neu ausgebauten Ritter Seilbahn kommt, sieht im Dorfzentrum von Oberbozen gleich den ausgeschilderten Themenweg. Schautafeln am Rand des Weges informieren über die geologischen Besonderheiten hier. Interessant sind vor allem die berühmten „Erdpyramiden“, die vor rund 10,000 Jahren zu Ende der letzten Eiszeit entstanden sind, als der vom Eisacktaler Hauptgletscher abgelagerte Moränenlehm bis zu 15 m hohe Steinwände formte. Dort wo größere Steine auf dem Lehm lagen und diesen durch ihr Gewicht festigten, wurden die Erdpyramiden förmlich aus den Wänden herausgewaschen (bzw. „herausgewittert“).

Diese geologische Besonderheit habe ich bisher nur hier gesehen, es gibt sie aber wohl an ganz vielen Orten. Das und mehr nachzulesen in Wikipedia.
Faszinierend!

Verfasst von: vlhusky | 16. August 2011

Eppaner Burgenweg, Eppan/St. Pauls, Südtirol

St. Pauls bei Eppan ist ein super Ausgangspunkt für eine gut 2 – 3 ständige Burgenwanderung. Das Ganze ist beschrieben in dem ganz hervorragenden Guide „Südtirol Wandern und genießen“ von blv unter „Eppaner Burgenweg: Schloss Hocheppan – Ruine Boyment“, Untertitel (passt!): „Berg und Burgen – Fresken und Trinken„. Dazu nun mehr:

Der relativ (!) gut ausgeschilderte Rundweg führt viel über Straßen am Hang lang, es geht aber auch über schöne Wanderwege mit zum Teil sehr steilen Wegabschnitten (Schwindelfreiheit vorausgesetzt!). Alles in allem macht man (angeblich – mir kam es viel mehr vor!) nur 350 Höhenmeter und sollte die Tour idealerweise wegen der Bewirtungszeiten zwischen Ostern und Allerheiligen machen. An heißen Sonnentagen empfielt sie sich nicht, denn man geht lange Abschnitte in der gleißenden Sonne.

Am Wegesrand die sehenswerte Pfarrkirche St. Pauls, ein stolzes gotisches Bauwerk, dass sich das kleine Weindorf im 16. Jahrhundert wohl einiges kosten ließ. Beim Turm ging dann das Geld aus, erst 100 Jahre später bekam er eine barocke Zwiebelhaube aufgesetzt, heute das Wahrzeichen St. Pauls.

Unser Eindruck bis hierher: Der Weg lohnt sich, man kriegt so allerlei mit von den kleinen Dörfern und dem Leben dort. Am spannendsten sind aber auf jeden Fall die Burg Hocheppan, die Ruine Boymont und auch das Schloss Korb, alles drei hervorragende Einkehrmöglichkeiten.

Da wir natürlich doch an einem der heißesten Sommertage diese Tour gemacht hatten, waren wir mehr als erfreut, als wir endlich auf der Burg Hocheppan (Ostern – Anfang November tgl. außer MI 10 – 18 Uhr, Mitte Sept. – Anfang Nov. auch Mi) angekommen waren. Diese Burg ist eine der wuchtigsten Burganlagen Südtirols, mit ihren romanischen Fresken und der kleinen Burgkirche birgt sie Kunstdenkmäler erster Güte! Die Burgkapelle ist mit wunderschönen romanische Fresken geschmückt, die ein Kunstschatz ersten Ranges sind.

Unter den byzantisch beeinflussten Wandmalereien ist eine Frau die einen Knödel verspeist das kurioseste und gleichermaßen bekannteste Motiv. Knödel gibt es natürlich auch in der Burgschenke, in der auch z.B. die vorzüglichen Weine des heutigen Burgherren, des Grafen von Enzenberg ausgeschenkt werden (das berühmte Weingut Manicor).  Und das hier gibt es da:

Unsere Begeisterung war schnell auf 100%, den dieser Speck war einer der besten, die wir bis dato gegessen hatten!!! Sehr schön die kleine Speisekarte mit der ausführlichen Beschreibung, wie man den Speck hier (nach eigener Rezeptur gewürzt und 7 Monate im Burgkeller gereift, serviert mit Essiggürkchen, Tomaten und Schlossbrot mit Brotklee) essen muss:

Wie man den Speck schneidet – einige nützliche Hinweise:

- Schneiden Sie als erstes die Schwarte weg.

- Die Entscheidung, den Speck mit oder ohne Gewürzkruste zu genießen, hängt von Ihrem persönlichen Geschmack ab.

- Auf jeden Fall schneiden Sie den Speck immer gegen die Faser, denn nur so ist die volle Entfaltung seines Geschmackes gewährleistet

Wouw – Speck essen als Wissenschaft ;) . So ein Speckbrettel wie auf dem Foto kostet 12,50 € und man kann es sich gut teilen, zu Zweit oder sogar zu Dritt. Dazu ein frisch gezapftes Weihenstephan Hefeweizen – so lässt es sich ganz prima eine Zeitlang hier oben aushalten.

Alternativ zu „Fresken und Trinken“ kann man natürlich auch die grandiose Aussicht genießen. „Kann„? Eigentlich führt kein Weg daran vorbei:

Doppelt satt (gegessen und gesehen) machten wir uns auf den Weg zur Ruine Boymont, eine ziemlich anstrengende Runter- und wieder Rauf-Kraxelei: der Weg führt durch einen Laubwald, steil schluchtab- und wieder aufwärts, zum Teil auf befestigten, (nach Regen oft)  glitschigen, Holztreppen. Boymont ist  eine Bilderbuch-Ruine, mit Schänke (es gibt Säfte und Bier in schön kalten, dicken Tonkrügen, es gibt zur Saison Maroni d.h. Ess-Kastanien).

Auf dem Rückweg gehen wir entlang der Weinberge, die Trauben hängen (nicht nur) hier so, wie wir es von Deutschland her nicht kennen, quasi „wie eine Markise“ d.h. sie wachsen nicht hoch, sondern zuerst hoch und dann seitwärts.

Am Wegstand sahen und bewunderten wir noch Schloss Korb, ein sehr schönes Luxushotel in traumhafter Lage. Nicht wirklich etwas für Speck-Esser mit unseren Geldbeutel ;)

Das war’s! (Schön war’s!)

