Jetzt wohnen wir bald 10 Jahre in der Region und knapp genauso lang gehen wir nun schon zu Frank essen. Selten, aber ganz bewusst. Und wir verlassen das Restaurant immer später und sehr zufrieden!

Aber vor dem Verlassen steht bekanntlich das Kommen. Ab dieser Sekunde erleben wir jedes Mal eine sehr gelungene Melange von Professionalität und ganz vielen Wohlfühl-Elementen. Was wir hier nie erleben ist Steifheit. Und genau diese Balance von Professionalität und Lässigkeit macht für uns das Buchholz aus. Kreatives Kochen auf (für uns) höchstem Niveau, eine fantastische Weinkarte mit gut ausgesuchten Tropfen aus der Region und von sonst wo, die Weine sehr gut (und überhaupt nicht affektiert) beschrieben, ein aufmerksamer, flinker Service, insgesamt ein gutes Timing zwischen den Gängen, und und und – alles passt hier für uns so gut zusammen, wie kaum sonst. Alles dies und noch viel mehr nachzulesen überall in der Presse, im Guide Michelin etc.
Was uns dieses Mal besonders gut gefiel, das war “unser” Stammtisch (den wir uns mit einem anderen Pärchen teilten und Frank, der ab und an kam und mit uns ein wenig plauderte).

An besagtem Stammtisch war es besonders lässig und man bekam viel mit vom Service, von den anderen kommenden und gehenden Gästen, vom Gläser spülen, wir sahen alles was aus der Küche kam und … freuten uns auf unser 5 Gang Menü. Im Bild: Gereiftes Rinderfilet mit Café de Paris Butter, Spitzkohl und Kürbis das (wie alles Andere auch) einfach köstlich war, für Auge, Nase, Mund. Punkt. Die anderen Gänge: Matjes ‘Hausfrauen Art’ mit Pumpernickel, Gebratene Jakobsmuschel mit Safranfenchel und Auberginenpüree und danach:Strammer Max!

Na klar – Strammer Max! In unserer Neugierde haben wir uns denken können, das das vermutlich mit einem Wachtelei war. Was wir noch herausschmeckten: Gänseleber, Trüffelöl u.v.m. – mal wieder eine von Franks netten, lässigen Ideen, handwerklich perfekt inszeniert und umgesetzt. Strammer Max gibt es jetzt bei uns zuhause nicht mehr
. Im Ernst: Wir kochen selber gerne und das auch meist nicht wirklich schlecht. Aber es gibt Gerichte, die ist man lieber in einem guten Restaurant, vielleicht auch in einem mit einem Michelin-Stern. Strammer Max zum Beispiel
.
Als Dessert dann noch eine wunderschöne Klitzekleinigkeit, “Interpretation einer Winterlandschaft aus Schokolade und Kirschen” – bewusst ohne Foto, sonst ist es keine Überraschung mehr. Wobei wir solche Überraschungen lieben (ich erinnere mich noch an einen Salat Nicoise, der auch eher wie eine “Salatlandschaft” aussah, aber alles enthielt was einen Salat Nicoise ausmacht, geschmacklich aber stärker ausdifferenziert).
Wo wir gerade bei Überraschungen sind: Die Speisekarte enthält (augenscheinlich) keine Preise. Ein Grund sich zu ärgern? Nicht, wenn man genau hinschaut: Die Karte enthält halt nur Buchstaben, keine Zahlen. Was irgendwie schöner aussieht und trotzdem die Preise enthält
.
Noch eine Überraschung.
Euer Bericht ist mal wieder sehr schön. Aber Ihr wißt ja von dem meinen, dass ich Euch so ziemlich in jeder Hinsicht widerspreche. Die Küche ist ein Highlight im Mainzer Raum, keine Frage. Schön ist es auch beim Frank und nett isser auch!
Aber sein Personal ist wirklich unterirdisch. Das beginnt schon bei seiner Reservierungsleiterin und hört dann beim Service am Tisch noch lange nicht auf. Selten wurden wir bisher in dieser Preisklasse so schlecht schon im Vorfeld behandelt und dann im Restaurant selbst auch. Und wenn man es dann sagt, ist es auch egal, es wird nichts geändert und entschuldigt wird sich schon lang nicht. Unser Geld lassen in Zukunft lieber woanders und auch einen Kochkurs mache ich dann lieber im Kronenschlösschen.
Der Ruf dieses Restaurants hat in Mainz mittlerweile ziemlich gelitten und breitet sich so langsam über die Republik aus. Beides ist der Frankschen Fernsehpräsenz geschuldet. Nur die Zeit fehlt ihm dann leider merklich für seine Gäste vor Ort.
Von: arthurstochter am 2. Dezember 2009
um 13:30
Das mit dem Service erlebe ich immer (!) genau anders rum. Und dass der Ruf gelitten hat, merke ich nicht (es ist quasi immer voll und ich höre auch von Anderen nur Positives). Und ob die Fernsehpräsenz der Punkt ist, kann ich auch nicht beurteilen. Ich denke “ihr” und “wir” stehen für das Spektrum der möglichen Erfahrungen, an beiden Ende. “Die Mitte” ist eh meist wenig aufregend
Von: vlhusky am 3. Dezember 2009
um 04:40