Kaum jemand hat sich so mit dem VDP angelegt und war so ein „Querkopf“, wie Georg Breuer. Als er noch lebte.
Gleichzeitig hat er sein Weingut früh zu den wenigen wirklich internationalen deutschen Spitzenweingütern aufgebaut (z.B. Eichelmann 2009: 5 Sterne, Weltklasse, internationaler Spitzenerzeuger. Auch der Gault Millau widerspricht hier nicht
.
Ein für mich interessanter Kommentar dort: „Zum wiederholten Male hat unsere Verkostung »Zehn Jahre danach« bewiesen, dass sich nur ganz wenige deutsche Winzer auf die Erzeugung von bestens heranreifender trockener Rieslinge verstehen wie einst Bernhard Breuer. Seine Prachtstücke überdauern spielend zehn Jahre, ohne nennenswert an Spannkraft einzubüßen.„
Recht so. Ich trinke Riesling am liebsten recht „frisch“, will sagen: mich spricht die „Eleganz“ eines reiferen Rieslings (nach ein paar Jahren) nicht so sehr an. Beim Breuer funktioniert das aber prima, bei mir
Hochachtung! Breuer hat viele der besten Lagen in der Gegend und, auch das gefällt mir, eine klare, sehr „un“-deutsche Klassifizierung, bei zugleich sehr „übersichtlichem“ Programm:
Die Basis seines Sortimentes bilden die „Gutsrieslinge (welch schönes, klares, animierendes Wort
mit den beiden Ausprägungen „Sauvage“ (trocken) und „Charm“ ((halbtrocken) (klingt beides doch auch sehr ansprechend, nicht wahr?).
Darüber stehen dann seine beiden Ortsrieslinge Rüdesheim Estate und Rauenthal Estate, welche die unterschiedlichen Böden an beiden Orten (Rüdesheim: Rhein-Schiefer, Rauenthal: Lehm) vortrefflich zur Geltung und damit zum Geschmack bringen.
Darüber steht dann wiederum (ab hier von mir noch nicht probiert) Breuers zweitbeste Partie „Terra Montosa“ und die weltbekannten Rüdesheimer Spitzenlagen Berg Roseneck, Berg Rottland, Berg Schlossberg und Berg Nonnenberg.
Und dann gibt es noch diverse, sehr feine edelsüße Rieslinge. Für die, die es mögen. (Irgendwann kommt jeder ernsthafte Riesling-Fan hier an!)

Also: auch heute, nach Breuers Tod, sind seine Weine weltspitze (die Preise sind leider auch nicht ganz ohne.
Aber: andererseits: man bekommt wirklich Erstklassiges schon um die 10 €!
Wenn ich hier nicht das Weingut bewerten würde, sondern „alles vom Breuer“, dann würde hierzu auch das fürchterlich auf Japan- und US-Touristen maßgeschneiderte Weingasthaus Rüdesheimer Schloss gehören. Das würde allerdings von mir mit exakt null Sternen bewertet werden, denn es ist einfach „grausslich“ für mich!!!! Etwa so wie ein Abend mit Ernst Mosch und Hansi Hinterseher an meiner Seite! Die Rüdesheimer Drosselgasse hat da wohl als Referenz gedient (schade, schade!).

Mein Beitrag zu Weingut Georg Breuer, Rüdesheim am Rhein - Ich bin vlhusky bei Qype