Verfasst von: vlhusky | 16. August 2011

Kaltern an der Weinstraße, Südtirol

Als Freund des tief dunklen, schweren, facettenreichen Südtiroler Lagreins hatte ich mit Kaltern/Kalterer See immer die Assoziation „dünn, Massenware und billig“. Das diese Denke vermutlich ein wenig antiquiert, borniert und im Übrigen ein völliger Schmarren ist, hat uns dann eigentlich nicht wirklich verwundert, wir lieben es, lang gepflegte und gehegte Vorurteile genussvoll über den Haufen zu werfen! Nachdem wir uns in Südtirol bisher eigentlich immer nördlich von Bozen bewegt hatten, nun also diverse Ausflüge etwas weiter südlich. Wir entdeckten nun Kaltern, Kalterersee und Umland als ein wirklich schönes, vielseitiges Reiseziel! Daher wollen wir nun wanoeths (herbstlicher) Empfehlung auf QYPE eine „sommerliche“ zur Seite stellen :) .

Kaltern ist mehr oder weniger eine am Hügel langgezogene (ruhige) Hauptstraße mit einem schönen Marktplatz. Von Bozen kommen wirkt hier alles schon sehr (schön) mediterran. Südtiroltypisch alles tip top gepflegt und adrett, zugleich touristisch (Obacht: In der Hauptsaison/im Hochsommer schieben sich dutzende von Busladungen durch die engen Gassen des schönen Ortes!) ) und (ansonsten) doch mit Augenmaß und Gefühl für Tradition. Typisch für die Gegend hier ist der Wechsel von Adelssitzen und Weinbauernhäusern. Viele Häuser weisen hübsche Doppelbogenfenster, Türmchen, Loggien und Erker auf. „Überetscher Stil“ nennt man diesen (ursprünglich venezianischen) Stil.

Der schöne Marktplatz, mit tollem Hintergrund! Die Laternen stehen dort etwas schief. Und das nicht nur nachdem man sich ein paar Gläschen Wein hat servieren lassen, im Weinhaus Punkt, dem 400 Jahre alten Eckgebäude ;)

Der etwas tiefer liegende Kalterersee ist der wärmste See der Alpen und hat meist auch noch im Oktober eine zum Baden animierende Temperatur. Mit1,4 Quadratkilometer ist er der größte natürliche See Südtirols. Sein Wasserspiegel liegt übrigens ca. 6 m unter dem normalen Wasserstand der Etsch. Zugleich (und damit komme ich zu meinem 1. Satz zurück) steht er für eine völlig verfehlte Weinbaupolitik in den 50er- und 60-er Jahren, wo alles auf Billigwein setzte. Zugleich (und damit) wurde der „Kalterer See“ einer der bekanntesten Weine Europas!
Mittlerweile (schon seit längerer Zeit) werden hier aber nun wieder hochwertige Weine produziert und diese hauptsächlich aus der Vernatsch-Traube.

Was man sonst noch so mit einem Weinstock machen kann, guckst Du hier:

Verfasst von: vlhusky | 15. August 2011

Kellerei Cantina Tramin, Tramin, Südtirol

Schöner Wohnen – Südtirol-Extra (Mai 2011) – ein atemberaubendes Titelfoto. Krasse Metallbau-Fassade in lieblicher Landschaft.

Dann, in unserem ersten Hotel in Südtirol auf der fantastischen, gut sortierten Weinkarte ein ganz besonderer Tropfen, den wir uns zu einer besonderen Gelegenheit gönnten. Unsere Tischnummer gut zu erkennen ;) (ja, wir konnten uns 2 Gläser dieses wirklich außergewöhnlichen Weins auf den nächsten Abend retten ;) )…

Das Coverfoto der Schöner Wohnen und diese beiden Abende … wir mussten nun einfach einen Ausflug nach Tramin machen (und wollten das sowieso schon mal längst). Die Kellerei Tramin (genau genommen deren Verkaufsraum) ist eines der interessantesten Bauwerke hier, auch genannt das „neue Heim des Gewürztraminers“ (ja, der Gewürztraminer hat seinen Namen vom Ortsnamen geklaut).
Das Ganze: gebaut 1898, Architekt Werner Scholl, Hingucker (2 Anbauten): Grüne Konstruktion aus Alurohren mit 40 x 40 Zentimetern, die die Ranken eines Weinstockes nachbilden. Zwischen Fassade und „Ranken“ läuft ein holzbeplankter Gang, der sich am Nordflügel zu einer Loggia weitet. Das alte Kellereigebäude dient nun als Empfang, der Neubau als Enothek. Fein – für Weinliebhaber, Architekturfans und auch einfache Touris ;)

Wer uns kennt, weiß, das unser Kofferraum (Gott-sei-Dank haben wir einen Kombi) bei der Rückfahrt nicht leer war (sehr zu empfehlen: der Pinot Grigio für 6,95 €, der Sauvignon für 8 €, der Lagrein Rossé für 6,05 €, der Stoan (Chardonnay, Weißburgunder, Sauvignon, Gewürztraminer) für 12,95 €. Und natürlich der Urban Lagrein für (schnief!) leider teure 17,90 €).

Verfasst von: vlhusky | 15. August 2011

Restaurant wein & lauben, Neumarkt, Südtirol

Das ehemalige Edel-Restaurant Johnson & Dipoli hat auch unter seinem neuen Namen „Wein und Lauben“ etwas!

Draußen, unter den schattigen Lauben stehen knapp 10 Tisch(ch)e(n), die zu einem Espresso einladen. Oder zu einem Glas Weißwein aus den beiden riesengroßen Weinkühlern, die so allerlei leckeres lokales in geöffneten Flaschen bevorraten und schön kühl hallten. Lokales? Ja, aber es gibt zum Beispiel auch Nahewein und einiges mehr. Insgesamt gibt es wohl so um die 300 verschiedene Flaschen dort (behauptet zumindest mein Reiseführer).
Drinnen in einem kleinen Nebenraum ist ein sehr nettes, sehr enges Restaurant (Reservierung!!!). Jeden Tag gibt es dort ein anders Menü mit regionalen und italienischen Einflüssen (Hauptgerichte um die 20, Menü um die 40 Euro). Der Abstecher nach Neumarkt und der Besuch dieses kleinen Lokals lohnen sich!

Verfasst von: vlhusky | 15. August 2011

Neumarkt (Egna), Südtirol, Italien

Neumarkt ist ein lebendiger Ort, südlich von Bozen (auch wenn das Foto, aufgenommen in der Mittagshitze genau das nicht zeigt ;) . Warum sollte man mal einen Ausflug hierhin machen? Neumarkt diente als Kulisse für die Außenaufnahmen des Andreas Hofer Filmes „Die Freiheit des Adlers“ mit Tobias Moretti.

Die mittelalterliche Laubengasse ist sehr schön (ebenso wie die Andreas-Hofer-Straße). Als einzige Ansiedlung Südtirols, die keine Stadtrechte besitzt, weist Neumarkt Laubenhäuser auf (15. – 17. Jahrhundert, die meisten behutsam restauriert). Das Ganze wirkt (außerhalb der Mittagshitze) lebhaft und „heimelig“, die lauben erinnern an die Städte Meran und Bozen, wirken jedoch ein wenig „plumper“. Auch wenn der örtliche Fluss Etsch und nicht Salzach heisst, haben diese Lauben die eher für Salzburg typische Bauweise.

Besichtigen kann man außer dem schönen Ort das Museum für Alltagskultur und ein paar Kirchen. Und ein edles, kleines Restaurant mit netter Bar, unter den Lauben, das schlicht „wein & lauben“ (ehemals Johnson & Dipoli) heißt.

Verfasst von: vlhusky | 15. August 2011

Ansitz Waldgries, Bozen

Der beste Lagrein, den ich in diesem Sommerurlaub getrunken habe (in der Stube des Hotel Restaurants Ansitz zum Steinbock, Villlanders, Eisacktal), war ein Lagrein Riserva vom Ansitz Waldgries!
Also – auf nach Bozen, zum Weingut der Familie Plattner. Etwas oberhalb von Bozen, im klassischen St. Magdalener-Gebiet, liegt das historische Weingut. In Jahrhunderte alten unterirdische Gewölbe reifen hier so einige gute Tropfen, u.a. auch ein exzellenter Sauvignon Blanc, den wir ebenfalls probieren durften. Außerdem werden die Rebsorten Muskateller, Cabernet Sauvignon und Vernatsch angebaut, letzterer mit Lagrein verschnitten als St. Magdalener im Verkauf.

So ca. 5 … 10 ha Rebfläche sind nicht viel und leider genau dies bekamen wir zu spüren, nachdem wir an dem für uns ein wenig „seltsamen“ Schild vorbei in die Einfahrt gefahren sind.

„Verkauf von Eigenbauwein“ – seltsames Wort ;) .

Drinnen: eine schöne Probierstube, aber nahezu nichts zu probierten und schon gar kein Lagrein :( . Zu spät halt, Mitte August. Die „alte“ Ernte ist längst verkauft, die neue noch nicht im Verkauf – so’n Mist!

Die Plattner Weine werden in Stahltanks, in großen Holzfässern bzw. Barriquefässern ausgebaut. Jährlich werden ca. 55.000 Flaschen  verkauft, höchst erfolgreich, wie wir nun wissen und zwar nach Deutschland, Schweiz, Holland, Japan und USA. Das Weingut ist Mitglied bei den Vereinigungen Freie Weinbauern Südtirol und bei Weingespann.

Nach unserem irgendwie nicht ganz so erfolgreichen Besuch hatte ich versucht, ab ich diese Weine in Deutschland über www bestellen kann. Ist aber leider auch nicht so ganz einfach, aber immerhin.

Ach ja, Holzschnittkunst gab es auch, in der Probierstube.

Verfasst von: vlhusky | 14. August 2011

Seiser Alm

Seiser Alm! Wintersport! Aber nicht nur. „Sommerfrische“ geht eben auch. Und wie! Je nach Jahreszeit also entweder ein grünes oder ein weißes Meer aus Wiesen und Weiden. Wir wählten „das grüne“ und kamen mit der Seilbahn von Seis aus her (am Fuß der Seiseralm liegen die drei Ferienorte Sies, Völs und Kastelruth (ja, das mit den dicken „Spatzen“)). Der Blick, als wir aus der Bergstation traten – unbezahlbar:

Mit über 50 Quadratkilometern ist die Seiser Alm eine der größten (und auch bekanntesten) Almen Europas. Die Zufahrt mit dem Auto ist hier streng reglementiert. Wer einmal oben ist …, na ja. Wir haben jedenfalls auf den vielen asphaltierten Wegen andauernd ausweichen müssen, den ganzen Tag! Trotzdem: die herrliche Hochfläche vor den Zacken des mächtigen Schlern  sowie der Langkofelgruppe und dem Rosengarten locken einen schon hier hoch, Sommers wie Winters und: es lohnt sich!!!

Das finden sicher auch die etwa 1.000.000 anderen Besucher, die hier hoch kommen pro Jahr. Das Gute: Alles verläuft sich sehr schnell. Das Nicht ganz so Gute: Auf den Hütten „knubbelt“ es sich wieder ohne Ende. Und die kleinen Mannschaften dort kriegen es in Stoßzeiten dann einfach nicht gebacken. Berge von Tellern stehen überall, keiner räumt was weg, die Küche und die Theke kommt mit den Bestellungen nicht nach, und, und, und.

Was mich ziemlich schnell wieder zufrieden gestellt hat: Es gibt (hie und da) Weihenstephan Hefeweizen vom Fass. Wenn es nicht gerade aus ist.

Wir faden, dass wir vorher aber eine ordentliche Wanderung hinzulegen haben und das taten wir dann auch, hoch auf die Rosszähne (netter auf Italienisch: „Denti di Terra Rossa“) d.h. von 1.850 auf 2.657 m) und dann zum Zallinger. Und danach dann wieder runter.

Kontraste, Kontraste, Kontraste. Felszacken und mächtige Plattenwände prägen hier das Bild. Und die Aussichten immer wieder unbeschreiblich. Wir lieben die Dolomiten dafür :) .

Verfasst von: vlhusky | 13. August 2011

Knottenkino, Vöran (Meran)

Das Knottnkino muss man „erwandert“ und gesehen haben – soviel ist klar!

Dem Text hierzu ist ausnahmsweise mal nichts hinzu zu fügen:

„Auf dem Rotenstein-Knott spielt die Natur Kino auf einer überbreiten Projektionsfläche aus Luft und Licht. Zwar ist die „location“, der Schauplatz, immer derselbe, seit in der Permzeit vor 255 Millionen Jahren Lava aus Erdspalten kroch und den Tschogglberg aufbaute, seitdem Aschenregen die weinroten, runden Kuppen formten, Knoten eben, von denen einer Rotenstein heisst, und Vörans bester und nächster Aussichtspunkt ist.
Aber der Film wechselt ständig im Knottnkino: mit den Jahreszeiten, mit den Tageszeiten, mit dem Kleinklima, mit dem Wetter, täglich, stündlich, oft ein neues Programm, besser als im Kino, wo es, wenn man über die bezahlte Zeit sitzen bliebe, doch wieder den selben Film zu sehen gäbe. Im Knottnkino kommt die Abwechselung mit dem Sitzenbleiben. Je nachdem wie turbulent das Wetter gerade ist, dramatische oder sanfte Veränderungen der Optik: von Transparenz, von Helligkeit, von Nähe und Ferne, von Stimmung, von Poesie, von Aussage, kurz von Einwirkung auf den eigenen Gemütszustand. Von Texel bis Penegal und weiter noch bis Weißhorn.
Und wer auf etwas Spielfilmlänge noch sitzen bleiben kann – bequem und robust, aber ungepolstert wie das Leben selbst sind die 30 Sessel aus Stahl und Kastanienholz – bekommt einen zweiten Film gratis dazu: den der innen abläuft mit einem selbst als Hauptdarsteller und Regisseur; der mit dem offenen Ausgang, wie im wirklichen Leben.“

(Text: Inga Hosp,  Idee und Gestaltung: Franz Messner, Ritten)

Ach ja, natürlich gibt es doch noch etwas hinzu zu fügen: Das Knottnkino erwandert man am besten, indem man von Meran aus mit dem Auto bis Hafling fährt (ja, da kommen die besagten Pferdchen her), dann ist alles ausgeschildert. Irritieren lassen darf man sich dabei nicht von solchen Schildern:

Ja, der (leicht zu gehende) Wanderweg lohnt sich. In vielerlei Hinsicht!

Verfasst von: vlhusky | 12. August 2011

Enoteque Bernardi, Bruneck

Kleine, feine Weinbar am Rande von Bozens schönem Zentrum.

Man kann hier im Sommer sehr schön geschützt vor der großen Hitze draußen sitzen mit Blick auf das kleine, rauschende Flüsschen und in angenehmer, italienischer Ess-Geschäftigkeit ein paar Kleinigkeiten speisen. Was es so gibt: z.B. Geröstete Weißbrotscheiben mit Bernardis Rauchlachs, Käse und Speck aus der eigenen Rauchkuchl, Coppa auf Salatbeet mit Parmesan oder z.B. dieses wirklich interessante Oktopus Carpacchio auf Salaten mit Zitrone und Olivenöl:

Hatte ich vorher noch nie so gesehen: Der Oktopus war gepresst und in 3 hauchdünne Scheiben geschnitten über die leckere Salat“kugel“ gelegt – tolle Idee, ein wenig ungewöhnlich. Der Oktopus so butterzart, kein bisschen zäh.

Dazu ein bis zwei Gläschen von der reichhaltigen, guten Auswahl lokaler Weine (so um die 3 Euro das Glas, auch den fantastischen Lugana von Cà dei Frati haben sie hier), danach ein Espresso und weiter, Bruneck anschauen – so geht das!

Auch schön: Über die Homepage der Fa- K. Bernardi kann man auch aus Deutschland die leckeren Delikatessen, südtiroler Weine etc. kaufen. Worauf wir mit Sicherheit mal zurückgreifen werden, eines Tages, wenn unsere Vorräte vor unserem nächsten Südtirol-Besuch erschöpft sein sollten ;) .

Verfasst von: vlhusky | 10. August 2011

Alpe-Nemes-Hütte (1877 m), Sexten

Es gibt genau 3 Gründe, warum wir die Alp-Nemes-Hütte in der Nähe von Sexten im Pustertal besonders empfehlen:

Grund 1 ist die wunderbare Wanderung von Sexten (oder Innichen) aus, vorbei am Seikofel und einem sehr schönen Hochmoor (zum Teil läuft man über Stege und Planken)

Grund 2 ist schlicht dieses Panorama, das man von der Hütte hat:

Man sieht „zum Greifen nah“ die Dolomiten in voller Pracht und Breite. Der nette Italiener rechts im Bild mit Hut spürte, wie uns dieses Panorama ergriffen hat und nannte uns jeden einzelnen Berg mit Namen (in Deutsch!) Danach machte er ein Gesicht, als ob er ebenso ergriffen sei wie wir, ahmte ein Schluchzen nach und fasste sich an sein italienisches Herz (-Schmerz!).

Grund 3 ist (natürlich) das, was dann irgendwann mal vor uns stand (Bedienung und Service waren chaotisch, es war rapppel-voll und alles lief so schön unkoordieniert):

Dieses nette Türmchen mit dem leckeren Krautsalat darunter und dem schönen Speck mundete ganz vorzüglich, zusammen mit einem alkoholfreien Bier :) .

Wikipedia schreibt: „Die Drei Zinnen (italienisch Tre Cime di Lavaredo) sind ein markanter Gebirgsstock in den Sextener Dolomiten an der Grenze zwischen den italienischen Provinzen Belluno im Süden und Südtirol im Norden. Die höchste Erhebung der Gruppe ist die 2.999 m s.l.m. hohe Große Zinne (italienisch: Cima Grande). Sie steht zwischen den beiden anderen Gipfeln, der Westlichen Zinne (Cima Ovest, 2.973 m) und der Kleinen Zinne (Cima Piccola, 2.857 m). Neben diesen markanten Felstürmen zählen noch mehrere weitere Gipfelpunkte zum Massiv, darunter die Punta di Frida (2.792 m) und der Preußturm, auch Kleinste Zinne (Torre Preuß, Cima Piccolissima, 2.700 m). Seit der Erstbesteigung der Großen Zinne im Jahr 1869 zählen die Drei Zinnen bei Kletterern zu den begehrtesten Gipfelzielen der Alpen. Sie sind durch zahlreiche Kletterrouten verschiedenster Schwierigkeitsgrade erschlossen und wurden so zu einem Zentrum des alpinen Kletterns, von welchem viele wichtige Entwicklungen in der Geschichte dieses Sports ihren Ausgang nahmen. Darüber hinaus sind sie aufgrund ihrer leichten Erreichbarkeit eine Attraktion für den Massentourismus. Insbesondere die Ansicht der steilen Nordwände gehört zu den bekanntesten Landschaftsbildern der Alpen und gilt als Wahrzeichen der Dolomiten. Während des Gebirgskriegs im Ersten Weltkrieg waren die Drei Zinnen und ihre Umgebung als Teil der Front zwischen Italien und Österreich-Ungarn heftig umkämpft.

vl und auch husky sehen das so:

Und man muss die 3 Zinnen gesehen haben, wenn man in Südtirol (vor allem im Pustertal) ist! Am besten, indem man den „Klassiker unter den Höhenwegen in den Dolomiten“ geht (Auronzohütte – Lavaredo-Hütte – Patternsattel – Drei-Zinnen-Hütte – Forcella del Col de Mezzo – Auronuohütte. 250 Höhenmeter d.h. recht leicht, 2 – 4 Stunden Wanderzeit, Einkehrmöglichkeit bei der Dreizinnenhütte (2.405 m), Auronzohütte (2.320 m) oder der Lavaredo-Hütte (2.344 m)).

Nachdem man die horente Mautgebühr für Zufahrt und Parkplatz gezahlt (und „verdaut“)  hat, gibt es zweierlei: Zum Einen unglaubliche Besuchermengen auf dem ersten Teil der Wanderung und zum Anderen Blicke, Blicke, Blicke – einer schöner als der Andere:

Beeidruckende Fotos? „In Echt“ kommt alles noch besser rüber. Vor allem im Morgenlicht und abends vor dem Sonnenuntergang, nachdem bzw. bevor man in der (in der Regel stark frequentierten) Drei-Zinnen-Hütte übernachtet hat.

Wem der beschriebene gemütliche Spaziergang zu wenig ambitioniert ist, der kann auch am Drei-Zinnen-Alpinmarathon teilnehmen (im Spätsommer, 21 km mit gut 1.500 Höhenmetern, nur was für echte Leistungssportler! Die Siegerzeit liegt bei beeindruckenden 1 1/2 Stunden).

Wem auch das nicht so richtig zusagt, dem sei folgende Fortbewegung empfohlen:

Wir hatten übrigens den „gemütlichen Spaziergang“ in der Lang-Variante genommen ;) .

 

Verfasst von: vlhusky | 8. August 2011

Fischleintal, Sexten

Das Fischleintal gefällt uns auf zweierlei Weise:

Zum Einen ist da dieser nette Name „Fischleintal“…

Zum Anderen ist es mit Sicherheit eines der schönsten Täler in den Sextner Dolomiten. Es liegt am Fuße der „Sextener Sonnenuhr“ und besticht durch seinen wunderschönen Lärchenwald. In der Talschlußhütte (1.548 m) kann man gut mit den Einheimischen sitzen, bei denen diese Einkehrstation sehr beliebt ist. Wenige Meter weiter ist man schon tief im Naturpark Drei Zinnen. Wandern, wandern, wandern, auch barrierefrei!

Der Blick vom Fischleintal auf den mächtigen Einser Kofel der Sextener Sonnenuhr sah vor ein paar Jahren noch anders aus. Bevor sich  ca. 60.000 Kubikmeter Fels sozusagen „in Staub“ aufgelöst haben. Permfrost. Guckst Du hier

Verfasst von: vlhusky | 7. August 2011

Hotel Alpenblick, Sexten

So ein tolles Hotel und noch kein Eintrag in QYPE? Das kann man ändern:

Unser 2. Südtirol-Urlaub, diesmal „richtig“ in die Dolomiten, Wandern, Mountainbiking, Land und Leute genießen, gut essen und trinken, soweit unsere Agenda für diese Woche. Sexten ist ein idealer Ausgangspunkt für diese Aktivitäten und das 4-Sterne Hotel Alpenblick, über Internet ausgesucht, das eindeutig richtige Hotel hierzu.

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Bitte um Bewertung bei holidaycheck.de nach der Abreise (mit einem kleinen „Bonbon“ versüßt), war alles wirklich richtig gut. Und wenn wir schreiben „alles“, dann meinen wir genau alles.

Was uns besonders gefiel:

1. Dieser Blick von unserem Balkon (auf dem wir gerne nach einer langen Wanderung ein wenig vor uns hin dösten, um danach gut gelaunt Sauna & Co zu nutzen :) .

2. Das wirklich gute, abwechselungsreiche, phantasievoll gekochte und angerichtete Abendessen (3 Gang). Kleine Kostprobe gefällig? Zur Begrüßung gab es Sonntagabend ein 5 Gang Menü das so aussah:

Als Antipasto gab es Büffelmozarella mit fleur de sel, Tartar von Zucchini und Tomaten und Knoblauchbruschetta. Hübsch anzusehen, sehr fein, sehr lecker. Danach dann ein Schaumsüppchen von der Petersilienwurzel mit Chips.
Anschließend hausgemachte Tortelli, gefüllt mit Golden Delicious und Südtiroler Knusperspeck, Tomatenwürfeln und Balsamico – die Torteli sehr fein, die Apfelnote leicht frisch, der Speck wirklich knusprig und mit schönem Röstaroma. Dann der Hauptgang:

Rosa gebratener Rücken vom Weidelamm mit Gemüsecaponata im Thymianhörnchen – ein „Hauch“ von Fleisch, sehr präzise gegart, eine schön kräftige Sauce, die Gemüsewürfelchen noch mit Biss – so leicht und lecker kann Fleischküche sein!

Ja und dann gab es auch noch ein leckeres Dessert, bei dem mir die Worte ausgehen ;) :

Weder vl noch husky haben nach diesem Menu (und der restlichen Woche) Zweifel, dass „Hotelküche“ gut, ja sehr gut sein kann (wie praktisch dass man danach nicht mehr „ins Hotel zurückfahren“ muss!)

Ach ja, die Weinkarte und die Weinempfehlungen auch alle sehr gut, vieles glasweise, die Flaschenpreise zwischen 25 und etwas über 30 Euro – passt!

So, nach diesem ziemlich lang geratenen 2. Highlight nun noch ein paar andere:

3. Um beim Essen zu bleiben: Wer, bevor er nach dem Wandern ein  Sonnenbad auf dem Balkon nimmt, schon ein erstes Häppchen essen möchte, der kann sich zwischen 15 und 17 Uhr an einem kleinen Salat- und Süssigkeitenbuffet stärken, das auch sehr erlesen war. Ihr kennt diese überall-gleichen-Salatbuffets? Hier im Alpenblick wird alles selbst und frisch zubereitet, alles lokales, vieles antipastimässig. Wir konnten uns zum Beispiel einfach nicht satt essen an diesen leckeren eingelegten Zwiebelchen…

4. Wellness … muss auch sein, haben wir gelernt. Im Alpenblick gibt es so ziemlich alles, was man dafür braucht, in schönen Räumen und Anlagen, alles neu, hochwertig und sehr gepflegt. Bei einem wirklich „gut gefüllten“ Hotel hatten wir nie das Gefühl, hier in einem „Massenbetrieb“ zu sein.

5. Die Besitzerfamilie und auch das nette Hotelteam war immer da, wenn man sie mal brauchte. Der Umgang war herzlich, offen und sympathisch. Unser Service am Tisch merkte z.B. schnell, dass wir gerne etwas länger beim Essen verbrachten und brachte die einzelnen Gänge mit größeren Abständen als bei den Anderen. Die nicht ausgetrunkene Flasche Rotwein vom Vortag stand immer schon auf dem Tisch, als wir zum Abendessen kamen, der Weißwein entsprechend in einem Kühler. Usw., usw.

6. Es gibt kostenloses WiFi in der Halle und dem schönen großen Aufenthaltsraum. (Und wir waren beileibe nicht die Einzigen, die das nutzten. Und auch nicht die Einzigen, die dort mit iPad o.ä. saßen. Südtirol ist schließlich berühmt für seine Äpfel ;)   ).

7. Es gab nicht nur in der Halle massenweise gutes Info-Material über Wanderwege und Bike-Touren, auch am Empfang stellte man uns so allerlei schöne Routenempfehlungen zusammen (die wir auch extensiv nutzten, um am letzten Tag nicht mit ein paar Kilo mehr das Hotel wieder zu verlassen. Was im übrigen auch gut funktionierte).

8. Beinahe hätte ich es vergessen: Zum Frühstück (ab 7:30) wird man durch einen sympathischen „Frühstückskoch“ mit Front Cooking begrüßt, der frische Omelettes, Waffeln und allerlei anderes zubereitet. Und dabei dezent gute Laune verbreitet. Und auch auf die diversen Buffets achtet und dafür sorgt, dass alles dort und auch in der richtigen Menge und ansprechend liegt.

So – genug geschwärmt. Ich glaube jeder merkt, dass es uns hier wirklich gut gefallen hat und dass wir das Alpenblick sehr gerne weiter empfehlen. Wenn uns überhaupt die eine oder andere Klitzekleinigkeit weniger positiv aufgefallen ist, dann wäre es dies hier:

- „Zitat des Tages“ hat mittlerweile jeder auf seiner Haus-Tageszeitung bzw. Speisekarte. Wir können damit nichts anfangen.

- Plastik-Tischmülleimer sind ein Relikt aus Billighotels, finden wir. Da hier beim Frühstücksbuffet alles frisch und unverpackt ist, sind sie nicht nur hässlich sondern (Gott sei Dank) auch unnötig.

Und dann waren da noch…

… diese Gäste, die „mit“ dem Kinderwagen in ihr Zimmer fahren wollten

…  diese Sauna-Gäste, die unbedingt aus der Saune heraus dieses Foto machen wollten mit dem Blick aus der heißen Sauna in die schöne Garten- und Bergwelt und dafür zweimal mehr die Saunatür kurz öffnen mussten (damit die Kamera nicht auch saunieren muss). Ja wir sind doch hier in einer Sauna und nicht im Kaffeehaus, oder?

(Aber auch nicht in einem Sanatorium!)
;)

Verfasst von: vlhusky | 7. August 2011

Red Dog, Ulm

Keith Haring fasziniert mich schon seit weit über 20 Jahren. Ich dachte immer man muss nach NY fahren, um ihn zu sehen, dabei reicht Ulm!

Red Dog for Landois“ heisst die Skulptur mit seinem weltberühmten roten Hund, der eines seiner Standard-Grafity-Symbole war.  1987 hat er die Skulptur geschaffen (1989 das Bild dazu), 3 Jahre vor seinem (viel zu frühen!) Tod. Das Ganze steht vor dem historischen Ulmer Rathaus, neben dem modernen Museum Weishaupt. Der Sockel musste nach einiger Zeit völlig aufgearbeitet werden wegen der vielen Skater (guckst Du hier). Soviel zum Thema BETRETEN VERBOTEN.

Und wer war nun dieser Landois? Der Zoodirektor

Mehr zu Keith Haring

Verfasst von: vlhusky | 31. Juli 2011

Latinoamerica, Mainz Finthen

Das Latinoamerica liegt nach seinem Umzug in einem Wohngebiet am Rande von Mainz-Finthen. D.h. man muss es entweder kennen, oder wissen, dass es dort ist. Wir besuchten es, weil es uns mehrfach empfohlen worden ist, weil es auf QYPE gute Bewertungen hat, weil es für uns näher ist, als nach Mainz-Innenstadt zu fahren (wo aber der bessere Mexikaner ist!) und weil es, wie wir nun aus eigener Erfahrung wissen, wirklich gut ist!

Es gibt mehrere Räume, eine große Bartheke, eine Terrasse. Auch wenn mein Foto ein wenig dunkel ist: alles ist in hellen, landestypischen Farben gehalten, freundlich und geschmackvoll eingerichtet. Der laufende Fernseher vermittelt ein bewegtes Bild von Südamerika. Die Bedienung ist sehr nett, alles macht einen guten Eindruck. Auf der Speisekarte das Übliche in den diversen Variationen, wie man es vom Mexikaner kennt. Es gibt aber auch „Hausmannskost“, die gut gemacht ist.

Das frische gezapfte Bischoffs Pils ist nicht so unser Geschmack, aber über letzteren lässt sich bekanntlich streiten. Nicht streiten wollen wir darüber, dass wir das Latinoamerica gerne weiter empfehlen, nicht nur für die, die in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnen, sondern eben auch für die, denen eine Fahrt nach Mainz zu weit ist. Oder die sonstige Gründe haben und gerne mal (wieder) südamerikanisch/mexikanisch essen wollen :) .

Verfasst von: vlhusky | 22. Juli 2011

Restaurant Lindenhof, Sporkenheim

Das Restaurant Lindenhof gehört zum Landhotel Fetzer und liegt etwas versteckt ein paar km außerhalb Ingelheims Richtung Bingen. Es hat einen guten Ruf, wir waren im Laufe der letzten Jahre das eine oder andere Mal dort, teils mit der Firma, teils privat. Wir finden das Restaurant in Ordnung, finden aber die Beurteilung von Vegi0758 auf QYPE na ja, sagen wir mal „ein bisschen übertrieben“ ;) .

Innen ist der Lindenhof einfach, ländlich, ein bisschen rustikal. Die Bedienung ist immer sehr nett und aufmerksam. Es gibt eine Reihe Weine aus der Umgegend (und wenig Internationales), offen und in der Flasche, wer das nicht mag trinkt z.B. ein frisch gezapftes Kirner (immer wieder lecker!).

Die Speisekarte liest sich gut, viel Rheinhessisches (leckerer Spundekäs’!) und  einiges mit höherem Anspruch. Es gibt z:b. recht teure, hochwertige Steaks und das musste ich dann doch mal ausprobieren. Also: mittlere Größe, medium bestellt und auch bekommen. Der Gargrat war 100 % getroffen, der Fleischgeschmack war o.k., hätte mir aber für den Preis mehr erwartet. Der Beilagensalat war so wie Beilagensalate landein, landaus nun mal sind. Leider.

Mehr Glück hatten wir immer, wenn wir Saisonales (z.B. Spargelgerichte) und/oder Regionales bestellten. Das passt, so finden wir, etwas besser, auch in das Ambiente. Andererseits – wir finden es klasse, dass man hier versucht, etwas ambitionierter zu kochen als in der Nachbarschaft und deshalb kommen wir auch gerne mal wieder!

Verfasst von: vlhusky | 20. Juli 2011

Haus Wüstefeld, Hörde, Dortmund

Ein Gasthaus/eine Kneipe in Dortmund Hörde. Kleiner Biergarten hinter dem Haus. Was mir immer wieder auffällt, wenn ich dran vorbei komme: Große Speisekarte, immer etwas Saisonales (z.B. Matjesgerichte, Reibekuchen auf allerlei Art, frische Pfifferlinge, …).

Drinnen: dieselbe Biederkeit, die ganz Hörde ausstrahlt. Das Publikum: Ältere Herren aus der Umgegend, Biertrinker.

Warum gehe ich dort ab und zu hin? Weil es „umme Ecke“ ist und das Essen dort nicht schlecht ist. Weil ich auch mal bürgerlich essen möchte und nicht immer nur Pizza und Pasta oder Salat. Und weil man dort preiswert isst. Und weil die Besitzer nett sind und sich über jeden neuen Gast freuen, denn diese sind hier selten.

Verfasst von: vlhusky | 7. Juli 2011

Burg Horneck, Ingelheim

Die Burg Horneck ist für uns in der Gastronomie-Diaspora Ingelheim eine klar positive Ausnahmeerscheinung. Warum?

Na ja – bei uns im Ort hält sich kaum eine neue Kneipe/ein Restaurant für länger und die Auswahl ist sowieso überschaubar. Die alteingesessenen Lokale wiederum sind oft ziemlich fantasielos, wirken lustlos und sind ziemlich bieder.

Nun zur Burg Horneck: Sie ist einerseits Weinstube (es gibt dort von einer guten Handvoll Ingelheimer Winzern diverse Weine im Glas und flaschenweise), andererseits gibt es eine ganze Reihe kleinerer und größerer Gerichte. Oft, wenn ich dran vorbei laufe, sehe ich auch eine Tageskarte mit saisonalem. Innen verschreckt es den alteingesessenen Ingelheimer nicht, es gibt gemütliche Ecken. Die Bedienung ist flink, aufmerksam, freundlich. Das Essen dort schaut gut aus, die Qualität stimmt. Alles wirkt auf uns  unaufgeregt und verlässlich.

Die Weine hauen mich alle nicht vom Hocker (schon gar nicht die wenigen internationalen), sind aber solide, für jeden etwas, selbst für diejenigen, die glauben, ein Rotwein müsse nicht trocken sein ;( .
Mein Tartar wurde frisch durch den Wolf gedreht und schmeckte mir gut. Hätte mir dazu noch Sardellen, Worcestershiresauce und Tabasco oder Weinbrand vorstellen können und eigentlich serviert man das Fleisch nicht als „Spaghettifäden“, sondern als flachen Ballen geformt. Die Zwiebeln und vor allem die Gürkchen hätten eigentlich kleiner geschnibbelt sein müssen. Und die Salatgarnitur hat bei einem Tartar nichts verloren. Kleinigkeiten halt ;) .

Bin froh, dass wir nach nun fast 10 Jahren Ingelheim endlich mal da waren. Wir werden wiederkommen.

Verfasst von: vlhusky | 13. Juni 2011

Restaurant Marone, Ingelheim

Mediterrane u. Intern. Spezialitäten“ offeriert Fam. Makosch hier schon seit einiger Zeit. Wir gehen trotzdem eher sehr, sehr, selten hierhin, freuen uns über die beiden einsamen 1-Beitrags-Schreiber auf QYPE und ihre sehr positiven Beiträge (es gibt zu wenig Gastronomie in Ingelheim und vor allem zu wenig Zuspruch!), können die Begeisterung aber nicht so ganz nachvollziehen. Unser Eindruck:

Drinnen empfinden wir die Marone als bieder und unauffällig. Draußen auf der Terrasse sitzt man (wir) im Sommer  schön unter großen alten Bäumen. Ja, der Service ist sehr flink und agil. Die Speisekarte hat (gefühlt) ein paar hundert Gerichte, also „alles“, woanders nennt man das ganz einfach „Internationale Küche“. So allerlei kommt aus der Friteuse, vermutlich auch ein Grund, warum wir nicht lange warten mussten.

Wir haben manchmal Lust auf gebackenen Camembert mit Preiselbeeren & Co., zusammen mit einem leckeren, frisch gezapften Pils und das war auch der Grund mal wieder hier hin zu gehen, denn in Ingelheim gibt es das nur hier (währenddessen es Wein und Spundekäs’ eigentlich überall gibt ;) . Der Camembert (hier: „Camenbert“ für 6,20 €) ist in der Marone eine flache, panierte Scheibe und ist innern total flüssig. Er schmeckt, so fanden wir, eher scharf und sonst (nur) nach Panade. Das Bier (Schmucker) kommt aus dem Odenwald und ist nicht wirklich „unseres“.

Anschließend gegrillte Scampis in der Schale, dazu eine Knoblauchsauce „zum Reinlegen“ (also richtig schön knofelig!), serviert in einer Zwiebelschale (gute Idee!), die Scampis in guter Qualität, schön saftig, mit Röstaromen. Dazu ein Glas Grauburgunder vom Weingut Mett – sehr lecker.

Ihr Hawaii Schnitzel (jawoll: 2 i!) fanden unsere kids so, wie dieses Gericht nun mal ist. Wer’s mag, kennt es nicht anders.

Die Weinkarte bietet vor allem allerlei lokales von Ingelheimer Winzern, darunter einiges Gutes. Die Preise sind insgesamt moderat. Die Marone war dieses Mal gut besucht und scheint ihr Publikum gefunden zu haben.

Summa summarum: für uns ein typisches Doppelsternchen: Gefiel uns ganz gut –  müssen wir aber nicht wieder hin. Zumindest nicht für gebackenen Camembert oder Hawaiischnitzel.

Verfasst von: vlhusky | 11. Juni 2011

Weingut Schloss Westerhaus, Ingelheim

Der Einstieg zum Weingut (gehört der Familie Opel und ist ein Prädikatsweingut VDP) war für mich wie auf dem Foto:

Bekommt  man da nicht Lust, egal ob Wanderer, Autofahrer, Fahrradfahrer, mal kurz rein zu schauen? Zu Probieren, zu schwatzen und dabei raus in die Sonne zu blinzeln?

Nein? Selbst Schuld! Oder?

Wir besuchen (fast) jedes Jahr das Hoffest. Normalerweise ist es bei den Weinhöfefesten immer proppenvoll, denn der gemeine Rheinhesse im allgemeinen und der Ingelheimer im Besonderen weiß sehr genau warum man zu welchem Weinfest geht. Ob er auch weiß, warum er zu manchen Festen nicht geht, kann ich nur vermuten, er ist eigentlich großzügig und nutzt daher jede Gelegenheit.

Hier, an diesem wunderschönen Fleckchen ist oft  v i e l  zu wenig los! Dabei gab es  leckere (zu teure) Flammkuchen und leckere Brat-/Currywurst an einem zweiten Stand.

Und es gab hauseigenen Wein und Sekt. Der war trinkbar, gar nicht so teuer, aber wir hatten das Gefühl, schon leckerere Weinchen getrunken zu haben. Am Ende noch den DLG-prämierten Spätburgunder „Grand Prix“ (der Besitzer, die Opel-family lässt grüßen) mit satten 15 % Alkohol probiert – der Wein ist uns viel zu ‘fett’ und ‘aufgeblasen’.

Was ich auch seltsam fand: Obwohl keine Spur von operativer Hektik da war, gelang es der netten jungen Dame nur mit meiner Hilfe, mir auch die Weine zu geben, die ich im Glas haben wollte. Dass ihr Kollege wiederholt die Flaschen in die falschen Kühler (mit dann falscher Beschriftung) gestellt hatte, ist das eine. Aber frau kann doch vielleicht auch mal auf das Etikett gucken, bevor sie den Wein ausschenkt! Das habe ich dann, nachdem mehrfach nachgefragt und dann doch falsch ausgeschenkt wurde, vorsichtshalber selbst gemacht.

Der Weinführer Eichelmann 2007 hat meine schönen Fotos nicht gesehen und vergibt trotzdem, alleine für den Wein, 2 von max. 5 Sternen. Vermutlich weiß er auch, warum alleine für den Wein (noch?) nicht mehr Sterne beginnen zu leuchten.

vl findet, dass der Eichelmann hier Recht hat, dieser Wein könnte für ein vdp-Weingut noch ein bisschen besser sein. Er ist deshalb knausrig mit seinen wenigen *-chen.
Und husky findet, dass er mit vdp gar nichts ‘am Hut’ hat, es aber hier oben in freier Natur so großartig ist, dass er sich den (kurzen) Weg von uns zu Hause hierhin genau eingeprägt hat :) .

Verfasst von: vlhusky | 5. Juni 2011

Vitra Campus, Weil am Rhein

Der Vitra Campus kurz vor Basel in Weil am Rhein ist eine Attraktion, die ich wirklich jedem empfehlen würde, der gerade in der Gegend ist, ein wenig Zeit mitbringt und Interesse an erstklassiger Architektur und ebensolchem Design hat. Denn der wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Hier haben nämlich auf wenigen Quadratmetern weltbekannte Architekten und Designer ihre Spuren hinterlassen:

Z.B. die avantgardistische Herzog & de Meuron haben aus dem Urtypus des Hauses 12 einzelne Häuserriegel so übereinander gestapelt und verschachtelt, dass dort im Inneren einzigartige Ausstellungsräume für die Vitra Artikel entstanden sind. Gleichzeitig hat man von außen ein einzigartiges Bauwerk geschaffen, dass eine Orientierung in alle drei Länder des Dreiländereckes Deutschland-Frankreich-Schweiz hat. Und viele interessante Einsichten, Ansichten und Details hat. Vor allem abend, zur sogenannten „blauen Stunde“, bei der das Innere besonders schön strahlt.

Z.B. das Vitra Design Museum, von dem (ebenfalls) weltberühmten Frank Gehry 1989 gebaut, mit tollen, wechselnden Ausstellungen über Möbel und andere Einrichtungselemente.

z.B. hat der nicht minder weltbekannte Jasper Morrison zwei einzigartig schöne Bushaltestellen am Rand des Campus gebaut, an denen der öffentliche Linienbus hält.

z.B. hat der einzigartige japanische Architekt Tadao Ando sein (seinerzeit) einziges Gebäude außerhalb Japans, einen Konferenzpavillon mit einem wunderbaren Kirschbaumgarten hier bauen können.

usw. usw. usw.

Wir empfehlen auch für Nicht-Architektem eine Architekturführung über das Gelände. Man erfährt dort sehr anschaulich viel Spannendes auch über das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid (ihr erstes „echtes“ Gebäude), die Produktionshalle von Nicholas Grimshaw, die Balancing Tools von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen und den sogenannten Dome von Richard Buckminster Fuller. Ach ja und dann ist da noch die auch sehr sehenswerte Tankstelle von Jean Prouvé.

Und dann? Dann ist man vermutlich wie wir tief beeindruckt von so viel Schönheit, tollem Design und guten Ideen und geht dann auf die Terrasse des Vitra Hauses, um sich dort zu stärken. Vieles Leckeres gibt es da, schön angerichtet und nett serviert!

Und dann, dann mag man vielleicht wie wir immer noch ein bisschen bleiben, sich auf die große Wiese vor dem Haus legen und den kleinen Elefanten zu schauen – viel Spaß dabei!

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